Sonni hatte es schon mehrfach im Forum erwähnt, dass PKW-Rundreisen durch Ägypten gut möglich sind, ich möchte nun druckfrisch die 2026er Anmerkungen dazu machen.
Gebucht hatte ich Enterprise via Check24. Oneway-Fee war preislich okay. Kilometer gedeckelt (haben wir nur um 40 km unterschritten), Versicherung war alles abgedeckt. Abholung ex CAI Airport SEHR easy und freundlich. Würde ich immer empfehlen! Rückgabe skurril auf einem Hotelparkplatz in Hurghada, aber effektiv und freundlich.
Bucht ein SUV. Ich wiederhole: Bucht ein SUV! Sonst ist man auf dem Roadtrip schnell traurig. Die Straßen sind besser geworden, aber noch nicht perfekt. Und die Speed Bumps zahlreich und fies! Unser Auto hatte 100 k auf dem Tacho, war aber ein toller Kia 6 Zylinder. Hat sehr gut gepasst!
Wir sind in etwa diese Route gefahren: 1537 Kilometer mit dem Mietwagen in 8 Tagen
https://maps.app.goo.gl/dNngFq6Kw3vUAztLA?g_st=ic
die exakte Route war natürlich leicht anders. Insbesondere auch an einer Stelle. Wir sind immer die Route 75, Eastern Highway gefahren zwischen Cairo und Luxor. Bis Assiut ist die Autobahn sehr gut ausgebaut für 3 Spuren. Plus LKW Spuren. Es hat nur einmal 10 EGP Maut gekostet. Das mag sich zukünftig ändern - viele Mautstationen schienen noch im Bau zu sein. Die Autobahn war oft ein Umweg von 30 Kilometer, aber auf der Autobahn bin ich mit Durschnittstempo 140 km/h gefahren, inklusive Stops. Daher hat sich dieser Umweg immer leicht ausgezahlt. Über die Dörfer mit den Speed Bumps, Eselskarren etc. ist das Tempo deutlich niedriger. Wobei auch die Straßen links und rechts des Nils teilweise für einige Zeit Tempo 80-100 ermöglich, jedenfalls gen Esna oder Qena.
verglichen mit 2022 scheint die Sicherheitslage deutlich entspannter in Ägypten. Polizei und Armee sind weiter omnipräsent, aber es werden nicht mehr alle 15 Minuten die Personalien aufgenommen. Zwischen Kairo und Saqarah war es eine normale Fahrt. Auch die Auffahrt auf die Autobahn bis nach El Minya lief noch entspannt. Ab El Minya gab es die Polizei-Eskorten. Die liefen mal besser und mal schlechter ab. Die Logistik ist schon krass. Auf einer 2 Stunden Strecken hat man 5-6 Begleitungen, mit jeweils mindestens 4 Beamten. Wichtig: sie sind ausnahmslos super nett! Da gibt es kein vertun. Die Bullen waren allesamt sehr gastfreundlich - ob a Checkpoints oder mit den Eskorten. Einzig: kaum ein Bulle hat Internet auf dem Telefon. Sie lieben es zu telefonieren. Und das dauert. Gerade diese Übergaben… daher kommt es zu Umwegen. Und dann kennen die Polizisten die neuen Straßen oft nicht bzw. könnten nur ein geringes Tempo fahren. Wenn man Glück hat, darf man solo fahren, sobald man die Autobahnauffahrt erreicht hat. In jedem Fall bedarf es Geduld! Zwei Tage haben wir jeweils 60+ Minuten verwartet, plus diversen Minuten Umwege gedreht. Daher haben wir zwischen El Minya und Luxor nur immer 2/3 unseres Wunschprogramms geschafft. Sollte sich die Sicherheit aber weiter besser werden, ist mit den neuen Straßen (und diese gibt es jetzt!) in ein paar Jahren vielleicht fast ein normaler Road Trip möglich. Nach dem Verlassen von Abydos waren wir die Polizei wieder los. In Qena und Luxor kann man sich frei bewegen mit dem PKW. Gerade rund um Luxor war es himmlisch mit dem eigenen PKW zu fahren. Allein deswegen hat es sich gelohnt. Parken lief auch überraschend un-sackgängerisch. Eigentlich hatten wir fast nie Aufpasser, die unser bestes wollten. Als unser Geld.
Da in Luxor nur sehr wenige Mietwagen im Einsatz sind, hat das Parken bei den Hotels auch nie Geld gekostet (Hilton und Winter Palace). Bei den Attraktionen gab es auch immer freie Plätze.
Tanken wäre noch zu erwähnen. Paradoxerweise war es gerade rund um Luxor häufig, dass der Sprit alle war. Daher: IMMER in den Städten tanken. Uns ging nie das Benzin aus, aber es war schon skurril, dass in Ägypten so etwas vorkommen kann. Das kannten wir bisher nur aus Simbabwe.
Wer Fragen hat, schreibt einfach! So ein Ägypten Roadtrip ist schon aufregend und nicht für jedermann (bspw durfte mein Vater mit 65+ nicht mehr fahren!) und Mittelägypten hat uns ein bisschen gestresst mit der Polizei, aber die überwiegende Zeit waren wir super happy, so selbständig durchs Land reisen zu können. Der Verkehr ist speziell, aber wir sind ohne Schrammen problemlos durchgekommen.