Tagesausflug auf der PSO-Route LLA-PJA (Jon Air Beech B200 Super King Air)

Nach einer unvorhergesehenen Zwangspause bin ich endlich wieder in the air. Dieses Mal war ich in einer besonderen Rarität im hohen schwedischen Norden unterwegs. Von Jon Air erfuhr ich das erste Mal über den (deutschen) YouTuber Walking to Airports. Nachdem ich im letzten SAS Sale zwei günstige Tickets nach Lulea (Hin- und Rückflug für je 10 €) erworben hatte und diese PSO-Route seit längerem auf meiner Bucket Liste stand, verband ich das Nützliche mit dem Praktischen.

Buchung:
Die Joinair Flüge können als FlexFlight über gängige OTAs gebucht werden. Wesentlich günstiger ist es allerdings, die Flüge direkt über die Jonair Seite (betrieben durch WorldTicket) zu buchen. Pro Flug gibt es drei Tarife, welche sich im Wesentlichen durch die Stornierungsfristen und Erstattungsbedingungen unterscheiden. Ich ging „all in“ und wählte den günstigsten Tarif für 299 SEK pro Richtung.

Danach erhielt ich eine Buchungsübersicht und gelangte zur Zahlungsseite. Wie erwartet musste ich feststellen, dass Jonair kein American Express akzeptiert; die Zahlungsmöglichkeiten beschränkten sich auf Maestro, Mastercard und Visa - also gab es statt Membership Rewards einige Rev Points und indirekt einige M&M Meilen. Nach einer schnellen und problemlosen Zahlung erhielt ich einige Minuten später meine Buchungsbestätigung per E-Mail und war bereit für die Reise in die Stadt Pajala.

Meine Tipps:

  • Die Flugzeiten freitags sind etwas humaner, sodass man nicht zu unmenschlichen Zeiten in LLA am Flughafen sein muss.
  • Die Flugpreise sind sehr konstant. Selbst am Tag vor dem Abflug gab es noch einige Tickets zum „Extra Low“ Preis.

Anreise:
Die Anreise absolvierte ich mit dem Flughafenbus #4, welcher in unmittelbarer Nähe meines Quality Hotels abfuhr. Der Flughafenbus fährt alle 30 Min und die Fahrt kostete humane 3 €. Bezahlung ist im Bus bequem per Karte möglich.

Check-In:
Auf der Abflugtafel war für meinen Flug kein Gate gelistet, stattdessen war nur „VIP“ angegeben. Nach kurzer Rücksprache fand ich heraus, dass dies eine Metallbank mit Sitzkissen neben der Kofferausgabe ist. Etwa eine halbe Stunde vor dem offiziellen Abflugzeitpunkt kam der erste Offizier und sprach mich mit Vornamen an und gab mir zu verstehen, dass wir noch auf einen weiteren Passagier warteten, der per SK aus ARN ankam. Als dieser eintraf ging es zu dritt im Gänsemarsch übers Rollfeld zum Flieger. Keine Sicherheitskontrolle, kein Stress - genau nach meinem Geschmack.



On Board:
Die King Air ist eine Legende. Sie ist robust, laut und hat diesen unvergleichlichen Retro-Charme. Beim Einstieg durch die integrierte Treppe muss man den Kopf einziehen – die Kabine ist eng und man erkennt sofort das unverwechselbare Privatjet Feeling.

Laut meiner Recherche war unser Exemplar mindest 45 Jahre alt. Das sah man auch an der Gestaltung der Innenausstattung. Es gibt acht Sitze, wobei man selbst heraus suchen kann, wo man sitzt. Ich entschied mich für 1A. Aufgrund der fehlenden Cockpitür kann man den Piloten während des gesamten Fluges über die Schulter schauen.

Was mich tatsächlich überraschte ist, das es trotzt der relativ kurzen Flugdauer einen Onboard (Self) Service gab (Carsten, take a note ;-)). Man durfte sich aus einem Korb eine belegte, abgepackte Stulle nehmen und konnte zwischen Tee und Kaffee wählen. Da ich bereits im Hotel gefrühstückt hatte, nahm ich nur das Polar Bread, welches mit einer Scheibe neutralem Käse belegt war.

Der Flug selbst verlief relativ ereignislos. Nach einer extrem kurzen Startphase wo, man die beiden Pratt and Whitney PT6 turboprop Triebwerke deutlich hören konnte, schossen wir in den grauen Winterhimmel über Norrbotten. Der Flug nach Pajala dauert meist nur ca 30 Minuten, aber die Aussicht ist grandios. Unter uns erstreckte sich eine endlose Landschaft aus tiefverschneiten Wäldern und zugefrorenen Flüssen. Da die King Air niedriger fliegt als große Jets, sieht man auch wesentlich mehr.

Etwa kurios war der „Polaroid“ Filter in den Scheiben, welcher die Aussicht nach außen etwas verzerrte. Mir ist nicht ganz klar, wozu dieser diente. Evtl. ist das eine frühe Form von selbstabdunkelenden Scheiben, wie man es heutzutage im Dreamliner finden kann.





Pajala Airport
Pajala Airport (auch bekannt als Kirtos) ist einer dieser Orte, an denen man sich fragt, ob man am Ende der Welt angekommen ist. Die Landung auf dem schneebedeckten Runway war sanft, aber bestimmt. Nach dem Aussteigen steht man sofort im klirrend kalten Wind Lapplands. Per Fuß ging es ins Terminalgebäude, wo sich Sitzmöglichkeiten, Toiletten und ein einziger Check-in Schalter befanden. Direkt Landside befindet sich ein großer Parkplatz für etwa 20-30 Fahrzeuge.

Angekommen in Pajala - Was nun?
Ich ging an meine Buchung ehrlicherweise etwas naiv heran und verschwendete wenig Zeit damit zu überlegen, was ich in Pajala machen werde und viel wichtiger, wie ich im Flughafen überhaupt wegkomme. Einige Wochen vor dem Flug dämmerte es mir allerdings, dass dies schwieriger sein sollte, als gedacht. Laut Wikipedia und Rome2Rio gibt es einen zwei Mal täglichen Überlandbus nach Gällivare; laut Flughafenwebsite überhaupt keinen. Na toll.

Um das meiste aus meinen effektiv 5-6 Stunden vor Ort zu machen, buchte ich eine private Tour zum Schneemobilfahren und Fischen inkl. Flughafen Transfer und einer gemeinsamen Fika für 300 €. Wir hatten eine grandiose Zeit zusammen und ich fand es wesentlich besser als meine letzte Exkursion in Rovaniemi, da man wesentlich anspruchsvollere Strecken gefahren ist und die beiden Guides einfach klasse waren. Es funktionierte alles genau wie vereinbart.




Anbei noch einige Bilder vom Rückflug nach LLA.






Flugdaten:

  • Airline: Jonair
  • Flugzeug: Beechcraft King Air 200
  • Route: LLA - PJA - LLA
  • Datum: 6. März 2026
  • Erlebnis: 10/10 für Nostalgie-Fans!
  • Preis: 27 € pro Richtung

So, werde jetzt erstmal Fika machen. Bei Fragen gerne melden.

Viele Grüße
BarrowFlyer

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Sensationell.
Vielen Dank für den tollen und anschaulichen Bericht.
Da hätte ich auch Lust drauf gehabt.
:+1:

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