Von Mexiko City nach Amsterdam – oh doch nicht …
Früher Morgen in Mexiko City
Nach einer sehr kurzen Nacht im Courtyard am Flughafen Mexiko City ging es gegen 4 Uhr morgens wieder zurück Richtung Terminal. Der Online-Check-in für die Flüge
Mexiko City – Dallas – Chicago – London hatte bereits am Vortag funktioniert, inklusive aller Bordkarten.
Ganz wohl war mir dabei trotzdem nicht:
American Airlines forderte im Vorfeld mehrfach eine US-Adresse, in der ich angeblich übernachten würde – was bei einem reinen Transit natürlich nicht zutraf. Trotzdem: Die Bordkarten waren da, also erstmal ruhig bleiben.
Nur für den letzten Teil (London → Amsterdam) hatte ich noch kein Ticket. Am Schalter erklärte man mir trocken:
„Mehr als 24 Stunden vorher geht das nicht, probieren Sie es später.“ – okay.
Die Security in Mexiko City war chaotisch, aber überraschend schnell. Danach machte ich mich auf die Suche nach der American-Airlines-Lounge.
Durch Umbauten am Flughafen war die Beschilderung katastrophal – ich bin mehrfach im Kreis gelaufen, bis ich die Lounges von American und United schließlich in einem Seitengang gefunden habe.
Die AA-Lounge selbst war funktional, etwas zu voll und nichts Besonderes.
Die angeblich geschlossene Amex Lounge sollte laut Schild ab 5 Uhr öffnen – mein Boarding war jedoch um 5:15 Uhr, also habe ich mir das gespart und stattdessen noch einen Kaffee bei Starbucks geholt.
Mexiko City → Dallas (DFW) - American Airlines Business Class (B737-8 Max)
Am Gate kam dann die erste Hiobsbotschaft:
Abflug verspätet wegen Nebel über Mexiko City.
Und sofort begann das Kopfkino:
In Dallas hatte ich nur 2:20 Stunden Umsteigezeit, inklusive Immigration und erneuter Security.
Das Boarding verzögerte sich zunächst weiter, begann dann aber doch. Am Ende hoben wir mit rund 30 Minuten Verspätung ab.
An Bord erwartete mich eine 2-2-Bestuhlung in der Business Class. Der Sitz war okay, nichts Spektakuläres.
Auffällig negativ: Es war extrem kalt im Flugzeug. Auf Nachfrage nach Decke und Kissen kam die Antwort:
„Seit Corona gibt es das nicht mehr.“
Zum Frühstück hatte ich French Toast mit Apfelkompott vorbestellt – geschmacklich in Ordnung. Für einen Flug zwei Stunden immerhin etwas Warmes.
Danach kam die Crew noch regelmäßig durch die Kabine, um Getränke anzubieten.
Umstieg in Dallas – Stress pur
Ankunft in Dallas mit etwa 40 Minuten Verspätung.
Rechnerisch hatte ich noch genug Zeit – praktisch begann jetzt der Spießrutenlauf.
Dank NEXUS war die Immigration kein Problem. Die reguläre Schlange war absurd lang, ich war innerhalb weniger Minuten durch. Der Beamte fragte nur:
„Übernachten Sie in den USA?“
– „Nein, Weiterflug nach London.“
– „Interesting routing.“
Nicken und fertig.
Dann die Security – und hier wurde es richtig unerquicklich. Obwohl ich laut NEXUS eigentlich TSA Pre haben müsste, wurde ich abgewiesen:
„Steht nicht auf der Bordkarte.“
Also ab in die reguläre Schlange. Die Anzeige versprach 20 Minuten, was zunächst auch passte. Dann jedoch kam es zu massiven Verzögerungen: Zu viele Taschen mussten manuell überprüft werden, der gesamte Prozess kam zeitweise zum Stillstand.
Und dann der nächste Schock:
Ich war im Terminal D, mein Abflug ging von Terminal C.
Als ich endlich durch war, blieben mir nur noch 15 Minuten bis zum geplanten Boarding. Also im Laufschritt zum SkyTrain, rüber zum Terminal C, weiter zum Gate – und Glück gehabt:
Boarding hatte noch nicht begonnen.
Ergebnis:
Flug geschafft
- ✘ Keine Lounge
- ✘ Puls bei 180
Die Flagship Lounge in Dallas hätte ich gerne besucht – aber der Flug war wichtiger, und ich kannte sie ohnehin schon von früheren Reisen.
Dallas → Chicago - American Airlines Business Class (B737-800)
Der Weiterflug nach Chicago war schnell erzählt:
gleiche Sitze, gleiches Produkt, Bring Your Own Device, kein Essen (unter 900 Meilen).
Getränke, Snackkorb – fertig.
Umstieg in Chicago O’Hare
In Chicago ging es direkt in die Flagship Lounge von American Airlines – und die ist wirklich gut:
- große Auswahl an warmen Speisen
- Live-Cooking-Station (diesmal Lachs mit Wasabi, Reis und Gemüse – sehr lecker)
- hervorragende Getränkeauswahl
- Blick aufs Vorfeld
Trotz vollem Flughafen war die Lounge erstaunlich entspannt. Dort habe ich tastbare 5 Stunden verbracht. Bin einmal durch den Terminal gelatscht, aber wirklich interessant ist der nun wirklich nicht…
Chicago → London - American Airlines Flagship Business Class Suite (B787-9)
Kurz vor dem Boarding dann die nächste Überraschung:
Keine Maschine am Gate.
Die Information:
Die Maschine sei gerade erst aus London zurück, noch beim Zoll. Verzögerung wegen Wetter vom Vortag.
Die Kommunikation am Gate war… sagen wir: ausbaufähig.
Auf meine Nachfrage, ob das ein operatives Problem von American Airlines sei, bekam ich eine recht patzige Antwort. Ab diesem Moment begann ich, alles minutiös zu dokumentieren.
Denn klar war:
Wenn ich in London zu spät ankomme, wird mein Weiterflug knapp – inklusive des bereits gebuchten Zugtickets von Amsterdam nach Hannover.
Irgendwann ging es dann doch an Bord – mit deutlicher Verspätung.
Dafür aber: neue American Airlines Business Class Suite im Dreamliner: 1-2-1-Bestuhlung
Die Crew war großartig.
Auf Nachfrage nach Pyjamas bekam ich tatsächlich einen – eigentlich kein Standard auf diesem Flug, wie man mir erklärte. Umso schöner die Geste.
Der Service wurde als „beschleunigt“ angekündigt: Vorspeise und Hauptgang gemeinsam.
Menü:
Ich hatte Roast Beef vorbestellt – und das war ehrlich gesagt eines der besten Rindfleischgerichte, die ich je an Bord eines Flugzeugs gegessen habe. Extrem zart, perfekt gegart.
Auf Empfehlung (@sonni369 Danke ;)) bestellte ich auch das Eis.
Auf die Frage des Pursers, wie ich es gerne hätte, sagte ich nur: „Surprise me?“
Ergebnis: alles drauf, was es gab – viel zu viel, aber fantastisch.
Abendessen:
Neujahr haben wir irgendwo zwischen Montreal und St. John’s (Newfoundland) überflogen. Kein großes Feuerwerk, aber ein schönes Bucket-List-Erlebnis.
Der Sitz war insgesamt angenehm zum Schlafen. Ich empfand ausreichend Beinfreiheit – deutlich länger als meine 1,80 m hätte man aber wohl nicht sein wollen. Nach einer kurzen Nacht wurde noch Frühstück serviert, etwa 45 Minuten vor der Landung.
Umstieg in London – Chaos, Diskussionen und Happy End
Ankunft in London mit Verspätung – beim Ausstieg lief das Boarding meines Anschlussfluges bereits seit etwa 15 Minuten.
Am Gate sollten eigentlich neue Boardingkarten verteilt werden – alle bekamen eine. Außer ich.
Also los: Terminal 3 → Terminal 5.
Riesenschlange beim Connection Desk. Dann der Hinweis:
Wer zu Terminal 2, 4 oder 5 müsse, dürfe vor – also erneut Zeit verloren.
Am Terminal 5 erklärte mir British Airways am Service Desk, ich sei bereits auf den nächsten Flug umgebucht worden.
Ich wollte jedoch nicht nach Amsterdam, sondern möglichst direkt nach Hannover, Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg. Mein eigentliches Ziel war Hannover, und ich hatte bereits einen Zug von Amsterdam nach Hannover gebucht (kein Flex-Ticket). Durch die Verspätung wäre dieser Zug nicht kaum erreichbar gewesen (25 Minuten Einreise + Weg zum Flughafen)
Der BA-Service war sehr freundlich und prüfte die Optionen, stellte aber fest:
„Zu weit entfernt.“ – außerdem ein AA-Ticket. Ich solle es bei American Airlines versuchen.
Ich also erst einmal weiter im Terminal 5 durch die Security (diesmal erstaunlich schnell) und in die First Wing (South) Lounge, dort erneut zum Service Desk. Parallel startete ich einen Chat mit American Airlines in der App – überraschend schnell, ohne Wartezeit, wurde ich angenommen.
Nach viel Hin-und-Her, Telefonaten und Zuständigkeits-Ping-Pong (AA → BA → AA → Flughafen) klappte es dann doch:
Die BA-Mitarbeiterin erreichte nach rund 20 Minuten jemanden von American Airlines im Terminal 3 – und innerhalb von fünf Minuten war es erledigt.
Jackpot:
American Airlines buchte mich kostenfrei direkt nach Hannover um.
Kurioserweise wären Frankfurt oder Hamburg nicht möglich gewesen – Hannover aber schon. Für mich ohnehin die beste Lösung.
Einziger Haken:
Der Flug ging wieder von Terminal 3. Normalerweise gibt es von Terminal 5 aus nur stündlich einen Transfer über den Customer-Service-Schalter bei Gate 10. Dort angekommen bekam ich dank Emerald-Status (Finnair) einen „inoffiziellen Tipp“, wie ich schneller nach Terminal 3 komme.
Ich werde diesen Trick hier nicht veröffentlichen – aber er funktioniert 
Nach rund 20 Minuten war ich wieder in Terminal 3.
Lounge, letzter Flug und Ankunft
Zurück in Terminal 3 ging es direkt in die Cathay Pacific First Lounge. Diese war zunächst sehr voll, sodass ich – wie gehofft – erst einmal geduscht habe. Als ich zurückkam, war die Lounge nahezu leer und ich konnte das hervorragende Essen in Ruhe genießen.
Zum Abflug dann zum Gate. Crew und Maschine waren da, und mit rund 15 Minuten Verspätung ging es los.
Der Flug nach Hannover mit British Airways war insgesamt unspektakulär.
Der berühmte Afternoon Tea ist… sagen wir: Geschmackssache.
Am Ende landete ich mit leichter Verspätung in Hannover – und war einfach nur froh, endlich angekommen zu sein.
Dank des Direktflugs nach Hannover war ich sogar rund 20 Minuten früher dort, als ich es mit dem ursprünglichen Routing über Amsterdam und Zug geschafft hätte.
Zwischenfazit
Diese Etappe war anstrengend, aber auch extrem lehrreich:
- neue AA Flagship Business Suite sowie Langstrecken-Service: top
- Flagship Lounges: wie immer sehr gut
- Umsteigen in den USA: jedes Mal ein Risiko
- London: Chaos, aber mit perfektem Ausgang
Am Ende hat sich alles gefügt – nicht, weil es reibungslos lief, sondern weil man drangeblieben ist, gefragt hat und nicht locker gelassen hat.
Hätte American Airlines vieles eleganter lösen können? Definitiv.
Gerade weil absehbar war, dass der Flieger verspätet in Chicago ankommt. Laut ChatGPT folgt AA hier jedoch strikt den US-Regeln zur Informationspflicht und reagiert erst, wenn ein Anschluss tatsächlich nicht mehr erreichbar ist.
ABER:
Der Service von British Airways und American Airlines am Ende – mich kostenfrei und „unkompliziert“ direkt nach Hannover umzubuchen – war sensationell.
Ich bin mir nicht sicher, ob das alle Airlines in einem solchen Kulanzfall genauso gelöst hätten.
Habt ihr ähnliche positive oder eher negative Erfahrungen in vergleichbaren Situationen gemacht?