Ich habe Gabelflüge mit United nach Südamerika ex Brüssel über einen Deal hier günstig gebucht und die Buchung mit ein paar Kurzaufenthalten in den USA “verschönert”:
Brüssel - Newark (25 Stunden Aufenthalt) - dann Newark - Santiago etc später Rückflug von Buenos aires über Houston, Washington, etc.
Nun sitze ich schon (jetzt gerade) den ganzen Tag am Gate in Brüssel, das Flugzeug hat ein Loch im Frachtraum und die Verspätung beträgt jetzt schon 4+ Stunden. Ich kenne die Regeln zur Entschädigungszahlung grundsätzlich, und eigentlich geht es ja um die verspätete Ankunft am Zielort. Bei einem gestückelten Ticket mit 7 Segmenten und vielen Aufenthalten frage ich mich aber, was der Zielort ist…? Ich würde eigentlich New York sagen, den dort wollte ich ja zunächst bleiben und ich konnte auch nur für dieses eine Segment bislang einchecken und das Gepäck auch. Wenn die Airline nun argumentieren würde, dass Santiago de Chile mein “Zielort” ist, hätte ich (voraussichtlich) keinen Anspruch auf Entschädigung, weil ich (voraussichtlich) den Flug dorthin erreichen werde, unabhängig davon, ob wir hier noch 2-3 Stunden in Brüssel festsitzen.
Hat jemand Erfahrungen/Meinungen etc, was bei Multistopoverflügen juristisch betrachtet das Ziel ist?
Gruß aus BRU
Isa
(PS: “Der Weg ist das Ziel!” nehme ich als Spaß schonmal vorweg)
Dazu müsste man das Ticket genauer kennen. Grundsätzlich klingt es für mich so, dass es tatsächlich eher ein Gabelflug ist, dann wäre Santiago der Zielort, bei einem Multi-Stop wäre es meiner Meinung nach sogar der letzte Flughafen auf deiner Reise, also irgendwas nach Washington.
In beiden Fällen ist aber Newark kein Zielort. Einzig was dafür spräche sind die 25h Aufenthalt.
Letztlich kannst du es versuchen zu claimen, inwieweit du dann gehen willst musst du wissen.
Welche Ticketinformationen benötigst du denn, um dir eine Meinung dazu zu bilden?
Ich hab nochmal in der Buchung nachgesehen, und bei United sind die insgesamt 7 Flüge in 4 Flüge unterteilt (s. Screenshot). Ich füge das mal an und stelle das zur allgemeinen Diskussion finde das spricht für meine Sichtweise, dass new York ein “Zielort” (von insgesamt 4) ist.
Off Topic 1: Übrigens soll es gleich losgehen. Wir sind bei 5 Stunden Verspätung, die Cargo muss aussortiert werden und zurück bleiben, aber unsere Koffer dürfen mit. Off-Topic 2: United hat nach etwas weniger als 2 Stunden bereits Wasserflaschen und Haribo Tüten verteilt, nach etwas unter 3 Stunden 14 Euro Voucher für den Food Court, und sie informieren alle 15 Minuten über den Stand der Reparatur. Sehr kulantes Vorgehen insgesamt
Das erkennt man aus den Fare Rules des jeweiligen Tickets. Ich gehe mal davon aus, dass ein Aufenthalt > 24h in der ersten Zielregion als Ziel gilt weil alles unter 24h ist auch nach den meisten Fare Rules nur ein Layover und kein Stopover.
Ist das alles auf einem Ticket? Dann ist meiner Meinung nach SCL das Ziel.
So isses. Aufenthalt von mehr als 24h ist kein Transit mehr, sondern ein Stop.
Ausschlaggebend für eine mögliche Entschädigung nach EC261 ist daher die Verspätung in EWR.
Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass der Rest der Reise nicht mehr unter die europäischen Regelungen fällt, da dies Flugreisen mit Abflug außerhalb der EU mit einer non-EU Airline sind.
In EWR sind aber laut Itinerary offenbar planmäßig nur 23h Aufenthalt vorgesehen
Wie @Turboisi im Ausgangspost auf 25h kommt, ist mir unklar.
Laut Screenshot ist Ankunft heute um 13:30, Weiterflug morgen um 12:30.
Gut, ich hab das geglaubt, was hier gepostet wurde. Wenn’s nur 23h Stunden sind, ist der Zielort tatsächlich SCL und die Verspätung in EWR irrelevant.
Es gäbe eventuell Anspruch auf Entschädigung, sollte dann noch irgendwas mit der Strecke EWR-IAH-SCL sein…
Der Rest der Reise fällt dann ab SCL sowieso nicht mehr unter EC261.
Also für mich spricht die UA-Darstellungsweise der Reise hier klar dafür, dass New York hier als separates Ziel gewertet wird (“Flight to New York”). Sieht mir stark nach einer Multi-Stop-Reise aus, wo man halt eigentlich auch klar mit der Zielsetzung bucht, ganz bestimmte Ziele zu erreichen und bestimmte Aufenthaltszeiten zu erwirken und eben nicht nur von A nach B über X (wobei X beliebig ist) zu kommen, sondern klar von A nach X (hier ist X eben nicht beliebig) weiter nach B zu kommen. Bei so was ist eigentlich jeder Stopp ein separates Ziel (hier: EWR, SCL, IAD, DUS). Dafür spricht ja auch, dass bisher nur bis New York eingecheckt werden konnte und nicht bis nach SCL. Basierend darauf würde ich auch einen Kompensationsanspruch versuchen durchzusetzen. Denn andernfalls müsste es ja schon von Beginn an “Flight to Santiago” lauten.
Dass zwischen diesen beiden als separat aufgeführten Reisen (ja, Reisen! Nicht Flüge, denn der “Flight to Santiago” hat ja zwei Flüge drin) nun weniger als 24h Aufenthalt zu Buche stehen, ist da m.E.n. belanglos.
Wenn es keine Multi-Stopp-Buchung wäre, dann würde hier einfach nur “Flight to Santiago” von Beginn an stehen, mit zwei Umstiegen in EWR und IAH.
So jedenfalls meine Lesart. Kompensation insofern beantragen und entsprechend argumentieren, wenn es abgelehnt wird.
Ja, wenn man davon ausgehen könnte, dass die Darstellung von Multi-Stopp itineraries bei amerikanischen Airlines (oder sagen wir mal bei airlines generell) logisch wäre, dann hast Du recht.
Meine Erfahrung ist jedoch, dass das alles völlig unlogisch ist. Ich hatte auch schon mal „Flight to XYZ“ irgendwo stehen, wo XYZ definitiv nur ein Umsteigeflughafen war. Da kann man so nix drauf geben.
Bei einem Eco Ticket dieser Art, ist es außerdem äußerst wahrscheinlich, dass es sich um eine (halbe) fare base für SCL kombiniert mit einer halben fare base für EZE handelt, was dann weiterhin gegen Deine Theorie spricht.
Dass man nicht bis SCL einchecken konnte kann unterschiedliche Gründe haben (Abflug in EWR noch zu weit in der Zukunft oder sonstiges Problem Stichwort International Transit USA).
Ich hatte mal ein Ticket BER-LHR-MIA-PTP bei dem in MIA definitiv nur ein Transit war und da konnte man auch nicht bis PTP einchecken. Auch das heißt erstmal gar nix.
Entspricht grundsätzlich meiner Lesart und so werde ich es auch mal versuchen. Bin aber natürlich kein Ticketing Experte und schau mal was von der Airline kommt. Danke für eure Meinungen und Erklärungen. Ich schreibe auf jeden Fall ein Update, wenn ich eine Rückmeldung habe.
Um die Hoffnung noch weiter zu reduzieren: ein Loch im Frachtraum könnte höhere Gewalt sein, wenn das nicht durch wartungsmangel sondern zb Missgeschick des flughafenpersonals entstanden ist. (Ich bin aber kein Jurist).
Mir wäre nicht bekannt dass jemals Passagiere gegen einen Flughafen vorgegangen sind wegen so einer Sache. Aber wäre auch mal spannend.
Laut Dauer-Live-Update des Bodenpersonals soll wohl eine Cargo Palette während des ankommenden Fluges so herumgeflogen sein, dass sie in der Wandfläche des Frachtraums verkeilt war. Ein Spezialteam mit einem Kran musste kommen und sie “bergen” und dann ein anderes Spezialteam den Schaden beurteilen und den Frachtraum wieder abdichten. Ob die Cargo Fracht nicht korrekt gesichert war oder äußere Einflüsse einen Sturzflug verursacht haben, das hat natürlich niemand gesagt. Gucken wir mal…