Moin,
ich hatte ja mal so am Rande hier und in anderen Foren und Kreisen erzählt, auf was für einen Trip ich mich begeben habe.
Ich kam jetzt gestern von einem Trip zurück, wo selbst viele Avgeeks rot im Gesicht werden würden vor Respekt, Fassungslosigkeit und große Augen machen über meine Route und Gründe dafür.
Starten wir mit den Rahmendetails:
- 29.11. bis 13.12.2025 (15 Tage)
- 22 Flüge
- 13 Tickets
- Davon 5 Cashtickets und 8 Awardtickets
- Davon 2 bei Flying Blue, 5 bei Miles and More und 1 bei Aeroplan
- 17 Länder und Flughäfen
- 9 Fluggesellschaften
- 8 verschiedene Flugzeugtypen
- 15 verschiedene Sitzkonfigurationen
- Jedes. Einzelne. Ticket. In. Business.
- 8 Hotels
- Rahmenkosten geschätzt auf etwa 7900 € inkl. Neuanschaffung Handy mit eSim-Funktionalität und allen Aktivitäten, Essen, Flügen, Hotels und Nahverkehrsangeboten, die genutzt wurden
Zur Visualisierung, hier einmal die Great Circle Map-Flugkarte:
Gehen wir das Ganze grob Tag für Tag durch:
Tag 1 - 29.11.
Morgens mit voller Vorfreude und ein wenig Bange auf die ungewissen Punkte der Reise mache ich mich mit meinen Koffern auf zum BER.
Zur Erkennung wurden beide mit Stickern ausgestattet von meiner Arbeit, auf die ich nicht weiter eingehen möchte erstmal, sowie jeweils einem Paar an Kulleraugen mit Gurt versehen, liebevoll als “Googlies” bezeichnet.
Vor der Reise gab es allerhand Momente, die das Ganze noch zunichte hätte machen können, der wohl bekannteste dürfte der RE1 sein.
Wer in Sachsen-Anhalt oder Brandenburg wohnt, hat sicher auf der RE1 vom Stellwerkbrand in Gerwisch gehört und wie es die Strecke Magdeburg-Berlin komplett entschärft hatte über Monate hinweg.
Glücklicherweise wurde die Strecke auf etwa 80% Kapazität etwa 2 Wochen vor meiner Reise fertig gestellt und auch der Fahrplanwechsel, der die Strecke nur noch zweistündlich direkt und danach nur noch mit Umstieg in Genthin befahrbar machen lässt, lies bis heute auf sich warten.
So ging es also recht normal über die Elbe und ins Havelland, als mich für einen kurzen Moment der Atem verlässt und große Augen auf die Navigator-App starren: “Halt in Potsdam und Berlin-Wannsee entfällt”
Nach kurzer Recherche und panischem Überlegen, wie ich doch noch pünktlich über Berlin selbst am Flughafen eintreffen kann, entdecke ich die Entwarnung: Es traf nur den voraus fahrenden Zug von vor einer Stunde.
Schweiß von der Stirn gewischt, verlief der Rest recht ereignislos: Umstieg in Potsdam, das leidige Warten in Golm, die Fahrt zum BER, Check-In mit Selbstkiosk, Sicherheitskontrolle und auf dem Weg zur Lounge laufen wie Routine ab.
Einzig ein gewisser Schwarz-Gelber Flieger lässt mich etwas stutzig, was machen denn die Borussen hier?
War letzten Endes ein einfacher Eurowings-Flieger in Dortmund-Lackierung auf dem Weg nach Faro, aber das war auch nicht schlecht mit anzusehen.
Nach einer Schüssel Kürbissuppe mit Reis in der Tempelhof-Lounge geht es dann zum Start des Programms für den Tag:
SK1676 - BER - CPH - CRJ900
SK597 - CPH - BRU - CRJ900
Ja, meine ersten Flüge in der SAS Business Class wurden CRJs von Cityjet. Eh, gibt schlimmeres.
Der Grund dafür ist recht simpel von seiten SAS: Samstags werden die regulären A320neo für die längeren Trips nach Zypern, auf die Kanaren, nach Italien sowie Griechenland verwendet, um die winterdepressiven Skandinavier in die Sonne zu schicken für eine Woche.
So bleiben allerdings in der Flottenplanung dann nur noch die CRJs, ATR 72 und andere kleine Flugzeuge auf den regulären Kurzstrecken übrig, um den Verkehr abzuwickeln.
Der Einstieg geschieht am anderen Ende des Terminals bei den B Gates nahe der Lufthansa-Lounge, sodass das erste Workout des Tages erfolgreich gemeistert wird.
Am Gate selbst, sehen wir auch schon die CRJ900, die uns nach Kopenhagen bringt.
Sie steht gerade einmal keine hundert Meter vom Gate weg auf der nächstmöglichen Außenposition und es gibt einen Bus dorthin.
Berlin, never change.
Der Einstieg und Abflug selbst verlaufen reibungslos, nur der Sitz 2A ist etwas eng, zum Glück ohne Sitznachbarn auf beiden Flügen.
Auf dem Hüpfer nach Kopenhagen erwartet uns dann ein einfacher Snack, dazu Wasser und Tee bestellt:
Der Marzipanriegel ist jetzt nicht so meins, genauso wenig die dunkle Schokolade aber ich war jetzt auch nicht unbedingt groß hungrig zu dem Zeitpunkt, von daher ist es nicht weiter schlimm.
Der Tee - meistens mein eigentliches Augenmerk - war recht stupide ohne Milch oder Zucker, vielleicht hätte ich zumindest Milch rein machen lassen sollen, aber zumindest war ich damit warm und das war das Wichtigste.
Ein paar Impressionen vom Flug selbst:
Angekommen in CPH, geht es dann aus der CRJ aufs Vorfeld und über die Treppe ins Terminal 3 hinein bei den D Gates.
Von da ist es dann auch nicht weit in die SAS-Lounge, die neuerdings nun beide Teile - ehemals regulär Business sowie die Gold-Lounge auf der oberen Etage - vereinigt hat.
An Bildern fehlt es hier aus Respekt vor den anderen Passagieren, denen ich jetzt nicht eine Kamera oder Handy zumuten wollte, wenn alle einfach nur ihre Ruhe möchten, deswegen wird es keine eigenen Bilder aus den Lounges geben.
Hier in der Lounge besorge ich mir einen weiteren Happen, es gibt Dänisches Schinkenfilet mit Kartoffeln und Paprika-Tomatensoße, an sich gar nicht schlecht aber würde ich nicht tagtäglich essen wollen wie so manch anderer lokaler Business-Reisender oder Statuskunde es eventuell tut.
Nach etwa 2 Stunden Ruhe begebe ich mich dann auch auf den Weg zum Gate für meinen Flug nach Brüssel. Auch dieser ging von D4 weg und mein Sitz war nun 4F für die anderthalb Stunden Flug.
Das Abendessen sah wie folgt aus:
Manchmal frage ich mich wie andere Menschen so häufig hintereinander Snacks oder Mahlzeiten zu sich nehmen können auf den Flügen und in der Lounge, denn ich war vom Schinken und anderen Snacks schon voll.
Ich hatte gar nicht die Möglichkeit noch die nette Stewardess davon abzuhalten mir das Tablett zu geben und dankend abzulehnen, deswegen war das darauffolgende Gespräch etwas unangenehm als sie diesen dann abräumte und nur das Brot fehlte.
Die restliche Zeit verging recht schnell, danach ging es auch schon im Landeanflug nach Brüssel.
Da einmal angekommen, ging es zur Gepäckausgabe und der erste Ärger des Trips ging schon los:
Am großen Koffer ist einer der Zipper ab, der Sticker hat auch schon erste Gebrauchsspuren, muss also wohl jemand nicht pfleglich mit dem Koffer umgegangen sein oder dieser unglücklich hin und her geschleudert worden sein.
Überraschenderweise sollte es der einzige Schaden an jeglichen Besitztümern sein bis zum letzten Tag.
Von dort aus dann nach kurzer Suche und Warterei ist der Bus zum Hotel auch schon gefunden und die 3 € für das Ticket mal eben bezahlt. Ehe ich mich versehe komme ich auch schon in Zaventem in der Olmenstraat an, dort befindet sich das Hotel.
Als Accor-Loyalist wurde es das Novotel Brussels Airport für die Nacht, gebucht auf ein reguläres Superior-Zimmer mit Doppelbett.
Ich habe Glück und mein Gold-Status befördert mich auf die oberste Etage in ein Premium-Zimmer.
Ich entscheide mich, meinen Welcome Drink Voucher zu nutzen, was ich sonst nicht so häufig tue.
Unten fällt mir allerdings auf, dass sie den Voucher aus der App nicht nehmen und so muss ich dann noch einmal ins Zimmer sputen, um diesen zu holen.
Zu allem Überfluss habe ich Dussel nicht gelesen, dass Mocktails gar nicht darunter fallen und ich eigentlich so 10€ Lehrgeld bezahlen müsste. Der Barkeeper ist allerdings glücklicherweise gnädig und nimmt trotz meines Angebots, einfach die 10€ zu bezahlen, den Voucher an.
Meinen Mocktail trinke ich zügig, da die Bar innerhalb der nächsten Stunde schon schließt, sodass ich weniger genieße und einfach nur nicht in ein weiteres Fettnäpfchen treten wollte.
Nach so viel Aufregung und der freudigen Nachricht, dass Magdeburg den FC Nürnberg mit 3-0 abgeschossen hatte, bekomme ich dann noch 7 Stunden Schlaf und war einfach nur froh den ersten Tag überlebt und mich wieder in die Triproutine reingefunden zu haben.
Updates zu den weiteren Tagen folgen in den nächsten Tagen und Wochen inklusive der Erklärung aller Flüge und deren Nutzen für Status und andere Vorhaben.






















