Kathmandu & Rajastan 1979: schön wars

Komischerweise hat meine 1te reise 78 hier erstaunlich viele leser gefunden obwohl nur gesülze. Also werde ich auch die 2te festhalten. Bitte nicht übers kleinschreiben ärgern, ich hab so schon probleme das in halbwegs normaler zeit reinzuhauen.

Aber warnung: das wird lang und langweilig, dient vor allem mir als erinnererungsfesthaltung ( gibt’s das wort? hatte zwar teils tagebuch geführt, aber das ist in írgend ner kiste verschwunden) denn als lektüre für 3te, mit ausnahme dener die damals selbst unterwegs waren und wieder in „war das schön“ abdriften können. Tja die welt ändert sich rapide, schöner wird sie nicht. Für uns (relativ) reiche wird’s bequemer, aber für die weltweite masse nicht mal das. Das allgemein hinzugewonnene deckt nicht mal kleinen teil des verlorenen ab.

Nach der vorigen reise bin ich ja in CPH im tiefsten schnee gelandet, kurz darauf nach Tripolis geflogen, abschiedsreise für meine tolle lehrfirma. Tripolis war wieder super, wenn auch fest im griff des leicht irren führers. Bestes wetter im februar, nette kunden. Die hatten nur 1 problem: Gaddafi hatte kurz vorher alle Ägypter ausgewiesen ohne daran zu denken das die es waren die die arbeit machten. Bei den meisten kunden waren alle druckmaschinen abgedeckt weil niemand sie bedienen konnte. Tja, analog zum alten spruch galt: schlecht gemeint heisst auch schlecht gemacht. Bei rückkehr nach HAM wieder schnee mehr als satt: bin kaum nach hause gekommen, aber die bahn fuhr zum glück noch die 30 km.

Im nachhinein schaudert es mich: meine märkte wären Libyen, Sudan und Yemen gewesen wenn ich geblieben wäre, jeweils 2-3 monate p.a Das visum für den Yemen hatte ich schon, wurde aber nix wg meines abgangs… Damals waren das 3 paradiese, heute alle 3 die hölle.

Vor allem wenn man gerade heute in der tagesschau die ausgemergelten kinder im Yemen sieht, erinnert an KZ- befreiung 1945, nur leider wird diesmal niemand befreit und nur wenige von denen oben kümmert es so richtig, ein land zwischen hammer & amboss. Am krieg kann man mehr verdienen, finanziell und politisch, als am frieden. Hoffen wir das die energiewende die scheichs wieder dahin bringt wo sie hingehören: in die wüste. Dazu die traumhafte altstadt von Sanaa: klump und asche. Das nur am rande. Nun zum thema:

Prolog: Anfang 79 2- zeilen chiffre- kleinanzeige im Hbger Abendblatt für ca 100 DM: „suche neuen job, bevorzugt SEA“ und es kamen 12 angebote, incl meiner alten firma. Hab dann unter den 5 oder 6 interessanten recht gute wahl getroffen, gute firma. Im april dort angemustert. Toller seniorchef anfang 80. dumm war nur: die mir zugesagte - und ausschlaggebende - stelle in Jakarta ging an kollegen der gleichzeitig dank Khomeini aus dem Iran fliehen mußte und ich blieb in Hbg hängen. Dank neuer & toller freundin war das aber auch ok. Nach ein paar monaten dann beim senior geklopft: hey boss, ich will hier raus, brauche 3 monate urlaub. Hatte gehoft er lehnt ab, nach so kurzer teit kann man noch gehen und den traum: 6 monate rucksack verwirklichen aber er hat jein gesagt, haben uns dann auf 10 wochen geeinigt. Urlaub, x-mas feiertage, abends in der poststelle überstunden gesammelt, dazu 2 wochen unbezahlt und das hat dann gereicht

Los geht’s: im nov. 79 abends 22h zum Hbf Hbg, meine freundin brachte mich nicht zum zug: angst vor den merkwürdigen typen dort. In Ostberlin am CI sprach mich ein mädel an ob ich nach Bombay ginge: ja. Sie mir dann glücklich ein päckchen in die hand gedrückt: warme wollstrümpfe für Bagwan, der friere immer so. Heute müßte man dämlich sein sich drauf einzulassen, damals war vieles noch unschuldiger.

Der flug im vorjahr mit TG war luxus, dieses mal sozialer abstieg in den real deprimierenden sozialismus: mit LOT von Ostberlin - WAW - Bombay oneway, 600 DM und schrottig. Der zubringer war irgend ne vibrierende kiste, langstrecke dann wohl ne Antonow. Die crew mußte offenbar ihre linientreue durch 40 jahre in der KP Polen beweisen, bärbeissige matronen aber ja nicht so langer flug.also ok.

In Bombay die socken nem roten Bagwan- jünger in die hand gedrückt und zum „hotel“ beim Gateway of India. Zimmer war leider nur ein kabuff aus sperrholz ohne fenster aber dafür billig und geniale lage. Morgens jeden tag 1-4 tote bettler auf den gehsteigen, zugedeckt mit weissem tuch und ein paar Rupees drauf, später wurden die eingesammelt. Welcome in der 3ten welt. Indien war damals echter kulturschock, speziell Bombay. Habe die stadt 2 oder 3 tage erlatscht und dann weiter nach Goa.

War da aber nicht beeindruckt, schmutziger strand aber immerhin den trick gelernt: in government guesthouses „Tourist Bungalow“ zu wohnen wo immer möglich. Meist sehr gute lage, Zimmer waren immer gut und spottbillig, das bischen gewinn haben die mit dem - auch guten - restaurant gemacht.

Nach ein paar tagen in Goa dann auf den weg zu meinem eigentlichen ziel gemacht: Radjastan, dort war Indien dann wirklich so traumhaft wie erhofft, alles vorher im grunde zeitverschwendung, hinterher ist man halt schlauer. Der zwischenstop in Amahdebad war nochmal verlorene zeit, altstadt gilt als toll, habe ich aber wohl nicht gefunden, erinnere nur die super feinen steinreliefs der rani sipri moschee & endloses industriegebiet und war froh weiterzureisen. Als die steinmetze mit der moschee bzw den reliefs fertig waren bot der herscher ihnen lt überlieferung deal an: jedes weitere gramm marmor das sie rauskratzten sollte in silber aufgewogen werden, feiner geht wohl kaum ( dies ist quatsch, meint anderen empel, siehe pps, sorry)


Morgens im hotel sprach mich dort ein Inder an ob ich ihm mit seiner LED- uhr - damals ganz was tolles - helfen könne, zeit einstellen. Hab das nicht gepackt, er hats dann doch in kaum 1 minute eingestellt und dann kam die frage ob ich ihm edelsteine abkfn wolle. Tolle anmache…

Hab woanders dann in verwinkeltem altbau tatsächlich ein paar steine gekft, ohne jede ahnung, aber mit glück: haben in Hbg bei händler das 3fache gebracht. In der regel fällt man damit aber rein. Auf Phuket zB ein fliegender strandverkäufer mit einem „garantiert real“ safir, groß und klar. Er hat ne tolle show gemacht um zu beweisen das er echt ist ( war der natürlich nicht) : hammer, feuer etc. Am ende habe ich ihm den als lohn für seine darstellung abgekft, 100 baht war’s mir wert. Ein kollege hingegen hat ein vermögen für 2 oder 3 steine bezahlt, die am ende das gleiche wert waren wie meiner: nix…

Von A. ging es weiter nach Udaipur, Jodphur, beides tolle städte, viel gelaufen, viel gesehen. Dann mit dem zug nach Jaisalmer. Habe extra den aufpreis für bedding bezahlt da fahrt die ganze nacht dauerte, hatte ich aber nix davon: vor abfahrt in Jodhpur im Bhf ein muttoncurry gegessen, schmeckte komisch. Der zug war kaum am rollen da war mein bedding schon sinnlos: fast die ganze nacht auf’m pott verbracht, fiese krämpfe, wer 3te welt kennt weiß was ich meine: fleischvergiftung. ( nur vegetarisch ist auch keine lösung denn auch da können fiese keime drin sein, wie ich 30 jahre später in Ktm merkte)

Am Bhf Jaisalmer jeep-taxi gefunden und zum hotel, dort tot ins bett gefallen,. Brutaler schüttelfrost. 2 tage nicht hochgekommen, aber zum nächsten arzt war ne tagesreise also durchhalten und hoffen. Am 3ten morgen dann spurlos vorbei, wie neugeboren. Große freude beim wirt, die waren echt nervös geworden. Hatte dann leider nur noch 2 tage um diese tolle stadt zu erkunden, berühmt für die ruhe, die farbigen häuser und das fort das über der altstadt thront - wie eigentlich überall in Rajastan


Weiter mit dem bus nach Bikaner, dort im dunkeln angekommen, stromausfall. Am ZOB rikschafahrer nach billígem hotel gefragt, stattdessen dann in palast gelandet, teurer als gewollt, aber wunderbar. Muß auch mal sein. Morgens frühstück im innenhof mit ein paar anderen gästen und der familie, palasttour natürlich inbegriffen, genau so edel wie man sich das als laie so bei maharadschas vor’m sofa vorstellt, auch wenn die die kasse mit B&B auffüllen mußten.

Der abschluß von 3 traumhaften wochen war Jaipur, natürlich incl palast der winde Hawa Mahal, von vorne kennt ihn jeder, hier mal die rückseite:

etc. Jede menge highlights in der stadt. Indien war damals bei weitem nicht so überwölkert - 682 mio statt nun 1,4 mrd - und luftverschmutzt wie heute, man konnte überall ohne jeden streß stundenlang laufen, heute meist nervig und luft bekommt man auch keine mehr

Rajastan war mit die schönste zeit im leben die ich erinnere. Unendlich viele highlights und millionen kleine gründe zum staunen Jede obige stadt war vor langem hauptstadt von einem kleinen königreich, prunk & protz satt. Als grenzregion zu Pakistan ist Rajastan früher im transit nach Europa und Arabien & im handel ( aka schmuggel) reich geworden.

Backpacker waren fast nur mit dem regulären linienbus unterwegs, fliegen war damals kaum möglich und für mich eh unbezahlbar. Jede fahrt dauerte 1 kpl tag, 10-14 std. Man hatte die wahl: essen & trinken & stehen, oder sitzen & fasten. Nach toilettenstop wieder sitzplatz zu bekommen war illusorisch - oder man machte es wie ein kleines mädel vor mir: hat mal eben meine jesauslatschen/ füße geduscht.

Jede busfahrt war randvoll mit eindrücken, neugierige sitznachbarn, die aber selten englisch sprachen, als einzige langnase im bus war aufmerksamkeit garantiert, wüstenlandschaft, dörfer etc vor allem aber 2 highlights: jede menge pfauen und frauen zu fuß, beide gleich farbenfroh. die bunten saris flatterten im wind, himmlisch. Vermute mal heute ist der spaß kleiner da zu viele einwohner in Indien leben und in Raj. seit einigen jahren eine böse dürre die wüste potenziert.

Delhi habe ich ausgelassen, zu groß, zu wenig zeit. lieber gleich zu meinem sehnsuchtsort aus kindertagen: Agra. Das Taj war keine enttäuschung: weiss & majestätisch und keine spur von menschenmengen.


Weiter nach Benares, heute Varanasi. Kleines hotel mitten in der engen altstadt. Eines morgens stand zimmermädchen in der tür, hob ihren rock und zischte was wie " fiffy indi money", freundliche 1,1 DM aber nein danke.

In Benares waren damals schon extrem viele menschen, jeder Inder mußte 1x dort gewesen sein. Heiligabend 79 beim frühstück kassensturz: noch um die 100 Rupees = ca 2 DM, also zum wechsler aber die gauner hatten wg X-mas schon alle ihre raten verschlechtert, nicht mit mir…

Konnte mir immerhin äpfel, cracker und wasser kfn und bin dann fast pleite zum Ganges marschiert. Dort zu den berühmten Ghats = treppen am fluß und hingesetzt, anfangs wird man viel beachtet, aber nach 1 std ist man langweilig und damit quasi unsichtbar. Sehenswert : Ganga Aarti [Full HD Song] with Lyrics By Anuradha Paudwal - YouTube
„Ganga Aarti“, kriege davon immer noch gänsehaut…

Es war ein irrer tag, pralles leben wie aus dem TV aber in echt. Leichenverbrennungen, vorbeischwimmende körperteile von armen die nicht genug feuerholz hatten, endlose hindumengen die einmal im leben in Benares im fluß untertauchen müßen, meditierende joghies, snackverkäufer etc usw. Ein mädel batschte kuhfladen zum trocknen an die wand: linke hand, rechte hand, links rechts patsch usw. Irgendwann kam sie dann strahlend zu mir um mir die hand zu reichen. Hat sich scheckig gelacht als ich nicht einschlagen wollte. Traumhafter tag, für nass.


Abends rikschafahrer für den rückweg gesucht, hätte ich alleine nie gefunden. Er bot mir deal an: gratis zum hotel wenn ich in 3 geschäfte ginge und mich nur umsehe, ok. Nach dem 3ten hat der gauner mich dann an einen uralten dürren oppa verschachert der den langen weg strampeln mußte. Am hotel ihm einen kugelschreiber geschenkt, ich hatte immer 100’er pack aus der Metro im rucksack. Er hat sich irre gefreut, ist rumgetanzt und hat jedem das - für uns - billige ding gezeigt, herzerwärmend & unvergesslich. Für solch szenen reist man schließlich.

Letzte station war dann Patna, dort ticket nach KTM gekft, die strassen waren zu übel um mit dem bus über land hinzufahren und die zeit tickte auch. Von Patna blieb nix in erinnerung, nur der abschied wurde dann dramatisch: am letzten tag noch mal durch Patna gelaufen, per rikscha zurück zu hotel xy zum auschecken. Indien war damals genial: man mietete hotelzimmer für 24 std. Check- in zeit = check out zeit. Nur dumm wenn man mitten in der nacht ankam…

Er strampelte los und hielt vor 5 sterne hotel. Ich: nee, das ist es nicht aber XY prangte groß am eingang. An meinem verstand gezweifelt. Der nächste wollte mich dann wieder dahin bringen, erst der 3te war schlau und siehe da: meine kleine absteige hatte den selben namen, trittbrettfahrer. Seitdem nehme ich immer ne vistienkarte vom hotel mit. Auf den allerletzten drücker am airport angekommen. Kleiner militärischer flughafen der für zivile flieger offen war.

Indien war toll, enorm viele eindrücke, und dazu 10 kg abgenommen obwohl ich eh dünn war. Busfahren war besser als jede diät. Dieses jahr dank Wuhan dafür 6 kg rauf…

Überall in hotels und bus/bahnhöfen tolle mitreisende getroffen. Damals waren die menschen merkwürdig: man sprach miteinander statt als Smombie rumzulaufen. Leider war das land so groß das anderntags jeder in eine andere richtung weiterzog.

Irre war die post: in jedem postamt das gleiche: mein brief landete mit schwung auf großem haufen in der ecke „die kommen nie an“ aber denkste: ausnahmslos jeder war in 4-6 tagen in Hbg,.

Mein letzter gedanke im flieger: gott sei dank, raus aus Indien. Nach wenigen tagen dann aber: „wann kann ich wieder hin“… Deren essen und musik sind heute noch ganz oben bei mir. Vegetarisch führt eh kein weg an Indien vorbei.

Der flug war irre, recht tief, klarer himmel, berge satt. Ktm war damals unvergleichlich: lebendiges mittelalter, wie eine zeitreise. Kam damals dem sehr nahe was man als Shangrila sucht aber nie finden wird.


Nepal war als hippieparadies verschrien, billig und dazu haschisch, heroin und opium in mengen für kleingeld. Die drogen waren aber im vorjahr verboten worden, die schlimmsten junkies waren weitergezogen, touries gab es noch fast keine und damit auch nicht die endlosen läden für schnickschnack. Geblieben waren aber viele wnzige restaurants, neben den üblichen momos und yak- steaks vor allem berühmt für cinnamon rolls. Ulkiges bild: bärtige langhaarige hippies am teebecher, rolls mümmelnd. Beide heute leider verschwunden.

Habe in kleinem hotel in Thimi nahe der altstadt gewohnt und wie üblich jeden tag meine 10-20 km durch Ktm gelaufen. Kein gedränge, nur 206.000 einwohner statt heutiger 1,4 mio. Das tolle war das es fast keinen verkehr gab und damit auch keinen smog.


Freier blick zu den bergen ringsum, atemberaubend. Ktm liegt im gleichnamigen tal, damals noch mittenmang winzig kleiner äcker, extremst fruchtbarer boden. Gemüse wie ich es nie gesehen hatte, rettiche dick wie (Nepali-)beine etc. Heute stehen da überall schäbige ziegel & betonhäuser und autos im dauerstau…

Verkehr war vor allem per pedes. Fragte man wie weit ist es zur stadt xy kam die antwort: 4 tage. Strassen gab es ausserhalb des tales kaum, nur pisten. Selbst vor 7 oder 8 jahren war die fahrt nach Pokhara noch wie ne achterbahn auf dem rummel. Etwas später war die strasse offenbar gerade fertig als das erdbeben 2015 grosse teile davon wieder rausriß

Das Ktm- tal war ab anno 1500 heimat für 3 königreiche: Ktm & Patan = Lalitpur& Bhaktapur waren die hauptstädte. Mit dem fahrrad waren die anderen beiden leicht zu erreichen, das tal ist klein. Alle 3 hatten das gleiche zu bieten: perfekte altstadt, wunderschöne tempel, seit 400 jahren nonstop in betrieb, super nette menschen - und blick auf die berge.

Man konnte von früh bis spät nur eines tun: staunen. Einige jahre später wurde dann vor allem Bhaktapur schwer von einem erdbeben getroffen. Ktm und Patan hatten das gleiche schicksal 2015. Tragisch, aber die Nepali sagen wech is wech, machen wir was neues draus. An ewigen kreislauf zu glauben hat auch sein gutes. Die jahrhundertealten und meist reich beschnitzten balken der eingestürzten tempel endeten oft als feuerholz, genau wie viel uralte und wohl weltweit einmalige fenster. 2 neje, kleinere habe ich heute als schöne spiegel an der wand…


Aus der hoch- zeit geblieben waren begnadete kunsthandwerker und thangkamaler. Ein schöner bronzebuddha hat meinen rucksack überlebt und steht heute noch bei mir.

Viele jahre später hat mich dann in Patan - zentrum der statuengiesser - ein händler dem ich sympathisch war in seine schatzkammer eingeladen: altbau, enge verwinkelte gänge treppauf und -ab, tür mit 5 schlößern und dahinter das paradies: 25 -30 statuen, eine schöner als die andere. Waren zu verkfn aber er hatte schutzpreise angesetzt bei denen jeder abwinkte, ich glaube er hätte getrauert wenn jemand doch etwas aus dem raum gekft hätte.

Sylvester 79 war dann standesgemäßer als im vorjahr der zug in CPH: im spielkasino von Ktm. Als ausländer bekam man chips für 5 $ geschenkt. Ein paar nette stunden für nix, bis das verspielt war. Man konnte sich in ruhe umsehen und vor allem etwas aufwärmen, ganz Ktm war arg kalt. Die Nepali husteten und rotzten übel, die häuser waren zwar traumhaft schön, aber innen eng und feucht und eiskalt. Die „badezimmer“ waren öffentliche badebrunnen wo sich morgens jeder wusch & übergoß, und das bei eiseskälte knapp über 0°

Nett war könig Birendra: an seinem geburtstag tuckerte er mit einem der wenigen autos winkend an seinem volk (und mir…) vorbei. Wenn man das mit Thailand vergleicht, wo alles weit gesperrt wird damit der könig und jeder seiner verwandten mit über 100 kmh hinter schwarzen scheiben mitten durch Bkk rauschen kann…

Leider mußte ich dann viel zu früh weiter: nach Rangoon. Ich konnte jedenfalls verstehen warum so viele hippies in Ktm hängenblieben und hab bedauert das die 6 monate nicht geklappt hatten. Aber in der firma zu bleiben hat sich am ende doch gelohnt: 20 jahre Sgn, als m.W. 1ter wessi im lande, andere story…

Dieses mal die 7 tage nur in der stadt Rangoon verbracht und Ktm nachgetrauert, dazu mußte ich die millionen eindrücke der vorigen wochen verdauen, war schon ein eindrücke- overkill incl vieler symathischen co- backpacker, tolle leute getroffen. Das wiederum ist heute besser: man kann in kontakt bleiben.

Und dann wartete da noch ein brief meiner freundin im BKK GPO postlagernd auf mich, wurde aber leider nicht gefunden da unter falschem buchstaben abgelegt, lange vorfreude für nix. 3 monate später war er wieder zurück in Hbg…

Weiter ging es nach Th. Dort das übliche: zuerst mit dem bus nach Phuket, dort durch zufall in Patong beach gelandet: besser als Rawai im vorjahr, das beste in Rawai waren die schlammspringer, urige viecher, ansonsten arg mau. Beeindruckend war nur das kleine hotelrestaurant: morgens lag dicke schicht chillies zum putzen auf nem tisch, schätze 1x1 m, 5 cm hoch, abends waren die alle verputzt, Phuket ist berühmt für scharfes essen

Patong dagegen endloser traumstrand ( 3,5 km puderzucker), nahezu menschenleer. Ein paar fischer, enige farang, das wars. Wenige kleine & billige guesthouses, am strand einige hütten: je 1 omma mit einem gaskocher und langer speisekarte, neben backpackerklassikern vor allem meeresgetier. alles was die hinzauberten war sehr lecker und spottbillig.


Im 2-reiher bus noch mal die insel erkundet. Irgendwann eine junge Thai neben mir die ganz verträumt anfing mir an den beinen an den haaren rumzuzupsen, fand sie faszinierend…

Danach wieder richtung norden, Chiang Mai usw, natürlich mit dem bus, allerdings wieder nicht linie, sondern reisebus, linienbusse waren zu langsam. Auf dem rückweg stop in Ayutthaya, vergangene pracht bewundern. danach Bang Pa In, Auch dort schräge story: es war bei todesstrafe verboten mitglieder des königshauses zu berühren. Es mußte dort erst 1880 eine schwangere prinzessin mit ihrem 1 jährigen kind vor aller augen ins wasser fallen und ertrinken weil niemand die beiden rausziehen durfte bis das abgeschafft wurde. Die reste davon schikanieren die Thai aber bis heute: extrem harte strafen, oft jahrzehntelang, für alles was als majestätsbeleidung ausgelegt werden kann

Zum schluß dann für einige letzte tage nach Bkk, wieder ins hotel Malaysia und abends auf ein paar bierchen ins Grace. In Bkk onewayticket mit LOT nach Ostberlin besorgt, HAM oder auch FRA wäre unbezahlbar. In WAW dann endlos warten, kalt und zugig. Lounge:was ist das? Interflug hatte meinen anschluß gestrichen, die flogen einfach nicht wenn nicht genug buchungen vorlagen, also 10 std auf den nächsten warten…

Am ende dann müde aber glücklich und fast pleite zu hause aufgeschlagen, dies mal ohne schneewehen. Das geld war immer ein problem: man mußte alles kpl mitschleppen, bar und reiseschecks, da es keine kreditkarten gab und auch kein moneygram etc, eine lösung für äußerste notfälle war geld an die botschaft zu überweisen.

Tip unter backpackern: wenn Du mal echte probleme hast gehe zur DDR- botschaft, im gegensatz zu unserer haben die angeblich immer geholfen - wenn machbar…

Falls wirklich jemand bis hier durchgehalten hat: hut ab…

Happy landings

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ps: irgendwo in Rajastan habe ich mir einen kino- besuch gegönnt. kino? als man reinkam großer empfang, marmor, riesige kristalllüster. auch der vorführsaal war gigantisch und fast voll. der film wie üblich weit über 2 (3?) std lang, zur mitte eine pause zum beine vertreten und gesehen werden

alles war mindest so prächtig wie hiesige opernhäuser.- nur volkstümlicher

schöner Bericht, was wunder, dass mir das gefällt - ich verzichte mal auf meine erinnerungen, nur eins kann ich mir angesichts des India Kino Teils nicht verkneifen: bin mal vor ca 25 Jahren xtrem früh mit Frau in Goa am Strand langgelaufen, alles leer, plötzlich in`Colva eine Riesen Filmcrew bei der Arbeit, wir wollten nicht stören und haben bogen gemacht, kam ein typ angelaufen, ob wir nich…zack, na klar, wir sollten das Hauptdarstellerpaar im Vorbeigehen mit „Namaste“ begrüssen, ham wir nach drei (!) Versuchen zur Zufriedenheit des Regisseurs gemacht, hab leider vergessen zufragen, wie der Film heissen sollte, wahrscheinlich sind wir eh rausgeschnitten worden - hatte aber jahrelange ne gute Antwort auf die Frage:„Warst Du schon mal in Indien?“ …„klar, hab sogar mal in einem Bollywood Film mitgespielt“

sure win :innocent: :smiley:

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pps: sehe gerade an den alten fotos das die erinnerung mir nen streich spielte, paßte irgendwie nicht weil der obige fries nicht marmor sondern wohl sandstein ist: der mit silber aufgewogene marmorstaub war am eingang zu Rajastan, mein 1ter stop hinter Ahmadabad: der Mt Abu Jain tempel, er gilt als eines der weltbesten marmorkunstwerke, man kann dort stundenlang staunen!


aus jedem blickwinkel…

und weil’s so schön ist nochmals

ps aus aktuellem anlaß: als ich letztes mal in Ktm ankam - 5 oder 6 jahre her - standen bei den gepäckbändern 2 oder 3 lange, schmale kisten. ahnte was das ist also die zöllner gefragt und richtig: tote Nepali ex Katar. fast jeden tag kommt so traurige fracht von dort, hoffe der Fifa bleiben die blutspiele im hals stecken

Keine Sorge, „die Mannschaft“ hat schon 1 starkes Signal ausgesandt

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