Das 1te Mal: Thailand & Burma 1978

Moin zusammen, da ja fast niemand aktuelle berichte einstellen kann mangels fliegern = mangels neuer abenteuer hier eine reise in die erinnerung die ich mal für eine der besten Thai-bezug seiten: stickman erstellt hatte. war auf englisch. Ist recht lang, aber evtl. hat ja jemand Langeweile weil er/sie eh nicht rauskommt.

lasse das der einfachheit halber bei google translate durchlaufen also nachsicht wenn das holpert…

april, april Google macht wie erwartet ne menge mist obwohl das erstaunlich gut wurde, werde also doch grob verbessern müßen (wüßte ich ob mehr als 1 oder 2 dies lesen gäbe ich mir mehr mühe…) … also los geht’s…

Vor über 55 Jahren infizierte mich als unschuldiges Kind von ungefähr 10 Jahren ein Foto in einem Kalender mit dem unheilbaren Virus des „Gelbfiebers“: ein Foto des Taj Mahal. Es klickte: Dorthin muss ich. Ich wusste nicht, wie wahr das wurde

Mitte 1978 hatte ich nach 2 Jahren bei der schweren Feldartillerie meinen ersten Job als Lehrling (= geringes Einkommen) in einer tollen Firma in meinem Traumberuf : Aussenhandelskfm und beschloss, die Dinge anzugreifen. Dank des kleinen Budgets und der hervorragenden Infrastruktur war Thailand der richtige Ort für den anfang.

Die Vorbereitung war ganz anders als heute, nicht so langweilig. Internet: Was ist das? Lonely Planet, SEA on a shoestring? Unbekannt für die meisten incl. mir.

Die Quelle des Tages waren hektografierte Broschüren von Rucksackreisenden, die die Reise unternahmen und einige Kosten zurückerhalten wollten. Es gab schon die hervorragenden APA-Guides, eher ein - wunderbares - Bilderbuch als ein echter Reiseführer, aber machte Appetit. Die Deutschen hatten den berühmten Stefan Loose, wieder hektographiert, aber schon dickes Taschenbuch, mit Bussen, Hotels usw. Dieses Buch hat sehr geholfen, steht heute noch im Regal

Ein Reisebüro in Hamburg bot günstige Tickets an: Bangladesh Biman, Amsterdam nach Bkk für rund 900 DM. ( heute lacht man über solchen preis, nach Kaufkraft wären das nun 1.090 € für billigst-eco…) Ein paar Wochen später bekam ich einen Anruf: schlechte Nachrichten: Biman hat einen ihrer 3 flieger gecrasht, daher wollte der Agent mir nicht zumuten das Risiko einer Fluggesellschaft mit nur zwei Flugzeugen einzugehen. Bereits vorher hat man den Anschlussflug in Dhaka fast nie erwischt, so dass man 1-3 Tage auf Biman-Kosten dortbleiben musste, nicht schlecht, da Dhaka weit entfernt von dem überfüllten Ort von heute war. Nur gutes gehört. ( ganz anders Aeroschrott: oft 2-3 Tage Transit in Moskau, eingesperrt in schäbiges Hotel, Zimmer durfte man nicht verlassen, und das für ein paar gesparte Mark…)

Der Agent half mir, ein Studententicket für TG ex Kopenhagen zu bekommen, zu einem ähnlichen Preis. Ich war kein Student, aber egal, innerhalb von 2 Tagen arrangierte er einen perfekten und echten Studentenausweis, nicht ohne Grund befand sich ihr Büro im Uni-viertel.

Endlich kam der große Tag, um meinen Kurz- Rucksack zu packen, meilenweit von den modernen Rucksäcken entfernt, liegt noch im keller. Es war eigentlich kaum mehr als ein lumpiger Sack auf einem Drahtgestell mit Riemen. Egal, ich war jung und aufgeregt und das Ding hat mich einige Jahre treu begleitet, mit dem Niedersachsen- Roß als Zierde

Auf der Fähre nach Kopenhagen - mit dem Zug - habe ich natürlich Cigs und Wodka gekauft, um etwas Geld auf CPH bahnhof zu verdienen, aber Pech, sehr früh am Morgen nur einige müde und weniger schöne leichte Damen als potenzielle Käufer. Ich habe gerade 1 oder 2 € Gewinn gemacht, war aber trotzdem glücklich das es weg war und jemand freude dran hatte…

Der Flug muss in Ordnung gewesen sein. Bei der Ankunft in Bkk öffneten sich die Türen, um die Sauna hereinzulassen. Alles muss einfach gewesen sein, ich erinnere mich an nichts.

Die nächste Erinnerung ist das Einchecken in DAS hotel DER Wahl: das berühmte Hotel Malaysia, der Traum jedes Rucksacktouristen in den Tagen vor Khao Sarn. Im Empfangsbereich montierten 6 oder 7 Mädchen Kugelschreiber. Das Zimmer war in Ordnung, außer einem Snackverkäufer draußen unter dem Fenster, der die ganze Nacht zwei Bambusstangen zusammenklickte. Unglaublich, wie nervig das ist, alle paar sekunden klick klack klick, kurz vor der Folter.

Nach der langen Reise bat mein Bauch um eine Nachfüllung, also runter zum hoteleigenen Café, überprüfen der Speisekarte und bestellen. Fried noodles. Das Schlimmste, das ich je hatte. „Mein Gott, in diesem Land werde ich verhungern.“ Erst in den nächsten Tagen fand ich in diesem Viertel die unzähligen kleinen Restaurants, die die üblichen Backpacker-Gerichte anboten, und die berühmten Säfte, Obstsalat mit Joghurt etc. Alles sehr billig und lecker. wie Ihr bereits bemerkt habt: ich habe überlebt

Nach dem Abendessen ging es zum Grace Hotel, DEM Ort für Kontakte zwischen den Völkern. Wahrscheinlich kennt kaum noch jemand diesen Ort persönlich, der legendäre Coffeeshop - R.I.P. - war ein mittelgroßer Raum in L-Form, 3 Jukeboxen in 3 Ecken spielten meistens das gleiche Lied, anständige Lautstärke, voll mit jungen Farang-Männern und thailändischen Damen: eine Mischung aus neugierigen Sekretärinnen, Freiberuflern und übrig gebliebenen Bargirls, die ihr Glück versuchten nach Ausgangssperre um Mitternacht. Alle Mädchen suchten mindestens eine ganze Nacht, besser noch einige Wochen. Mehrmals wurde mir angeboten, Du kannst bei mir wohnen, Geld sparen. Geld war sonst oft kein Thema „20 Baht für ein Taxi“ (ich war nett und sehr schlank und jung, das half).

Grace war der Himmel auf Erden für junge Farang, da die meisten Damen nicht nur hübsch, sondern auch nett waren. Es war unmöglich zu sagen, ob dies ein Geschäft oder eine Freundin war.

Mein Gott, gut 40 Jahre her und dieser Ort ist immer noch in Erinnerung wie gestern. Seitdem liebe ich Billy Joels „You May be Right“, und ich hasse „I Love You More Than I Can Sayayayay“ des Jahres danach. Ich bin vor einigen Jahren wegen Nostalgie zum gucken zurückgegangen, was für ein Absturz: wie erwartet fette alte Araber und fette alte Thai, evtl die selben wie damals. Wenn jemand das alte Grace zu 100% wiederbeleben kann, ist er innerhalb von 3 Monaten Millionär in jeder Währung…

Nach der 1ten nacht reichte mir Bkk also ging ich zum berühmten schwarzen Brett und schrieb eine Notiz: „Wer will mit nach Burma?“ Erfolg am selben Tag: Ein nettes Paar aus München, er 6 Jahre lang um die Welt gereist und im Sommer bei seinem Vater als Bäcker Geld verdienen, für 8 - 9 Monate aus’m Rucksack sein Budget: 300 € / Monat für alles.

Da das Visum maximal 7 Tage betrug, machten wir das übliche Rennen von Rangun via Mandalay nach Pagan. Dank eines so kurzen Visums war nie wirklich Zeit, sich auszuruhen. Je 1 Packung mit 555 Cigs und eine Flasche Johnny aus Bangkok wurden zollfrei mitgebracht und mit gutem Gewinn verkauft, was uns etwa drei Tage lang fütterte.

Am ersten Abend natürlich ein Bierchen in einem der einst besten Hotels der Welt: dem Strand. 1978 war es ein heruntergekommener, aber teurer Ort. Es sah so aus, als ob es in einem Geisterfilm sein sollte, und man konnte immer noch die Pracht vergangener Tage in der Luft spüren. Dazu einige Mitarbeiter aus alten Zeiten, um das Gefühl perfekt zu machen. Dejavu: ende der 80’er in Sgn im Rex das gleiche in grün…

Natürlich hatte der Zug Rangun nach Mandalay 3 Dampflokomotiven, um im Falle eines Ausfalls sicher zu sein. In jedem Wagen bewachte uns ein alter bis sehr alter Mann, bewaffnet mit einem deutschen Sturmgewehr G3. Willkommen zuhause. Aber Pech, während der langen und langsamen Fahrt starben alle 3 Loks , so dass wir 2 Stunden auf einen Ersatz warten mussten, um uns nach Mandalay zu ziehen. Dank der Bänke aus Holzleisten sah mein unterer Rücken bei der Ankunft wie Wellblech aus, trotz untergelegtem schlafsack. Aber wieder: hey, wir waren jung.

Zum Glück war der Flug nach Pagan günstig, so dass wir uns 3 Tickets leisten konnten. Am Flughafen angekommen, nur um zu erfahren, dass der Flug 2 Stunden früher als geplant abgeflogen war. Zurück zum Gästehaus gingen wir. Wir sind gerade angekommen, als auch eine Dame von Burma Air ankam. Wir haben am Flughafen mit ihr gesprochen, also kannte sie uns: Leute, es gibt einen außerplanmäßigen Flug nur für Mitarbeiter (& Hühner & ein Schweinchen…), Sie können mitkommen, wenn Sie sich beeilen. Also zurück zum Flughafen und los geht’s, ein sehr, sehr altes Flugzeug, aber wir waren sicher: „Keine Sorge, dieses Jahr haben wir nur 3 Flugzeuge verloren!“

Der Flug war spektakulär: sehr niedrig, so dass wir einen herrlichen Blick auf die Tausenden von Stupas in der Ebene um Pagan hatten. Dies war, bevor das große Erdbeben viele nivellierte. Es war ein Flug, der niemals vergessen werden würde. In Pagan haben wir einen Führer angeheuert, der uns herumführt.

Am nächsten Morgen kam er pünktlich und sehr stolz in einem Willy Jeep an! Es hat einige überredung gekostet dies in eine Pferdekutsche umzuwandeln, sicher hat er seiner Familie beim Abendessen erzählt, wie verrückt Ausländer sind. Ich hab vergessen, wie wir nach Rangun zurückgekehrt sind, wahrscheinlich mit dem Bus.

In Rangun, zurück zum beliebtesten Ort, dem YMCA. Du hattest meistens ein Twin- zimmer. Nach dem Abendessen kam ich zurück und fand eine junge, aber hässliche Amerikanerin im 2. Bett, die ihre Decke mit beiden Händen umklammerte und anscheinend kaum ein Auge schloss, aus Angst von mir vergewaltigt zu werden. Am nächsten Tag dann ein junger Mann der nie die Tür schloß, das war als man sein ganzes Geld mitschleppen mußte, Kreditkarte: was ist das?

In Rangun hatte ich eine weitere der besten Erinnerungen meines Lebens - auf einer Stufe in der Shwedagon-Pagode sitzen, Sonnenuntergang am Ende eines heißen Tages. Kein Ton außer den Glöckchen, keine Touristen, nur ein dtzd Damen, die wie ein liebenswürdiges und stilles Ballett wie in Zeitlupe synchron den Boden fegten, dazu wenige Burmesen die zur Andacht kamen. Es war die perfekte Zeit, um diesen heiligen Ort in seiner ganzen Pracht zu genießen. Wenn es ein Buch mit dem Titel „1000 Tempel sind zu sehen“ gibt, muss dies immer noch die Nummer 1 sein, trotz - wörtlich - tausender besucher am abend.

Die Woche war spannend. Birma war immer noch der Welt verschlossen. Die Restaurants waren schlecht bis ok, die Pensionen auch, aber meistens spottbillig. Eine Million Mal: Where you come from? Niemals unangenehm, nur neugierig. Es war leicht, in Werkstätten stolze Handwerker auszuspionieren: Lackmaler, Blattgold- Schläger (arme Kerle, rückenbrechender Job) und so weiter. Dank meines Budgets und des kleinen Rucksacks wurden nicht viele Souvenirs gekauft, erinnern aber noch heute an eine tolle Zeit, die Dias sind lange verblaßt

Nach dieser schwierigen Woche mit sehr geringem Budget schien Bangkok ein Paradies zu sein, und ich verliebte mich in diesen verrückten Ort, eine Beziehung, die bis heute andauert.

Natürlich wieder in’s Malaysia. Ulkig: man konnte halbe Zimmer mieten, beim CI vor mir ne alte Omma wie aus dem Märchenbuch die mit einem rauschebärtigen Hippie in ein Zimmer gesteckt wurde, drolliges Paar.

In Bangkok machte ich die übliche Routine: Ich unterhielt mich ewig mit einem Mönch am Goldenen Berg und genoss die spektakuläre Aussicht: keine Lufterschmutzung, nur ein paar „Hochhäuser“ von 5 oder 6 Stockwerken hier und da, daher konnte man alles sehen, freier Blick zum Horizont in jede Richtung.

Wat Phra Kaeo vor der Renovierung war ein vollkommener, friedlicher Ort und ich war einer von nur einer Handvoll Nicht-Thailändern. Heute würde ich auf keinen Fall dorthin gehen und durch die Menge drängeln … was für eine Schande zu sehen, was aus einem so heiligen Ort geworden ist.

Mit dem Bus nach Phuket. Dort blieb ich am Strand von Rawai. Ich wusste nicht, dass dies der schlechteste aller Strände ist. Ging öfter 4 km nach Naiharn, einem wunderschönen Strand, leer, bis auf einige Hippies, die schwarz wie Afrikaner geworden waren.

Das Rotlichtviertel war wie in allen Kleinstädten hauptsächlich für die Einheimischen. Es gab keine Möglichkeit, ein Mädchen auszulösen, nur kurze Zeit, aus Angst, sie könnten weglaufen. Einige Jahre später zerstörte ein Feuer mehrere Bordelle, einige Mädel starben, weil sie an die Wand gekettet waren. Das war Sklaverei in ihrer schlimmsten Form.

Wieder zurück mit dem Bus: direkt von Phuket nach Chiang Mai, um die 30 std nonstop bis auf den Buswechsel in Bangkok. In Phuket hatte ich mir eine schöne Durian gekauft, um diese Königin zu probieren, aber als ich meine Tasche in Chiang Mai öffnete, war der Geruch so schlimm, dass ich ihn den Damen im Gästehaus gab und sofort Freunde hatte. Konnte diese Tasche einige Wochen lang nicht benutzen …Fast 40 Jahre später wurde ich in Athen aus dem startbereiten LX flieger rausgerufen: eine einsame Tasche vor dem Flieger: ist das Deine Tasche? Was ist da drin? Tja, der „Duft“ ist speziell aber der Geschmack schlicht göttlich…

Im Norden mit dem Motorrad nach Lampang usw. und mit dem Bus zu mehreren anderen Orten. Auf dem Weg nach Mae Hong Son traf ich im Bus einige Damen der Bangkok Water Works, die Freunde besuchten. Innerhalb weniger Minuten wurde ich eingeladen, an deren Tour teilzunehmen. Ich war der einzige Farang in dieser Stadt und daher eine Art Attraktion. Später hatten wir eine schöne Party auch ohne gemeinsame Sprache, meine Gastgeber konnten nur 2 Wörter Deutsch: Beckenbauer und Hitler und ich kannte nur ein paar thailändische Floskeln (deshalb musste ich bei der ersten Reise in kleinen Orten jeden Tag Khao Phat bestellen…)

Dann mit dem Bus in eine kleine Stadt nahe der Grenze zu Burma, dortige Attraktion: Opium, pro Pfeife für 0,2 $, nicht mein Ding. Morgens mit dem Long-Tail-Boot in die - damals - kleine und verschlafene Stadt Chiang Rai. Meine Ankunft hat anscheinend die Anzahl der Farang in der Stadt verdoppelt…

Der Rückflug am 29.12.78 war ein unvergesslicher Flug. Ich habe von viel Schnee in Europa gehört, bin aber trotzdem nach Kopenhagen eingecheckt, anstatt auf der Zwischenlandung in Frankfurt auszusteigen, da ich bereits eine Zugfahrkarte ab Cph hatte. Was für ein Fehler…!

Ich stieg in Bangkok in das Flugzeug bei 35 ° C ein, und kam wenigen Stunden später bei etwa -30 ° C an. Der Kopenhagener Bahnhof war geschlossen, und dank des bis zu 2 Meter hohen Schnees gab es keine Möglichkeit, nach Hbg zu kommen. Ein Zug war für gestrandete Passagiere geöffnet worden, aber natürlich gab es keine Heizung. Ein nettes altes Ehepaar gab mir ein paar dänische Kroner, um meine Familie von einem Münztelefon aus anzurufen.

2 Stunden vor meiner Ankunft kämmte die deutsche Botschaft den Zug durch, um Deutsche in Privathäuser zu bringen, mein Pech, das ich das verpasst hatte. Ich verbrachte also Silvester in einem kalten Zug, gekleidet wie eine Zwiebel mit all meinen Sommerklamotten (Kommentar eines dtschen Mädels auf der Straße zuvor. „Schau, Mama, dieser arme Mann hat nichts zum Anziehen!“) Und teilte meine frische Papaya mit einige Amerikaner anstelle meinen Eltern.

Am nächsten Tag hatte ich das Glück, den einzigen verfügbaren Sitzplatz für einen Flug nach Hamburg zu bekommen, und dank meines Studentenausweises lag er innerhalb meines Budgets. Die Landung in Hamburg war wieder spektakulär: Aufgrund der Außentemperatur ohne Wolken. Die Nacht war sehr hell, Schnee funkelte wie Billionen Diamanten. Als ich zu Hause ankam, hatte ich noch knapp 5 Mark übrig… also war das Leben nicht schlecht.

Alles in allem war die Reise wie eine Droge: Ich brauchte wieder Dosis für Dosis und verbrachte insgesamt weit über 25 Jahre in Südostasien. Gleich nach meiner Rückkehr begann ich für Ende 1979 zwei Monate nach Indien zu sparen (natürlich einschließlich des Taj), Nepal, Burma und Thailand. Eine weitere Reise, an die ich mich für immer erinnern sollte und eine noch längere Geschichte…

Einzige schlechte Sache: Zu dieser Zeit habe ich kein Tagebuch geführt und wie üblich eine schöne Yashica FX1 & Farbdias verwendet, die mittlerweile alle - wie viele Erinnerungen auch - verblasst sind. Hätte ich doch schon meine Nikon D7500 gehabt …

Die ganze Reise hat Spaß gemacht und war lohnend. Wie langweilig das heute ist: Sie überprüfen eine Ticketsuchmaschine und erhalten eine Auswahl an Flügen von überall nach überall. Heutzutage müssen Sie nicht mehr mit Bus oder Bahn zu exotischen Flughäfen in Osteuropa reisen. Keine üblen Fluggesellschaften wie LOT (die heute 1. Klasse sind), Aeroflot (immer noch übel …) usw., da man Direktflüge von Ihrem lokalen Flughafen finden kann, mit 1st Class Airlines für ca. 500-700 €.

Ich bin unlängst mit LH HAM-BKK für 630 € geflogen, was weniger als die Hälfte der damaligen Kosten ist, basierend auf dem Durchschnittseinkommen, bzw nun mit TK OSL-BKK für 1.020 €, und das in Business. Niemand muss stundenlang in Bussen sitzen, da man mit Billigfluggesellschaften in Asien überall günstig hinkommen kann

Der nächste Schritt ist nun Hotels.com usw. für schöne und günstige Hotels, die basierend auf dem TripAdvisor-Ranking gebucht wurden, und alles ist erledigt.

Wo bleibt die Aufregung oder Überraschung? Wie kann man stolz sein, eine solche Reise geschafft zu haben? Ich bin wirklich dankbar, dass ich in den frühen Tagen die Möglichkeit hatte so zu reisen. Im Laufe der Jahre war ich an vielen Orten ( vor allem im tiefsten China) eine der ersten Langnasen überhaupt. Heute undenkbar, aber jede Generation findet mit etwas Glück immer noch ihren Kick von dem sie lange zehren kann…

Ich beneide meine Tochter wie einfach das heute ist. Ich bedaure meine Tochter wie einfach das heute ist.

Happy landings…

6 Like

Ich habe es gelesen. Danke für deine Mühe

Muss nicht überlegen, mir tut die Tochter leid, damals gab es keine been there, done that, read the book, saw the film Tshirts, kein Facebook und kein Insta…
Hab selbst miterlebt, wie unter den Pancake Travelkidz der abendliche Facebookeintrag zur Pflicht wurde, kurzer Boom der Internetcafes, everything always available makes everything worthless.
Früher war man tatsächlich WEG, heute immer mit 1 Bein zuhause, nicht als Verklärung gemeint , nur meine Einschätzung.
Schöner Bericht, Danke dafür!

zabadac,
sehr erquickend :rofl:. Auch wenn durch Google Translate noch mehr Komik reinkommt, ich würde mich gerne auch an Deinem Original-Text erfreuen. Kannst den englischen Text posten? Ich habe 1978 angefangen, für eine japanische Firma zu arbeiten. In den folgenden 22 Jahren habe ich Asien lieb gewonnen!
Danke Dir!

moin Gaijin und welcome in diesem freundlichen forum. noch ein post lohnt aber nicht, der engl. ist kürzer, und auf andere zielgruppe ausgelegt. bin eh überrascht wie viele dieses altherrengesülze lesen. werde also wohl doch noch mal Indien/Nepal/Burma/Th 1979 festhalten, vor allem für mich aber wer’s lesen will soll’s gerne…

japan auch faszierend, vor allem kulturell. werde nie gespräch auf der reise im folgejahr in Ktm vergessen: älterer Japaner ohne jedes engl. der dennoch kommunizieren wollte. also ich: Hiroshige, er: Kunisada ich: Utagawa und so dann weiter, hat zwar nix gebracht aber war ulkig und bringt mir seit über 40 jahren schmunzeln ins gesicht wenn ich dran denke also frei nach Mastercard: unbezahlbar. hab als teen mein - weniges - geld für bücher über jap. kunst statt hasch ausgegeben, nicht gerade mehrheitstauglich

Timo: agree…

ps Gaijin: vor über 30 jahren hat ein nachwuchskollege nen jap. kunden vom airport HAM abgeholt und zu lieferanten ins Münsterland gebracht , auch der konnte kein engl. bei ankunft dort: war der falsche und der kollege hatte einen spitznamen als andenken…

Hi zabadac,

danke für’s Willkommen! Die Begeisterung für solch ‚Gesülze‘ wächst wohl mit der situationsbedingten täglichen Abstinenz vom Reisen. Auf jeden Fall finde ich es interessanter als den x-ten Track zu Windows 10 :joy:

Zurückblickend haben meine Familie und ich während unserer Zeit in Japan jedenfalls trotz der alltäglichen Sprachbarrieren Kontakte gewonnen, die uns auch heute - 20 Jahre danach - noch täglich Freude bereiten. Mal sehen, ob in post-Corona-Zeiten die gesammelten Meilen noch einige günstige Reisen dorthin ermöglichen. Aber das ist dann eher ein Thema für andere Foren.

danke für den tollen ausführlichen Bericht!

Hat viele Erinnerungen wachgerufen. Ich war 1979 auf einer 6 wöchigen Reise durch Thailand, Burma, Malaysia, Singapur ebenfalls mit dem damals begrenzten 7 Tages Visum in Burma. Ohne jetzt auf die anderen Länder detaillierter einzugehen:

Burma hat mich ebenfalls damals schwer beeindruckt! Bin mit meiner damaligen Freundin von Bangkok aus zunächst nach Rangoon geflogen, habe dort für billiges Geld 1 Tag im kolonialen “The Strand” Hotel übernachtet, jeden Moment gedacht Humphrey Bogart würde zur Tür hereinkommen. Im Zimmer ist die Bettdecke von alleine gewandert durch die Unmengen Kakerlaken.

Am nächsten Tag mit einer Fokker28 zum Inle See geflogen, 3 Nebelanflüge, 2x Durchstarten in 2m Höhe, weil Piste verpasst. Die Ruderer auf dem Inle See und die Landschaft drumherum haben mich sehr verzaubert.
Am Folgetag weiter nach Mandalay geflogen, am Hill Tempel den Sonnenuntergang und die irre Aussicht und Stimmung inhaliert. Wir waren fast überall die einzigen Farang, aber immer von mehreren Geheimdienst Mitarbeitern “bewacht”.

Auf dem Mandalay Hill hat uns ein Burmese angesprochen, mit ihm ins streng verbotene Shan-Stammesgebiet zu fahren. Am nächsten Morgen um 4 Uhr früh klammheimlich den Aufpassern entwischt, zu Fuss zum vereinbarten Treffpunkt gerannt, dann 8 Stunden mit dem Jeep nach Lashio (Shan-Hauptstadt) gefahren, dort ohne Gepäck übernachtet, tagsüber die Stadt und die ländliche Umgebung mit dem Jeep unseres “Führers” erkundet, erst am nächsten Nachmittag zurück nach Mandalay wo wir Mitternacht angekommen sind.

Die Aufregung war immens, unsere offiziellen Bewacher haben uns wohl ins ganz Mandalay gesucht. Am Folgetag ging’s dann weiter in die ländliche Umgebung von Mandalay inkl. burmesischer Hochzeit zur berühmten Teakholzbrücke U Ben bei Amarapura (heute wohl leider zum Teil durch Beton “saniert”) in einer traumhaften Landschaft mit unzähligen weissen und vergoldeten Pageoden übersät. Dann mit dem Flugzeug nach Pagan, damals noch ohne Ballonfahrten, zu den überwältigenden Pagoden, damals sehr ursprünglich und - fast - ohne Touristen. Nach einem Tag Pagan ohne jeden Rummel ging’s dann per Flugzeug zurück nach Rangoon. Am nächsten Tag zurück nach Bangkok später dann weiter nach Phuket und zu den vorgelagerten Koralleninseln und zum Tauchen dort.

Da könnte ich noch heute Bücher schreiben, ich habe 48 Länder bereist in meinem Leben das damalige Burma gehört trotz der nur 7 Tage (Visum) zu den absoluten Highlights. Südostasien hat mich auf vielen weiteren Reisen immer wieder fasziniert. Seit 7 Jahren lebe ich nun überwiegend in HCMC, Vietnam, nur im Moment leider durch Corona verhindert, Vietnam lässt im Moment (trotz Resident Card) keine Ausländer rein.

Diese “Wanderlust” hat auch vor Jahren schon meine Tochter angesteckt, die trotz Job nun auch schon drei Monate in Südostasien unterwegs war und danach 2x je drei Monate Sabbatical in diversen Ländern Südamerikas gereist ist.

2 Like

hi Mika, dto willkommen. danke für diese ausführliche schilderuing, ja das land war sehr speziell und unvergesslich. bei mir hat’s im Strand leider nur für ein bier gereicht, auch meine begleitung war auf YMCA geeicht wg der vielen tips die man dort austauschen konnte. heute ist das Strand wieder luxusschuppen

offenbar locke ich hiermit andere oldies hinterm ofen hervor. das ist das gute an solch berichten, ist ja keine touristische schilderung ( das kannst Du besser…) sondern allgemeiner gang durch die erinnerungen der bei jedem der liest glocken klingeln läßt: ich war da oder ich wäre gerne da gewesen. ist heute ja nicht wiederholbar…

noch eines haben wir gemeinsam: 10 jahre später hat sich dann mein traum erfüllt, ausgewandert nach Vn, als m.W. 1ter wessie im land. werde irgendwann mal die erste reise dorthin hier einstellen

hi zabadac, ja, die Erinnerungen sind schon extrem reichhaltig und immer wieder auch rückblickend sensationell. Bei mir laufen auf Stichwort ganze Filme im Kopf ab aus den damals und auch heute erlebten Episoden.
Gott sei Dank hatte ich vor ca. 10 Jahren die glorreiche Idee, meine mehrfach selektierten Dias (von gut 80.000 reduziert auf letztlich 6.500) zu digitalisieren.
Dazu einen Reflecta 6000 gekauft, über 3 Wochen mit täglich zigfachen Magazinwechseln den gesamten Bestand digitalisiert. Danach den Scanner mit 100€ Gewinn wieder verkauft,

Vietnam: Stand bei mir immer in Kombination mit Kambodscha und Laos auf dem Programm, ging bei mir nie beruflich später. Erst war es Pol Pot und seine Banden, vorher und dann später die Grenzkriege mit Thailand, die meinem Jugendtraum Angkor Wat (ich 14 Jahre alt: da muss ich hin!!) entgegen standen. Erst 2013 hab ich das dann (1/2 Jahr nach meiner Tochter) geschafft, “back to the roots” als Backpacker von Chiangrai aus nördlich aufm Mekong 2 Tage nach Luang Prabang geschippert, zusammen mit einer tollen Backpacker community 12 junge Leute aus 8 Ländern. Auch gut 2 Wochen Laos haben mich extrem fasziniert.

Von LP aus nach Hanoi geflogen, dann weiter über Hue, Da Nang, Hoi Anh nach Da Lat und von dort über Mui Né (viele aus Laos wieder getroffen), Phan Thiet nach Saigon (Bus). Am 3. Tag in HCM ist mir meine jetzige Ehefrau über den Weg gelaufen. Mit ihr bin ich Ende des Jahres noch eine Woche nach Phu Quoc (Insel) geflogen, sie dann zurück nach HCM, ich zunächst alleine weiter nach Kambodscha.

Auch Kambodscha, vor 8 Jahren noch sehr authentisch, war sehr faszinierend.
Von Rach Gia via Kamput nach Pnom Penh getrampt, dann nach Sihanoukville kurz vor der chinesischen Kasino-Invasion, vor der Küste auf die Trauminsel Koh Rong Samloen (damals 6 Hostels/Hotels - heute >30!!). Heute sind Sihanoukville und die Inseln eher Disney Land fest in chinesischer Hand.

Von Sihanoukville nach PP zurück, später mit dem russischen Tragflächen Boot über den Lake Tonle nach Siem Reap (Angkor Wat) gefahren und dort 5 Tage meinen Jugendtraum erkundet. Alles mit Einheimischen zusammen, nur in Sihanoukville hab ich einige meiner Backpacker family aus Laos wieder getroffen. Auch Backpacker bewegen sich dank Lonely Planet und Stefan Loose immer auf ihren Ameisenstrassen.

Von Siem Reap dann statt nach 2½ Monaten zurück via BKK nach Deutschland bin ich dann für weitere 3 Monate wieder zurück nach Saigon zu meiner jetztigen Frau und erst Mitte 2014 wieder nach Deutschland.
Ende 2014 in HCM haben wir dann buddhistisch geheiratet, Anfang 2015 in HCM offiziell. Seither war ich immer 6-8 Monate in HCM, im Sommer dann zusammen in Deutschland.
Coronabedingt lassen die Vietnamesen zur Zeit ausser Diplomaten und sehr wenigen notwendigen Experten bis heute keine Ausländer ins Land.

hi Mika, deshalb liebe ich Travel- dealz, man lernt nette leute kennen. war vorher im vielfliegertreff aktiv, aber da beherschen einige jeden miesmachende trolle die diskusion. ne danke.

der Reflekta ist lustig, hatte den auch aus x-ter hand, sobald er hier war wieder bei Ebucht eingestellt und dto mit gewinn vkft, der käufer hatte sich beim gebot vertippt: . statt , und damit fast neupreis bezahlt, aber das geld kam tatsächlich

das mit der frau hatte ich vermutet, sonst zieht es keinen für länger nach Vn

über den Tonle Sap sind wir mit winzigem boot, kaum über 1 meter breit nach Battambang gerauscht, traumhafte tierwelt wenn man erst den gigantischen see hinter sich hat, enger fluß. Battamb dto traumhaft, als wär die zeit stehengeblieben

1 Like