Tripreport Reykjavik, Island mit Icelandair in SAGA Class

Hallo zusammen,

pandemiebedingt ist es jetzt tatsächlich fast zwanzig Monate her, dass ich ein Flugzeug von Innen gesehen habe und zahllose geplante Urlaube (Tokio, Washington und Toronto) fielen Stornierungen seitens der Airlines zum Opfer. Ein letzer Versuch für diesen Sommer sollte nun Abhilfe schaffen und so haben wir Anfang August erneut zur Buchung aufgerufen.

Das Ergebnis waren zehn Tage Reykjavik auf Island. Gebucht wurde die SAGA Class von Icelandair im Flex Tarif - nur zur Sicherheit :wink: Da der Abflug ab Berlin erfolgen sollte, planten wir zuerst mit dem Zug von Leipzig nach Berlin zu fahren – ob der drohenden Streiks haben wir vorab dann aber doch einen Parkplatz ab BER reserviert (74€ für zehn Tage). Die Nacht vor dem Flug haben wir im Steigenberger Hotel am Flughafen verbracht um möglichst entspannt zu starten.


Der Abflug war dann am 15.09. – pünktlich drei Stunden vor Abflug öffnete der Check In. Dieser war nach Kontrolle der Impfung und der Voranmeldung, welche für Island notwendig ist, zügig durchgeführt. Doch dann erste Ernüchterung. SAGA Class Passagiere erhalten in Berlin weder Fast-Track Security noch Zugang zu irgendeiner Lounge vor dem Abflug. Da es jedoch noch weit über zwei Stunden zum Abflug war, entschieden wir uns dann selbst 90€ zu investieren und kauften uns den Zugang zur Tempelhof-Lounge am BER – optisch und versorgungstechnisch sehr gut gelungen, wie im Video zu sehen.


Die Business-Class der B737 MAX9 war mit vier Passagieren nicht zu gut gebucht, auch das Boarding durch die überaus freundliche Crew lief reibungslos und zügig, so dass der Flug pünktlich abheben konnte.

Das Video vom Loungeaufenthalt, dem Flug und was Icelandair zu Corona-Zeiten so bietet findet ihr wieder bei Youtube oder hier unter dem folgendem Link:

Tripreport Icelandair SAGA Class B737 MAX9 - Berlin to Keflavik (including Tempelhof Lounge BER) - YouTube

Auch die Ankunft in Island lief mehr als reibungslos. Aus dem Flugzeug heraus zum Gepäckband drehten unsere Koffer dort bereits ihre Runden und die zuerst lang wirkende Schlange zur Kontrolle der Barcodes zur Einreise konnte quasi im Laufschritt absolviert werden. Fünf Meter vor dem Terminal stand dann schon der vorab in Deutschland gebuchte Flybus und da wir die letzten beiden freien Sitzplätze einnahmen, fuhren wir gefühlt zehn Minuten nach der Landung schon Richtung Reykjavik. Die Hin- und Rückfahrt für zwei Personen wirkt mit umgerechnet ca. 87€ teuer – ist aber noch die günstigste Methode in die Stadt zu kommen. Am zentralen Busbahnhof BSI angekommen, hatten wir noch ca. einen Kilometer Laufweg zur Rezeption unseres Hotels. Das Reykjavik Residence Hotel besteht aus mehreren Gebäuden, welche im Umkreis von 200 Meter um das Rezeptionsgebäude angeordnet sind. Unser „Family-Studio“ mit Küche befand sich im Artisan Haus, Baujahr 1901 – in einer ruhig gelegenen Seitenstraße mit Blick auf den Ozean.


Quelle: Family Studio Reykjavik Residence Hotel

Insgesamt neun Nächte haben wir in Reykjavik verbracht, wobei leider nicht jeder Tag so gutes Wetter für uns bereit hielt, dass es möglich war etwas zu unternehmen.

Den ersten Morgen nutzen wir bei bewölktem Himmel trotzdem für einen ersten Stadtrundgang. Von der Atlantikküste, vorbei am Konzerthaus „Harpa“ durch die Altstadt bis zum höchsten Punkt der Stadt mit der „Hallgrimskirkja“ – einem opulenten Betonbau.







Vorab reservierten wir uns für einen Tag einen Mietwagen, mit dem wir den südwestlichen Teil der Insel erkunden wollten. Wir hatten dabei soviel Glück, dass es der Tag mit dem besten Wetter werden sollte. Die Route könnt ihr der nachfolgenden Karte entnehmen.


Aus Reykjavik heraus ging es also zum „Kleifarvatn“ einem knapp 8km ² großen See zu den ersten geothermalen Feldern am „Krýsuvík“. Der Geruch der Schwefeldioxid geschwängerten Luft ist doch recht gewöhnungsbedürftig, aber der Anblick schon erstaunlich.








Entlang der Küste fuhren wir dann weiter Richtung Sellfoss bis zur Atlantikmündung des „Ölfusa“.




Den Weg, den wir gekommen waren, fuhren wir bis Grindavik zurück, um dort unsere Mittagspause zu machen. Weiter ging es dann ein Stück nördlich zu den bekannten Blauen Lagunen. Es gibt einen öffentlich zugänglichen Bereich, welchen wir uns angesehen hatten und einen Spa-Bereich inklusive der Möglichkeit im Wasser zu baden.




Nächster Stop war der „Brimketill“ – ein „Pool“ aus Lava-Gestein im Bereich der Steilküste, welcher bei hohem Wellengang besonders schöne Fontänen erzeugt.




Im Bereich des Vulkans Gunnuhver befindet sich das nächste geothermale Gebiet. Von Weitem sind die hohen Dampfsäulen zu erkennen und die sprudelnden Quellen sind erneut beeindruckend, auch wenn man die Finger lieber nicht rein halten sollte.




Der letzte Stop des Tages brachte uns nach Amerika. Naja zumindest so ähnlich. In Island trifft die Eurasische Platte auf die Amerikanische Platte und hier kann man nun über eine Brücke von Europa nach Amerika laufen. Ab November sollte die Einreise nach Amerika ja vielleicht wieder einfacher werden.




Problemlos konnten wir unseren Mietwagen wieder zurückgeben und 100Meter vor unserer Hoteltür fing es dann auch wieder an zu regnen – man muss auch mal Glück haben. Einen zweiten Mietwagentag mussten wir wetterbedingt leider ausfallen lassen. Dann hätten wir uns dem „Golden Circle“ gewidmet. Gletscher und Wasserfälle hatten wir aber glücklicherweise bereits in Alaska gesehen :wink:

In den folgenden Tagen blieben uns also noch zwei Tage, welche sich für Spaziergänge eigneten. Auch dabei zeigten sich noch einige schöne Ecken der größten Stadt Islands.












Die letzten zwei Tage brachten sogar Schneeregen und Graupel. Dies sorgte dafür, dass die Berge bereits gut angezuckert waren.



Der Rückflug nach Berlin startete am 24.09. bereits 7:40Uhr. Der lange Anreiseweg zum Flughafen bewegte uns dazu bereits am Vortag zum Flughafen zu fahren und die Nacht im Aurora Hotel - dem Flughafenhotel – zu verbringen. Charme und Ausstattung aus den späten Achtzigern waren für anderthalb Stunde mehr Schlaf zu verschmerzen.


Das Video vom Rückflug inkl. SAGA Lounge in Keflavik ist hier zu finden. Bei der Landung hat der Pilot das Bugfahrwerk extrem lange in der Luft gelassen und dann recht ruppig auf die Bahn geworfen :astonished:
Tripreport: Icelandair SAGA Class: Lounge Review and Boeing B757 Keflavik – Berlin (Hard Landing) - YouTube
In Berlin angekommen zeigte sich der Flughafen dann nochmal von seiner „Besten“ Seite. Trotz niedrigen Flugaufkommen zur Mittagszeit dauerte es 25 Minuten bis nach der Landung die ersten Koffer aufs Band rollten. Und passend zum „Nicht-Business“ Status vom Hinflug kamen alle Gepäckstücke mit Priority Band als Letzte. 45 Minuten nach der Landung hatten wir dann unser Gepäck und konnten ins Parkhaus laufen.

In der großen Hoffnung, dass es zum nächsten Tripreport nicht erneut zwanzig Monate dauert bedanke ich mich bei euch fürs Lesen!

Liebe Grüße

Christiane – UpInTheAir

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Toller Bericht. Vielen Dank Ms UpInTheAir :slight_smile:

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Island ist schon toll, vor allem wenn man weiter gen Mitte der Insel fährt.
Danke für den tollen Bericht.

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Sehr schön :slight_smile: Island ist immer eine Reise wert sofern man Schwefelgestankresistent ist :smiley: Aber wenn man in Island ist muss man auch Ost-Grönland mitnehmen.
War eine meiner außergewöhnlichsten Reisen an die ich selbst jetzt nach 11 Jahren oft dran denken muss. 2 Wochen absolute Natur…




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Netter Bericht, danke fürs Teilen. :slight_smile:

Hätte mir bei dem Titel nur noch ein paar Bilder und ein kurzes Fazit zur Saga Class gewünscht, ohne ein Video schauen zu müssen.

Ein toller Bericht. Ich will nun schon so lange nach Island. Leider hatte sich dieses bisher nie ergeben.
Nach Deinen tollen Bildern, will ich einfach nur noch dahin. Aber nur wann? :frowning:

Irgendwann wirds klappen.

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