Auf den Spuren Artus' durch die Bretagne

Meine Reise bezog sich auf das Buch »King« Artus und das Geheimnis von Avalon von Pierre Dietz, ISBN 978-3-86841-235-2

Die Entdeckung Avalons

Vor meiner Fahrt in die Bretagne lese ich zufällig den Roman »King« Artus und das Geheimnis von Avalon. Pierre Dietz behauptet dort, dass er die Spuren des sagenhaften Königs der Kelten in der Bretagne hat ausmachen können. Das macht mich neugierig, zumal der Autor keltische Worte neu übersetzt hat. Aus Gwendolin wurde Gui de Louin und aus Ysbaddaden Osbad de Taden. Beide stammen aus Orten, die es tatsächlich heute noch gibt. Und so setzt sich die Reihe der Ortschaften und Namen weiter fort und verdichten die Geschichte um den Heiligen Gral glaubhaft nach Westfrankreich.
Ich beginne meine Rundreise in Vannes. Das gebuchte Hotel am Rande der Stadt entpuppt sich als unsichere Absteige und ich storniere das Zimmer. In der Nähe des Aquariums werde ich trotz der Saison fündig. Nach dem Buch stehe ich hier also am Rande des letzten Paradieses. Ich fahre also wie beschrieben nach Lamor-Baden und finde alles genau so vor, wie es der Autor geschildert hat. Mein Blick gleitet über die Bucht und ich sehe Avalon! Mir gegenüber liegt die Insel Gavrinis von der Pierre Dietz behauptet, dass dort Adam und Eva von den Göttern aus dem Erbgut einer Vorgängermenschheit geschaffen worden sind. Leider fehlt mir die Zeit, überzusetzen und mir den Cairn dort anzuschauen.


Blick auf die Inseln von Avalon

Daher fahre ich weiter nach Locmariaquer, um mir dort die Megalitbauten anzuschauen. Ich stelle mir vor, dass der zerbrochene Obelisk einst ein Leuchtfeuer des nahegelegenen Flughafens gewesen ist. Doch die Sonne geht langsam hinter den Gesteinsbrocken unter und ich kehre ins Hotel zurück.

Die Landebahn

Was für Erich von Däniken die Linien in der Wüste von Nasca gewesen sind, ist für Pierre Dietz Carnac. Ihm zufolge dienten die Menhire dem Niveauausgleich für Landebahnen der Götter. Ich lese an anderer Stelle, dass Hühnengräber und Menhire oft erst von dem Erdreich drumherum befreit werden mussten, so scheint die Idee einer Stabilisierung des Erdreichs plausibel.


Der Cairn de Petit Mont mit deutschem Bunker

Klingt verrückt, aber nun möchte ich auch noch den Cairn de Petit Mont sehen. Hierfür muss ich die komplette Bucht von Morbihan umrunden. Wegen der Staus stehe ich zwei Stunden später vor verschlossenen Toren und kann das Bauwerk nur entlang des Zaunes umrunden. Welch ein befremdlicher Gedanke, dass die Deutschen im letzten Krieg einen Bunker in das über 6.000 Jahre alte Bauwerk getrieben haben!

Camelot

Am nächsten Tag fahre ich weiter nach Camaret-sur-Mer. Im Gedanken sehe ich bei den Alignements von Lagadyar, wie Dagonet in der Kleidung von Mordred, dem Sohn von Artus, Obain von Gorron (Yvain) hinterher jagt.
Auf der Westspitze befindet sich tatsächlich eine alte Burg, die laut französischer Wikipedia in prähistorischer Zeit bereits eine Festung gewesen ist. Leider ist das heute militärisches Sperrgebiet. Und der Ort heißt bretonisch Kamelet. Camelot klingt ziemlich ähnlich. Somit könnte Pierre Dietz recht haben, dass Artus einst auf diesem Felsen regiert hat.


Der Hügel von Kerloc’h

In den folgenden Tagen schaue ich mir Kerloc’h, Goulien und Landévennec an. Und immer mehr habe ich das Gefühl, mit dem Roman eins zu werden.

Der Geburtsort

Die Zeit drängt, meine Woche Urlaub neigt sich dem Ende entgegen. Aber nun will ich auch den Geburtsort des Sagenkönigs sehen, die Stelle, an der der Junge das Schwert aus der Treppe gezogen hat. Natürlich ist der Hügel von Saint-Pol-de-Léon heute zugebaut. Von dem einstigen gallisch-römischen Festung nichts mehr zu sehen. Ich fahre zur Îlot Sainte-Anne und dort auf einen Parkplatz. Von hier genieße ich den Blick auf den denkwürdigen Ort und sehe Merlin, wie er am Strand ein Freudenfeuer entzündet, während sich die Dorfbewohner, wie bei Asterix, um Kleinigkeiten streiten.


Karleon, der Geburtsort von Artus

Leider muss ich die Heimreise antreten. Doch ich werde wiederkehren und dann auch einen Abstecher ins Vandée machen, nach Saint-Jean-de-Monts, wo nach Pierre Dietz einst die Gralsburg stand.

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