einen EU261 Antrag aus 2024 lehnte Lufthansa damals ab. Damals war eine Maschine aus operativen Gründen zu spät (deutlich weniger als 3h) in FRA gestartet. Aufgrund der Verspätung gerieten wir in ein Gewitter und konnten nicht pünktlich landen. Laut Ansage der Besatzungscrew ist der entgültige Grund für eine dann erfolgte Umleitung nach VIE das erreichte Nachtflugverbot. In dem Statement redet Lufthansa von ATC Anweisung.
Aus Kulanz bietet mir Lufthansa vor der SRUV 100€ (50€ p.P.) an.
Sollte man ein solches Angebot annehmen? Ich denke es wird LH schwer fallen nachzuweisen, dass nicht die vorausgegange Verspätung für das Erreichen des Gewitters und später des Nachtflugverbotes verantwortlich ist.
Andererseits dauern laufende SRUV Verfahren bei mir schon 4 Monate an und ich wäre über eine schnelle Zahlung dankbar.
Meint ihr man kann ein Gegenangebot schicken. 200€ wären doch deutlich angebrachter.
Ich sehe es so, dass das bei den Methode hat und sie darauf spekulieren, dass man das annimmt beziehungsweise den Aufwand scheut, um an sein Recht zu gelangen.
Dafür müsste Lufthansa eigentlich noch mehr zahlen, damit der wirtschaftliche Anreiz nicht da ist genauso zu handeln.
Ich sehe die Gefahr, dass sie sich dieses Mal erfolgreich mit dem Gewitter rausreden können. Und es könnte schwierig werden, den Nachweis zu führen, dass man bei einem pünktlichen Abflug nicht in das Gewitter geraten wäre, oder ob das hier überhaupt relevant ist.
Allgemein bekomme ich auch immer mehr das Bild, dass Anträge provisorisch erstmal abgelehnt werden und falls man dem dann misstraut, kann man ja weitere Schritte unternehmen. Solange LH vor einer Klage einknickt, entstehen ja keine Extrakosten? Und selbst bei eindeutigen Fällen, fordert man irgendwelche Daten an und reagiert dann nicht mehr oder streitet vielleicht den Zugang an?
Das ist auch mein Punkt, warum ich hier nicht gleich impulsiv “nein” geschrien hab. Inwiefern zählt denn so eine Kausalkette? Zusätzlich muss LH ja noch Nachweisen, dass alle Maßnahmen zur Minderung der Verspätung ergriffen wurden. Das kann ich mir bei einer Umleitung nach VIE (ohne Direktflüge nach DRS) kaum vorstellen. BER, HAJ und co. waren ja auch noch offen. Mehr Ansätze sehe ich aber leider auch nicht.
Ich finde es sehr interessant, dass man Dir direkt eine Entschädigung anbietet. Basierend auf den sehr üblichen Textbausteinen in solchen Fällen sieht man den Grund ja eindeutig bei außergewöhnlichen Umständen verortet, ohne dabei auf die davor eingetretene Verspätung einzugehen. Von solch einem Angebot habe ich noch nicht gehört. Oder gibt’s das Angebot vielleicht generell bei Umleitungen? Bist Du eventuell SEN?
Mir scheint es hier, dass man den verspäteten Abflug irgendwie im Hinterkopf hat und deshalb mal zumindest etwas anbietet, ohne es direkt zuzugeben. Ich würde es jedenfalls annehmen, aber durchaus noch ein Gegenangebot vorschlagen. Verlieren kannst Du damit nichts.
Ich würde das Geld annehmen oder das Verfahren bei einem Fluggastrechteportal wie Flightright abladen. Die verlangen zwar Provision, aber du hast kein Risiko. Gerade bei Fällen, die nicht zu 100% klar sind, ist das keine schlechte Option.
Nein, beides geht natürlich nicht. Und bei Flightright und Co. hast du zwar kein Risiko draufzuzahlen, könntest am Ende aber mit nichts dastehen. Spatz in der Hand vs. Taube auf dem Dach Szenario.
Nahe Dresden gibt es noch andere 24H-Flüghäfen (wie z.B. Erfurt-Weimar) die man hätte anfliegen können. Von dort aus wärst du dann schneller nach Dresden gelangt.
Eine Umleitung nach Wien sieht sehr stark danach aus, als hätte LH den Flieger am nächsten Tag sowieso dort gebraucht. Die nächste Alternative aus Dresden ist es jedenfalls nicht.