Erlebnisbericht New York Blizzard 2026

Hallo Forum,

hatte erwartet, daß sicherlich mehrere Foristen während des “Jahrhundertblizzards” im Februar an der Ostküste der USA gestrandet wären und hier ihre Erlebnisse teilen würden. Wenn ich mich nicht irre, war das bisher nicht der Fall, darum für diejenigen, die es interessiert, hier ein kurzer Erlebnisbericht.

Wir waren für den 23.02. auf SK916/661 JFK-CPH-MUC ab 17:35/an 09:30 gebucht. Am 22. kam dann die (erwartbare) Mail von SAS, daß unser Flug gestrichen sei - Umbuchung für denselben Abend auf Finnair mit Abflug 22:45 und dann weiter HEL-CPH-MUC mit SAS. Daß Finnair bei der Wettervorhersage würde fliegen können fand ich ziemlich optimistisch und wenig erstaunlich wurde auch der neue Flug annulliert. Ab dann wurde es seltsam, denn aus irgendeinem Grund wurde nun die Buchung von Finnair “übernommen” (keine Ahnung wie das bei zwei Airlines, die in verschiedenen Allianzen sind, möglich ist) und wir waren umgebucht auf JFK-HEL-MUC am Abend des 25.02. (ab 22:45/an 17:55).

Zusätzlich stellte Finnair Links für Hotelbuchung, Verpflegungs- und Taxivoucher zur Verfügung. Während sich die beiden letztgenannten “Voucher” tatsächlich als Anweisung sämtliche Rechnungen zwecks Erstattung aufzubewahren entpuppten, führte ersterer wirklich auf eine Buchungsseite, auf der unter verschiedenen New Yorker Hotels gewählt werden konnte. Eines in der Nähe ausgesucht und gebucht: Statt der erwarteten zwei Nächte + Late Check-Out (oder Tagesnutzung) bekamen wir allerdings nur eine Nacht zugestanden! Keine Ahnung was sich Finnair dabei gedacht hat.

Da sowohl die Aussicht zwischen Hotel-Check-Out und Abflug einen halben Tag sinnlos totschlagen zu müssen, als auch die verspätete Ankunft in MUC am frühen Abend uns nicht wirklich in Euphorie versetzte, versuchten wir den Rückflug wieder auf SAS umzubuchen. Leider ging dies weder bei AY noch SK selbständig online, aber - und da muß ich SAS wirklich ein Lob aussprechen - über den Chat hat dies ein freundlicher und kompetenter Mitarbeiter in kürzester Zeit erledigt, so daß wir wieder bei den ursprünglichen Flugzeiten (nur eben zwei Tage später) waren.

Im Nachgang lief es dann leider weniger rund: Am Flughafen wurden wir trotz knapper Umsteigezeit (45 Minuten) und Verspätung genötigt unser Handgepäck aufzugeben - mit dem wenig überraschenden Resultat, daß dieses erst zwei Tage später eintraf.

Und was die Erstattung der Auslagen anbetrifft, weigert sich SAS die Kreditkartenabrechnung anzuerkennen und besteht auf einzelnen Belegen (hoffe die sind noch alle da). Kann ich echt nicht nachvollziehen, wo da das Problem sein soll - all die relevanten Daten stehen doch auch auf dem Kontoauszug der Kreditkarte.

Zu guter Letzt noch zum Blizzard am 22.02. (der mittlerweile tatsächlich einen Wikieintrag hat): Wir hatten in der 14. Straße West ein Zimmer mit Fenster zur Straße und das war besser als Kino. Bereits ab dem frühen Morgen standen Schneepflüge in Bereitschaft und dann am Nachmittag begann es kontinuierlich zu schneien. Die Räumfahrzeuge waren ununterbrochen im Einsatz und schmissen Unmengen an Streusalz auf die Straßen (unweigerlich verglich man dies mit der lächerlichen Diskussion die darüber jüngst in Berlin geführt wurde) und auf der Straßenseite gegenüber waren die Menschen vergeblich bemühte die Gehsteige freizuschippen - auf der einen Seite fertig war das andere Ende schon wieder zugeschneit. Nichtsdestotrotz hätte ich von einem “Jahrhundertblizzard” mehr erwartet - gut, es hat 24 Stunden geschneit und im Fernsehen konnte man sehen, daß es anderenorts wirklich gestürmt hat, aber in der Stadt war dies relativ harmlos und auch die Schneemenge von ca. 50cm war jetzt nichts, was vor nicht allzulanger Zeit ein normaler Winter in den Alpen zu bieten hatte, wenn die Urlauber tagelang eingeschneit waren. Am 24. dann war der Central Park voll von Menschen die sich an der tiefverschneiten Landschaft ergötzten und die Straßen und Gehwege waren größtenteils schon von Schnee und Eis befreit.

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