Wir haben dazu schon einige Fälle, bisher wird brav bezahlt.
Das ich das letzte Segment verfallen lassen kann ist inzwischen auch bei LH etc. klar, dass keine Nachberechnung erfolgt.
Was ist aber mit meinem Gepäck, dass ich in Frankfurt bzw. München bekommen möchte?
Da muss man teils etwas länger warten. Oft wird aber auf Wunsch nur bis München/Frankfurt eingecheckt
Hallo, was meist du mit “teils länger warten”?
Wir hatten z.B das Gepäck bis Amsterdam durch buchen müssen, aber in Frankfurt den Flug beendet. Wir haben uns dann im Ankunftsbereich bei Lufthansa gemeldet, damit das Gepäck nicht in den Flieger nach Amsterdam verladen wird. Man teilte uns ein Gepäckband Schalter mit wo solches Gepäck dann ausgespuckt worden ist. Hat ungefähr eine Stunde gedauert.
Im schlimmsten Fall bei knappen Umsteigeverbindungen warten die die im Flieger wohl auch „länger“ auf das Takeoff?
Ob das dann noch im Sinne aller Reisenden ist?
Wenn die Lufthansa gegen deinen Willen das Gepäck weiter befördern will ist sie selber Schuld.
Ich würde zwei Dinge trennen.
Wenn man das erste Segment nicht antritt, wird die Airline das sehr wahrscheinlich weiterhin als No-Show behandeln und die Folgesegmente automatisch stornieren. Ob das im Einzelfall rechtlich angreifbar ist, ist die eine Frage. Praktisch steht man dann aber erstmal am Flughafen und kommt nicht weiter. Was will man in dem Moment dagegen tun? Hotline, Beschwerde, Anwalt, Klageweg – alles langsam, aber der Anschlussflug ist dann weg.
Anders sieht es beim letzten Segment aus. Wenn ich die Reise faktisch schon fast vollständig abgeflogen habe und nur das letzte Teilstück nicht nutze, ist die praktische Lage eine andere. Dann kann die Airline mich nicht mehr vom bereits genutzten Transport ausschließen. Und nach dem BGH-Urteil dürfte sie eben nicht einfach pauschal nachberechnen. Auch da kann sie natürlich Ärger machen, aber die Druckposition ist deutlich schwächer. Was will sie konkret tun, außer eine Forderung zu stellen, die dann rechtlich überprüfbar wäre?
Die spannende Frage ist daher weniger, ob das theoretisch geht, sondern was in der Praxis passiert. Beim ersten Segment bleibt das Risiko massiv, weil die Airline technisch am längeren Hebel sitzt. Beim letzten Segment ist der Passagier deutlich besser geschützt.
Langfristig dürfte der „Trick“ ohnehin nur funktionieren, solange er nicht massenhaft genutzt wird. Wenn plötzlich alle systematisch günstigere Routings buchen und das letzte Segment verfallen lassen, verschwindet die Arbitrage irgendwann. Der Markt wird das einpreisen. Das ist im Grunde wie an der Börse: Wenn es ein fast identisches Ersatzprodukt für Gold gäbe, mit nahezu denselben Eigenschaften, aber deutlich günstiger, würde der Preis nicht dauerhaft weit darunter bleiben. Er würde sich annähern, vielleicht mit einem kleinen Abschlag wegen Restrisiko und Unbequemlichkeit. Genau so dürfte es hier auch laufen: Solange nur wenige es nutzen, bleibt die Lücke. Wenn es Standard wird, wird sie kleiner oder verschwindet.
Fortsetzung der Diskussion von BGH-Urteil zu Lufthansa + neue ABB – kann man jetzt Segmente skippen? Auch bei Meilen?:
Wie du schreibst !
“Langfristig dürfte der „Trick“ ohnehin nur funktionieren, solange er nicht massenhaft genutzt wird. Wenn plötzlich alle systematisch günstigere Routings buchen und das letzte Segment verfallen lassen, verschwindet die Arbitrage irgendwann. “
Also macht damit nicht mehr so viel Werbung!