Japanreise mit Familie geplant: Tipps?

Hallo,

ich möchte mit meinem 18-jährigen Sohn und meiner Frau dieses Jahr (2022) im September 3 Wochen nach Japan reisen. Auch wenn es gerade nicht möglich ist, hoffen wir, dass es bis September wieder geht.

Ich fange gerade an zu planen und Tipps zu sammeln, daher würde ich mich über Tipps von Euch freuen.

Wir sind in Architektur-, Kunst- und Kultur interessiert, vor allem auch an der Essenskultur.
Wir lieben z.B. alternative Städteführungen (in Bukarest z.b. gibt es welche die sind umsonst von Studenten, die den Touristen die Stadt und Geschichte aus ihrer Sicht zeigen möchten. Man darf danach Spenden. Eine unglaublich tolle Stadtführung war das). Wir würden gerne sehen, erleben, wie die Menschen in Japan leben, von Märkten über Ramenrestaurants bis hin zu verrückten Hundecafes in Tokio. Auch gerne mal einen Sushi- oder Ramenkochkurs oder was auch immer ihr denkt, was interessant ist oder Euch begeistert hat.
Gerne auch Tipps zu Unterkünften, wir lieben Boutique-Hotels, also Hotels die mit Liebe geführt sind, authentisch und mit Charme. Ich brauche keinen 5-Sterne Luxus, aber es darf gerne auch etwas kosten.
Und vor allem gerne Tipps zum Essen, Restaurants, Garküchen, Kloster, etc.

Wir hatten vor nach Tokio zu fliegen, dort 1 Woche zu bleiben und 2 Wochen im Land zu reisen.

Eine spezielle Frage zu den Flügen habe ich noch: Ich wollte via Meilenschnäppchen buchen, aber seit Januar gibt es Tokio nicht mehr als Ziel, vermutlich wegen Corona. Habt ihr noch Tipps wie ich mit meinen LH-Meilen (400k) am besten buchen kann oder sonstige Tipps zu Flügen?

Vielen Dank im voraus!
Max

Viele Tipps kann ich dir leider nicht geben, war bislang nur 24h in Tokio. Aber ich drücke die Daumen, dass im Herbst alles wieder seinen normalen Gang geht. :slight_smile:

Zudem versuche ich es mal mit der letzten Frage:

Die Ziele der Meilenschnäppchen ändern sich jeden Monat. Japan ist eigentlich eher selten dabei. Und falls Tokio doch mal wieder dabei ist, dann umfasst der Reisezeitraum in der Regel nur anderthalb Monate.

Wenn ihr Glück habt, gibt es voraussichtlich im Mai oder Juni ein Meilenschnäppchen für Japan. Allerdings ist das ein ziemliches Glücksspiel mit mäßigen Chancen.

Ansonsten blieben euch noch u.a. folgende Möglichkeiten:

  1. Reguläre Prämienflüge buchen. Ggf. sind die Steuern & Gebühren niedriger, wenn ihr einzelne Oneways bucht, da Japan den Treibstoffzuschlag begrenzt. Dann käme womöglich auch ANA in Betracht
  2. Wenn du Glück hast, gibt es irgendwann Verfügbarkeiten für Prämienflüge mit SAS. Da zahlst du keine Steuern & Gebühren
  3. Erstmal abwarten, ob es vielleicht irgendwann einen guten Deal für bezahlte Business-Tickets gibt. Leider ist Japan aber tendentiell sehr teuer in der Business Class
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Hallo Peer,

danke für Deine rasche Antwort! Ich dachte Tokio wäre im Standard der Meilenschnäppchen :frowning: Im Dezember war es jedenfalls als Ziel drin.

Ich habe mal noch eine Verständnisfrage (sorry, ich hab noch nie mit Meilen einen Flug gekauft): Über die Prämenienflugbuchung von MM bekomme ich nur LH als Airline angeboten. Wie komme ich denn an Prämienflüge von ANA oder SAS?

Danke,
Max

Hallo Max,

am besten über die United Flugsuche FRA-HND oder Air Canada Flugsuche FRA-HND dir den Prämienflug heraussuchen und bei M&M anrufen.
Dort findest du alle möglichen *A Flüge.

Die M&M Prämienflugsuche kann schon Mal Geduld fordern siehe Artikel unten.

Mit den Sitzplätzen würde ich auch spielen (z. B. Suche mit 2 Sitzplätzen und 1 oder dreimal 1 etc.). Es kann sein, dass sich BC-Verfügbarkeiten für drei schwieriger finden lassen.

Zweite Option wäre über Expertflyer einen Alarm für deine gewünschten Sitze einzustellen. Für Prämienflugverfügbarkeit bräuchtest du die Pro Version.

Viele Grüße
der andere Peer :slight_smile:

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Die Japaner sind von der Mentalitäten so abgeschottet. Von alternativen Stadtführungen habe ich noch nichts gehört.

Was Dein Interessengebiet angeht, mach Dich sachkundig vorab.

Was das Essen angeht, gibt es unzählige Expat Blogs, die gut helfen. Im obersten Bereich noch Guide Michelin und La Liste.

Wir haben uns auch bei ricebowl und auf Google sachkundig gemacht, das war fast immer hilfreich.
Sehr gut in Tokyo fanden wir Kaiten Sushi (Sushi vom Fliessband). Einfach Regel: Wo sich Leute anstellen, ist es gut. Wo es leer ist, geh weiter.

Wir fanden immer Frauen sehr viel hilfsbereiter. Männer können nicht zugeben, dass sie kein Englisch sprechen und sagen irgendetwas, um Dich loswerden oder zeigen in eine beliebige Richtung.
(Immer auch eigenen Bestand mitbenutzen und nie blind vertrauen).

Das U-Bahnsystem ist für uns wirr. Gehe genau nach Google. Wenn Google sagt, 1. ersten Waggon, geh in den ersten Waggon! Wenn ihr verloren seid, sprecht Schüler an. Die benutzen ihr Handy und bringen Euch wieder on track.
Nehmt unbedingt (jeder von Euch) die Visitenkarte vom Hotel mit, damit jeder zurückfindet. lasst Euch auf japanischen aufschreiben, wo ihr hinwollt!

Wenn Ihr übers Land wollt, gibt es Rail Pässe.

Ansonsten, Japan ist unheimlich spannend, überhaupt nicht teuer (also kann auch sehr teuer, muss man aber nicht).

Die Regeln des Miteinander sind so kompliziert, seid einfach höflich und lächelt oft!

Viel Spaß!

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In vielen japanischen Städten ist es möglich, an einer geführten Tour mit einem Goodwill Guide teilzunehmen. Der Service ist kostenlos (Systematized Goodwill Guide Groups (SGG), aber Sie zahlen für den Transport und das Essen (auch für den Guide). Eine Liste der Guides finden Sie auf der Website von Travel Japan. Vergessen Sie nicht, ein Geschenk für den Reiseführer mitzubringen

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Japan ist ein Erlebnis!! Der letzte Besuch ist leider schon 8 Jahre her, eine Woche (privat bei Freunden gewohnt) in Tokio, dann 10 Tage mit Rail Pass durchs Land mit den Stationen Shirakawa-go, Kyoto, Koyasan und Kurashiki Bikan.

Kyoto ist ein ‚muss‘, auf jeden Fall auch den etwas außerhalb liegenden Fushimi Inari Taisha Schrein besuchen. Shirakawa-go ist auch ein Erlebnis, insbesondere mit einer Übernachtung in einem Minshuku, einem der traditionellen Häuser (habe nicht mehr den Namen unserer Unterkunft, die Gastgeberin war auch schon sehr betagt). Übernachtungen ansonsten immer sehr schön in Ryokans, vorzugsweise mit heißen Quellen zum baden, in Tokio lohnt sich auch der Besuch eines der öffentlichen Badehäuser. in Kyoto kamen wir aber auch sehr gut in einem kleinen, zentral gelegenen Hotel unter, Namen habe ich leider nicht mehr.

Einer der Höhepunkte der Reise waren zwei Tage auf dem Koyasan mit Übernachtungen in einem Kloster. Für die Anreise benötigt man eine zusätzliche Bahnkarte. Mehr zu Anreise und Besuch bei https://www.earthbeneathourfeet.com/post/koyasan-night-stay-in-a-buddhist-monastery

Viel Spaß!

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Erwartet nicht, dass Leute mehr als bruckstückhaft Englisch sprechen (außerhalb von Expat-reichen Gegenden wie Tokio-Roppongi).

Erwartet nicht, dass Ihr japanische Karten lesen könnt.

Erwartet gelegentlich leicht rassistische Japaner.

Aber ansonsten liebe ich Japan. Kann es nur empfehlen. Trotz geplanter Reise im September würde ich alles nur flexibel buchen. Man weiß bei Japan ja nie…

Und alles gut vorbereiten.

Hallo Max,
auch bei mir ist der letzte Besuch in Zentraljapan schon einige Zeit her und Tokyo kenne ich nicht, aber die Tipps Kyoto, Koyasan (und die alte Hauptsadt Nara) würde ich unterschreiben. Eine Woche ist wirklich nicht viel Zeit, aber Kyoto sollte Dir All das bieten was Du Dir von Japan erwartest. Die Vielzahl der Tempel ist überwältigend und am östlichen Stadtrand gibt es einen Spazierweg der mehrere der schönsten miteinander verbindet. Leider habe ich die Ortsnamen nicht mehr parat, aber von Kyoto aus führen zwei Vorortbahnen in zwei Bergtäler mit Tempelchen im Norden die man durch einen kurzen Wanderweg über den Bergrücken miteinder verbinden kann. Etwas sportlicher ist der Tagesausflug auf den Tempelberg östlich der Stadt: Mit der Bahn auf die Rückseite fahren, den Berg rauf, die Tempel besichtigen und dann vorne nach Kyoto wieder absteigen. Westlich Kyotos gibt es eine Schlucht die von einem Ausflugszug durchfahren wird, ist landschaftlich sehr schön. Weiß nicht ob das noch möglich ist, aber als ich das erste Mal da war konnte man auch die Palastanlagen besichtigen (mußte man sich glaube ich am Vortag anmelden).
Ein besonderer Tipp ist die Tempel (insbesondere außerhalb der Stadt) erst am Abend zu besuchen. Dann herrscht ein mystisches Zwielicht, die erleuchteten Steinlaternen weisen einem den Weg und die Athmosphäre ist einfach unbeschreiblich. Gilt insbesondere auch für den riesigen Friedhof in Koyasan. Möglicherweise ist es aber dafür im September zu früh im Jahr.
Sonstige Tipps im Allgemeinen:

  • auch 'mal in einem typisch japanischen Minshuku übernachten
  • unbedingt ein Onsen besuchen (am besten draußen in der Natur)
  • wie schon gesagt, immer mehrere Leute fragen und abchecken ob die Antwort Sinn macht
  • Zugverbindungen schon im Voraus recherchieren (oftmals gibt es mehrere Wege ans Ziel und wenn man vorher weiß wo man in welchen Zug umstiegen muß hilft das enorm)
  • oft kann man am Automaten ein durchgängiges Ticket bis zum Ziel kaufen (auch wenn die Linien von unterschiedlichen Gesellschaften betrieben werden) und es gibt Guthabenkarten mit denen man ein paar Yen spart
  • es gibt in Japan sehr nützliche Railpäße die sich schnell lohnen (wenn man von Osaka oder Kyoto aus Japans schönste und bekannteste Burg in Himeji besuchen will ist der One-Day-Pass günstiger als Hin- und Rückfahrkarte)
  • günstige Tageskarten (500Y in 2015) gibt es auch in Kyoto (sehr nützlich um die verschiedenen Tempel zu besuchen)
  • das Thema Essen gestaltet sich in Japan auch ohne Sprachkenntnisse einfacher als gedacht denn in vielen Restaurants oder Garküchen gibt es Bilder oder gar Plastikimitationen der angebotenen Gerichte
  • man muß aber gar nicht ins Restaurant: Praktisch jeder Supermarkt in Japan hat eine Sushitheke von man die frischesten Leckereien to-go mitnehmen kann
  • auch ohne Sprachkennnisse reist es sich leicht in Japan, denn in Bahnen und Bussen werden die Stationen durch eine Stimme vom Band angekündigt
  • auf Nebenbahnen ohne Automaten braucht man zum Bezahlen Kleingeld: Beim Einsteigen zieht man ein Ticket mit Nummer und eine Anzeige im Zug nennt den Tarif bis zur Nummer der jeweils nächsten Station, das Geld wirft man dann in eine Box

Denke das wäre so Alles was mir auf die Schnelle einfällt. Allgemein gilt: Aufgrund der nicht vorhendenen Sprachkenntnisse (auf beiden Seiten) am besten schon vorher wissen wie man von A nach B kommt.

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Ich würde wieder einen Camper nehmen: https://www.japancampers.com kann ich empfehlen.

Man kann (außerhalb der großen Städte) überall problemlos übernachten und die zahlreichen öffentlichen Klos sind so sauber, da könnte man draus essen und fühlt sich jedes Mal schlecht, wenn man es „beschmutzt“. Im September ist es auch nicht mehr ganz so schwül wie im Hochsommer, dafür kann es halt Taifune geben.

Als „alternative“ Führung fällt mir die kostenlose Führung im Tokioter Rathaus ein, die hat bei uns so ein Opi gemacht (nur für uns 2) und der war total happy, was erzählen zu dürfen. Weiß nicht, ob das es immer noch gibt bzw. ob das die offizielle Seite ist: http://www.tokyofreeguide.org

P.S.: wir wollten eigentlich auch im Sommer wieder hin, aber da Japan immer noch zu ist und ich die Hoffnung aufgegeben habe, dass sie demnächst öffnen, wird es jetzt Bali…

Vielleicht hilft dir die Website
https://www.japan-guide.com/
Die fand ich zur Planung meiner Japan Reise spitze. Auch die präzise Beschreibung, wie man wohin mit den öffentlichen anreist. Typisch japanisch, da wurde an alles gedacht.