Reisebericht: Kanada (Westen) und USA - Washington (State) im Sommer 2024

Vielen Dank für diese tollen Einblicke!

Bin gerade selbst aus BC zurück gekommen und hab natürlich direkt die gleichen Motive wiedererkannt :smile:
Wenn ich deine Beschreibungen so lese, bin ich aber super froh, dass wir in der Nebensaison unterwegs waren. Die Kosten, die ihr hattet, sind ja echt nicht mehr feierlich.

Bei Lake Louise und Lake Morain hatten wir das Glück einen der offiziellen Busse zu bekommen. Ich wusste das aber tatsächlich auch nicht, ich wäre auch naiverweise einfach mit dem Auto dahin gefahren und hätte dann blöd dagestanden. Zum Glück hatte meine Reisebegleitung das auf dem Schirm.
Unterkünfte gingen bei uns echt. Zwischen 80 und 120 Euro die Nacht für ein Doppelzimmer, so auf HolidayInn Express Standard. Nur Banff war super teuer, da haben wir dann ein Hostel genommen. Wenn man dann noch ne kleine Küchenzeile hat und ein wenig was kochen kann, geht das klar.

Kleiner Tipp noch zum günstig Essen. Pizza von 7 11. Entweder als Slice oder die machen dir für 10 CAD ne komplett frische. Davon wird man zu zweit auf jeden Fall satt und auch wenn es anders aussieht, ich habe mir dabei noch nie den Magen verdorben. Aber Costco ist auch immer eine gute Wahl.

Nachteil unserer Nebensaison war halt, dass alle Lifte und co zu hatten. Wenn man irgendwo hin wollte, musste man halt hoch wandern. Was aber auch nicht unbedingt verkehrt war, denn dann war man oben quasi komplett alleine :grin:

Von Vancouver Downtown war ich echt erschrocken. War zuletzt 2016 dort und da war es bei weitem noch nicht so schlimm bezüglich des Publikums.

Die Gegend drumherum und die Natur dort aber, einfach nur traumhaft.

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Die 2-3 Blocks in Chinatown sind schon übel. Ansonsten fand ich es nicht so schlimm. War auch erst kürzlich da. Aber das ist subjektives empfinden. Seattle fand ich da schon großflächiger betroffen und die Leute aggressiver.

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Ne stimmt schon, das ist recht konzentriert in Vancouver. USA ist schlimmer. Ich fand es halt nur im Vergleich zu damals schlimm.
Bzw auch zu anderen kanadischen Städten. In Toronto oder Montreal beispielsweise ist mir das nie soo schlimm aufgefallen, aber vielleicht spielt sich das dort auch einfach an anderen Orten ab.

:smile: lustig das du es erwähnst. War dieses Jahr auch an Canadas Ostküste unterwegs und kann dir da nur zustimmen. Allgemein ist mein Eindruck das es, vorallem in den USA, an der Westküste schlimmer ist als an der Ostküste. Aber das driften vom Thema ab. Generell kann ich Kanada von Halifax bis Vancouver uneingeschränkt empfehlen(new Foundland hab ich leider noch nicht geschafft). Augen auf gilt überall.

Hier mal kurz zusammengefasst meine Erfahrungen aus zwei Nächsten Banff im August 2025 mit freundlicher Erlaubnis von @dr_vergleich für das Kapern seines Threads.

Ich habe mir relativ spontan überlegt, dass sich auf meiner Reise nach Kanada via YYC ein kurzer Trip in die Rocky Mountains anbieten würde. Dementsprechend habe ich mich mal ans recherchieren gemacht und bemerkt, dass das ganz schön schwierig wird. Das lag zum einen daran, dass ich die Reise erst zwei Wochen vor Abflug gebucht habe und zum anderen, dass ich Anfang August, und somit in der absoluten Hochsaison, da war. Dementsprechend waren auch die Preise und selbst in einem Hostel im 12-Bett Zimmer wurden knapp 70€/Nacht verlangt. Ich war schon kurz davor das ganze sein zu lassen, als ich einen Tipp in einer Facebook Gruppe für ein B&B sah, welches ich letztendlich auch buchte. Dort zahlte ich für zwei Nächte inklusive einem (relativ einfachen aber liebevoll zubereiteten) Frühstück knapp 130€, was ein absolutes Schnäppchen war. Dabei hatte ich ein privates Zimmer mit Doppelbett und es gab zwei oder drei Gemeinschaftsbäder. Da es aber nur acht Zimmer gab (eines von ihnen hat ein eigenes Bad) musste ich nur ein einziges Mal ein paar Minuten warten als ich duschen wollte.

Von Calgary (Crowfoot Station) bin ich um 7:20 mit einem Flixbus in knapp 1,5h in die Innenstadt von Banff gefahren. Angekommen ging es erstmal ein paar Minuten zu Fuß zu meiner Unterkunft um meinen Koffer abzugeben. Dort wurde ich von der freundlichen Gastgeberin empfangen und bekam bereits den Schlüssel um am Nachmittag wieder die Eingangstüre zu öffnen sowie die Info, dass ich ab ca. 14 Uhr ins Zimmer könnte. Da es ja erst 9 Uhr morgens war machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg die Stadt zu erkunden.

Zuerst spazierte ich kurz Richtung Innenstadt und wechselte von dort über die Pedestrian Bridge die Flussseite.

Von dort ging es entlang des Bow Rivers weiter Richtung Bow Falls.

Leider gibt es dort keine Möglichkeit mehr den Fluss zu überqueren, weshalb ich zurück zur Pedestrian Bridge bin und mich von dort Richtung Tunnel Mountain aufgemacht habe.

Der Aufstieg ist meines Empfinden nach nicht allzu anspruchsvoll, wobei ich auch konstant langsamere Leute überholt habe und mich als relativ fit bezeichnen würde.
Im Laufe des Weges gibt es immer wieder schöne Aussichtspunkte in beide Richtungen (Banff und Golfplatz). Oben waren zwar viele Menschen aber es war nicht dicht gedrängt. Witzig zu beobachten waren die kleinen Streifenhörnchen, die eindeutig auf Futter der Touristen hofften.

Zeitlich hat es gut gepasst und da es kurz nach 14 Uhr war machte ich mich auf Richtung meiner Unterkunft, wo ich mein Zimmer beziehen konnte. Abends machte ich mich nochmal auf und aß im „Pho House“ etwas zu Abend (faires Preis/Leistungsverhältnis, schöne Terasse).

Für meinen zweiten Tag stand Lake Louise auf dem Plan. Hier wurde mir meine Kurzfristigkeit zum Verhängnis, da alle offiziellen Shuttles natürlich Monate Voraus ausgebucht sind und ich mit den 48h vorher freigegeben Kontingenten, genau wie @dr_vergleich, keinen Erfolg hatte. Da ich aber mein eigenes Ding machen, genug Zeit haben und nicht eine halbe Niere ausgeben wollte kam ein externer Anbieter nicht in Frage und meine einzige Option war die Hin- und Rückfahrt mit dem Flixbus. Dieser verließ Banff um 9 Uhr und kam eine Stunde später in LL an. Von dort machte ich mich direkt auf Richtung Lakeshore wo jedoch bereits um diese Uhrzeit Horden von Menschen verweilten. Von daher ließ ich diesen schnell links liegen und machte mich auf dem Weg zu meinem eigenen Ziel, dem „Big Beehive“ (bzw. auf Google Maps „The Beehive“).
Eigentlich war mein Plan die bei Google Maps angegebene Route zu nehmen.

Da ich jedoch am telefonieren und somit abgelenkt war bin ich an der entsprechenden Stelle nicht rechts in den Wald abgebogen sondern weiter am See entlanggelaufen. Als ich meinen Fehler bemerkte hatte mir Maps schon eine andere Route vorgeschlagen die nur wenige Minuten länger war als der ursprüngliche Weg und da ich die Strecke nicht zurück laufen wollte entschied ich mich weiter zu gehen.
Dies stellte sich als die absolut richtige Entscheidung heraus, da auf diesem Weg super wenige Menschen unterwegs waren und ich die Natur voll genießen konnte. Die meisten Menschen die dort entlang laufen, wandern zum „Plain of six glaciers teahouse“ und spätestens nach der Abzweigung die dort hinführt begegnet man nahezu keinen Menschen mehr bis kurz vor dem Ziel. Der Weg zum „Beehive“ ist auf Wandertafeln unterwegs auch immer ausgeschildert, nur einmal musste ich kurz vor dem Ziel entgegenkommende nach dem Weg fragen. Entgegen der Behauptung von Google Maps muss man nämlich nicht über den Lake Agnes laufen sondern kommt auf dem direkten Weg zum Ziel (roter Strich).

Dazu kommt noch, dass sich nach der Umrundung des Lake Agnes auf den letzten 1-2 Kilometern zum Beehive eine enorme Steigung mit einigen Höhenmetern befindet, die man somit quasi umgeht, da man sie zuvor gleichmäßiger erklimmt und nicht auf so einer kurzen Distanz (Bilder von der Steigung/dem Weg).

Zurück zum Wandern:
Die Aussicht ist mehr als traumhaft und zwischendurch hat man einfach immer wieder den Duft von purem Nadelwald und wilden Wiesen in der Nase. Daher eine klare Empfehlung für dieses Wanderung auch wenn sie definitiv anspruchsvoll ist und man genug Zeit einplanen sollte!

Auch dort oben waren wieder die Streifenhörnchen unterwegs mampften sämtliche Krümel und ähnliches weg. Ich verweilte bis kurz vor 14 Uhr am Beehive bevor ich den Rückweg, diesmal über die offizielle Route entlang des Lake Agnes, antrat.

Eine gute Stunde später war ich wieder unten angekommen und beobachtete die, inzwischen wirklich extrem gewordenen, Touristenmassen.

Leider fuhr die einzige Option für die Rückfahrt erst um 19:20 weshalb ich noch so einiges an Zeit totschlagen musste bevor ich ziemlich kaputt zurück in Banff ankam.

Tag 3: der letzte Tag war relativ unspektakulär und ist schnell erzählt: Morgens checkte ich aus, deponierte wieder meinen Koffer und machte mich mit dem Bus auf Richtung Lake Minnewanka. Dort angekommen spazierte ich ein bisschen umher und merkte aber schnell, dass mir der vorherige Tag ganz schön in den Knochen steckte. Daher machte ich es mir lediglich etwas im Schatten gemütlich und genoss die Aussicht, wobei diese natürlich nicht mit der des vorherigen Tages mithalten konnte. Von daher machte ich mich relativ schnell nach gut zwei Stunden auf den Rückweg und merkte erst danach, dass ich noch nicht mal irgendwelche Fotos gemacht hatte. Den restlichen Tag verbrachte ich entspannt im Garten meines B&B, bevor ich mich gegen Abend auf den Rückweg nach Calgary machte.

Mein Fazit zu Banff/Lake Louise in der absoluten Hochsaison: Es ist einfach zu schön um es nicht zu machen. Ja, die Menschenmassen sind vorhanden und nicht schön aber es kommt natürlich drauf an wie, wo und wann man Aktivitäten durchführt. Am Tag meiner Ankunft war es gegen 9 Uhr morgens noch relativ leer bei meinem Spaziergang, später wurde es spürbar voller. Von daher grundsätzlich möglichst früh los! Klare Empfehlung für die Beehive Wanderung, anspruchsvoll aber traumhaft! Lake Minnewanka kann man machen wenn man genug Zeit hast, im Vergleich zum Rest aber nicht soooo beeindruckend. Wenn jemand eine ähnlichen Trip plant und Tipps (auch zu Unterkünften) benötigt gerne per PN melden :wink:

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Vielen Dank für Deinen schönen Bericht und die tollen Bilder. Du hattest ja traumhaft schönes Wetter. Wenigstens ein Vorteil der High Season. Du hast eine viel schönere Wanderung an Lake Louis gemacht als wir, um die ich dich beneide. Das war der Nachteil unseres privaten und überteuerten Bustransfer. Die Zeit war viel zu kurz für eine längere Wanderung abseits der Menschen Massen. Ich muss also noch mal hin, Jasper war ja damals auch gesperrt wegen des Brandes.

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Gerne doch :slight_smile:
Mit dem Wetter hatte ich Mega Glück. Lediglich als ich morgens aus Calgary kommend in Banff ankam war es stark neblig. Als ich später meinen Koffer deponiert hatte kam ich aus der Unterkunft und konnte es kaum glauben. Innerhalb von 20 Minuten ist das Wetter von wenigen 100m Sicht auf strahlende Sonne gewechselt. Zum Wandern war es dann fast ein bisschen heiß, aber da will ich mich nicht beschweren.
Die Wanderung war einer der Gründe warum ich in den Banff NP wollte, von daher war für mich wie gesagt klar, dass ne geplante Tour nicht in Frage kommt.
Du bist aber nicht der einzige der nochmal wiederkommen möchte… +1 hat ebenfalls Interesse angemeldet und auch der Rest der Rockies mit einem Mietwagen möchte ich unbedingt mal machen.

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