Reisebericht China (Shanghai, Peking, Pingyao, Xi'An, Hainan)

Bei uns war dieses Jahr die Barclays Visa etwas zickig. Nach 10-15 Transaktionen wurde sie regelmäßig gesperrt und ich musste sie per SMS wieder freischalten. Zu meiner Überraschung zu Hause, haben diese SMS aber nichts gekostet. Extrem gut hat die Bank Norwegian Visa funktioniert. Nachdem Barclays das dritte mal die Karte gesperrt hat, habe ich die Norwegian Visa bei Alipay hinterlegt und hatte damit 3 Wochen lang keinerlei Probleme. In Summe waren es etwa 10.000 CNY bei über 100 Transaktionen. Und das ohne einen Cent Gebühren (außer der Gebühren von Alipay bei Beträgen über 200 CNY) Der Wechselkurs entsprach auch fast genau dem aktuellen Kurs, den uns Google gegeben hat. Sehr positiv überrascht von der Bank Norwegian Visa!

Bei mir funzen Alipay und wechat sowohl mit Visa als auch mit Mastercard, nicht weil ich ein toller Hecht bin sondern durch trial und Error.
Der Bottleneck ist, wie die Kreditkarte bzw. die jeweilige Bank mit online Überweisungen und online Bestätigungen umgeht. Ich glaube, das liegt weniger an Visa oder Mastercard, sondern an die Bank. eine alte Visa Karte hat bei mir in China auch stets Probleme bereitet, bis ich herausgefunden habe (trial & error), dass die persönliche Bestätigung für die Überweisung in die Leere läuft. Neulich hat die Bank, die Art und Weise der Bestätigung für die Online Überweisung geändert, und zack hat mit der Karte sowol bei Wixi als auch bei Ali geklappt.
Nochmal mein Bericht beruht lediglich auf empirische Erfahrungen. Grundsätzlich liegt es nicht an Alipay und wechat. Diese Apps sowie die Digitalisierung dahinter sind nicht nur verdammt gut, sondern verdammt duchrdacht und mit milliarden von Nutzern verprobt.

Grüße aus Shanghai
E.

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Ich hab das gerade gelesen. Ich war bisher nur in Tibet - wenn man das als China bezeichnen will. Wir waren auch auf Wegen unterwegs die ziemlich abseits von allem waren. Auch wenn wir alleine auf der Siche nach Essen waren, sind wir da rein wo sehr viele Einheimische sitzen. Man kann ja auch auf etwas zeigen was am anderen Tisch gegessen wird. Nie hatten wir Probleme.

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Da ich gerade in China bin und an dich gedacht habe, schicke ich dir einen besonderen kulinarischen Gruß mit ein Paar typischen chinesischen (Sichuan) Snacks: Hasen-Köppe, Hühner-Köppe, Enten-Schädel. Hünerfüße sind heute leider alle.

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Eine Rückfrage zur offiziellen Bahn-App: kann man nur ein Ticket kaufen oder ist es möglich für mehrere Personen Tickets im gleichen Zug/der gleichen Buchung zu ordern?
Ich frage nach wegen der Registrierung mit Passnummer…

Es ist möglich auch für mehrere zu buchen. Der Passagier muss nur vorher auch mit Passnummer angelegt werden.

Funktioniert fast genauso einfach wie bei trip.com ist aber billiger, durch den Wegfall der Buchungsgebühr. App ist komplett auf englisch. Außerdem gibt es wie so oft in China bei kurzfristiger Buchung Rabatt, z. B. für morgen 10% auf der Beispielroute. Bezahlung ist allerdings in CNY, nicht in EUR wie bei trip, Gebührenfreie Kreditkarte also von Vorteil.

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Nachdem die Posts von Dennis sowas wie der
Goldstandard für praktische Tipps zum Buchen eines China-Trips sind, will ich mal versuchen, ein wenig zu ergänzen mit Infos der letzten zwei Wochen.

Da die visafreie Einreise zum Zeitpunkt unserer Reise-Buchung noch 15 und nicht 30 Tage Aufenthalt ermöglichte, haben wir heute bereits China verlassen - und sind in die Sonderverwaltungszone Macao ausgereist. Was bleibt uns von China? Es war eine der spannendsten Reisen, die wir bisher erleben durften. Vorbereitung ist aber wichtig: ohne China-Apps und eine ausländische eSIM ist der Urlaub nur der halbe Spaß. Die große Firewall schluckt quasi alle “unsere Apps”. Ohne die chinesischen kann man aber vor Ort nichts machen.

Didi als lokales Uber war unbezahlbar. Wartezeit teils nur Sekunden, perfekte App, genial! Fahrpreise zwischen 1€ bis 20 Euro (60 Kilometer!!!), in der Regel 2-4 Euro. Echte Taxifahrer nerven mit dem (nicht-anmachen des) Taxameter und wollen lieber handeln - und fahren oft alte klapprige Autos. Teils kann man Taxis über Didi buchen - das ist angenehmer. Mit den Didis erlebt man außerdem ein Best Of der chinesischen E-Autos. Beeindruckend!

Mit Alipay und WeChat kann man 99% aller Transaktionen bezahlen, denn Handyempfang mit 5G gibt es nahezu überall. Zwei Mal im gesamten Urlaub musste ich mit Bargeld bezahlen - ansonsten habe ich meine Mao-Scheine mehr “abgeworfen”, um sie wieder loszuwerden. Alipay und WeChat-Zahlungen dauern zwar minimal länger als Kontaktlos-Zahlungen mit der Kreditkarte, aber ansonsten ist es schon sehr praktisch, da jeder kleinste Händler so mobile Zahlungen abwickeln kann.

Googlemaps ist auf dem Stand von 2008 - was in einem Land wie China bedeutet: es ist komplett wertlos. Daher waren Restaurantsuchen etc ungewohnt schwierig - und wir sind oldschool auf Empfehlungen unserer Hotels umgestiegen nach ein paar Tagen. Das hat (wider erwartend) super geklappt! Navigation mit AppleMaps (auch U-Bahnen) war aber okay und mit WeChat sehr simpel mit Schriftzeichen, wenn man denn die Adresse irgendwoher kopieren konnte.

Nahverkehr bedeutet in jeder Millionenstadt: Fahrerlose U-Bahnen (außer Peking, da zu alt und ostig) und Ticketpreise von 35 Cent pro Fahrt. Zutritt und Umstiege dauern meist 5-10 Minuten wegen der langen Wegen. Zahlung der U-Bahn in den Metropolen mit kontaktlosen Kreditkarten oder per Alipay am Automaten. Alle Anzeigen und Ansagen sind (auch) immer auf Englisch.

China ehrt seine Rentner - was bedeutet, dass man ab 60 (manchmal 65) nahezu in jede Attraktion für den halben Preis oder NULL Yuan reindarf. Zugangsberechtigung ist in China eh immer: der Reisepass bzw. die Passnummer. Zugfahrten sind wie Flüge durchgetaktet. Checkin mit Sicherheitskontrolle, danach Boarding 15 Minuten vor Abfahrt. Zutritt schließt 5 Minuten vor Abfahrt. Meistens fährt der Zug 1 Minute VOR dem Fahrplan ab… Es ist immer alles pünktlich, auch im Zug ist alles auf Englisch verfügbar. Dir Bahnhöfe liegen aber meist weit draußen, sodass man danach 20-30 Minuten mit dem Didi ans Ziel fährt. Die Metropolen haben U-Bahn-Anschlüsse gebaut, aber mit Gepäck ist ein Didi fast immer netter.

Apropos: Chinesen sind unfassbar hilfsbereit! Wirklich! Wir hatten drei direkte Begegnungspunkte, wo sich Wildfremde minutenlang um unsere Belange gekümmert haben. Klappen Dinge mit WeChat nicht (bestimmte MiniApps laufen nicht mit deutscher Handynummer und die Übersetzung der App funktioniert nicht immer), unterstützt das Personal beherzt fix selbst und klickt einen durch die App. Selbst ein an sich geschäftstüchtiger Taxifahrer hat extra noch die Rückgabe unseres Audio-Guides nach der Schließzeit mittels Anrufen klar gemacht, ohne dafür die Hand aufzumachen. Trinkgeld wird eigentlich nie erwartet - und es ist faszinierend wie fleißig alle Angestellten sind. Gefühlt arbeitet jeder und das ständig. Die Straße wird gekehrt, es wird Didi gefahren, es werden Dienstleistungen angeboten, Dinge verkauft…

China ist das kapitalistischste Land des Planeten. Wer hätte das gedacht!? Aufgrund der geringen Preise ist China für uns Deutsche derzeit ein Schlaraffenland. Ich vermute, wir haben zu dritt in zwei Wochen weniger Geld ausgeben, als wir das pro Person in Europa in einer Woche getan hätten. Jedenfalls hat das Konto meiner DKB-Visa, über die mein Alipay und WeChat laufen, sich kaum sichtbar bewegt. Kriminalität gibt es aufgrund der Armada an Kameras sowie Polizei nicht. Diese Präsenz ist auch nach ein paar Tagen etwas ungewohnt - und vor allem gefühlt unnötig. Parteipropaganda gibt es in den Zügen, aber sonst nur sehr selten in der Öffentlichkeit. Im Fernsehen geht es nur teils politisch zu.

Zuguterletzt das Essen: hier hatte ich ordentlich Bammel. Und ehrlicherweise war ich auch noch nie so oft in meinem Leben bei McDonalds (4 Mal in einem Urlaub vs. 0 in anderen) und habe so konsequent Kettenhotels amerikanischer oder europäischer Prägung gebucht (etwa 50%), um ein westliches Frühstück zu bekommen. Diese kleinen Komfortinseln hätte ich auch nicht missen wollen. Denn zwei Dinge schmecken mir in Asien weiter zu 90% nicht: Nudelsuppen zum Frühstück und trockene Desserts. Ausprobieren ist okay, aber ich brauche es schlichtweg nicht. Ansonsten haben wir feststellen dürfen: Restaurants sind viel hygienischer und abwechslungsreicher, als es Chinatowns weltweit vermuten lassen. Wir haben nahezu immer grandios gespeist. Oft auf Basis einer englischen Speisekarte (dank Alipay!), manchmal durch bloßes Probieren. Denn zu dritt haben Abendessen mit Getränken zwischen 20 und 50 Euro gekostet. Die Fleisch- und Fischmengen waren dabei oft sehr gering, aber fast immer ohne Ekelfaktor. Hähnchen sollte man halt wirklich NICHT ordern (falls man Filet erwartet), während bei Rindfleisch und Schwein wirklich essbare Stücke serviert werden, sofern man nicht “die Spezialitäten” ordert. In Peking haben wir zwei Mal Pekingente und sogar eine Flasche chinesischen Rotwein (gar nicht verkehrt…) bestellt. Beide Mal hat uns das Dinner 125€ zu dritt gekostet. Einmal im Luxus-Restaurant, einmal eher traditionell - hier waren dann aber noch ca 8 andere Speisen auf unseren Tisch. Regional waren die einzelnen Städte sehr abwechslungsreich kulinarisch auf unsrer Reise. Nur eine Sache gab es fast nie: Reis! Eigentlich hat jede Region ihre besonderen Nudeln. Die Kellner geben sich häufig Mühe den Langnasen ein paar Kniffe beim Essen oder Highlight der Speisekarte zu zeigen. Bezahlt wird natürlich auch hier per Alipay und WeChat. Highlight ist in mancher Region: der Yoghurt! Und der schmeckt auch wirklich gut. Im Supermarkt wird übrigens ALLES an Getier und vom Getier verkauft. Schildkröten krabbeln dort genauso wie Krebse und Langusten umher.

Zuallerletzt - die Lokus-Frage: Die meisten Städte sind so sauber, dass man von der Straße essen könnte. Es gibt alle 500 Meter ein öffentliches Klo, was aus den Zeiten stammt, als viele Wohnungen kein fließend Wasser hatten. Diese Toiletten sind oft extrem sauber, aber eigentlich immer sauberer als öffentliche Klos in Europa!? Piktogramme weisen darauf hin, wo es “westliche Schüsseln” und wo es “Schlund-Klos” gibt. Erstere gibt es in allen Zügen und auch fast ausnahmslos in geringer Anzahl auf öffentlichen Toiletten. Nur Toilettenpapier ist manchmal aus bzw. nicht vorhanden. Der Einkauf bei DM für feuchtes Toilettenpapier hat sich also gelohnt. Auch wenn der Bedarf etwa 80% geringer als in Sri Lanka oder Kambodscha ist.

Fazit: China kann bzw. sollte man machen! Das Preis/Leistungs-Verhältnis ist top - und das Land ist faszinierend anders. Nur zwei Dinge sind am Ende nach zwei Wochen auf der Negativ-Liste geblieben. Allzu sonnig ist es nicht gewesen (vor allem stimmt die Wettervorhersage nicht…) und der Mangel an Mineralwasser mit Kohlensäure ist geradezu kriminell (und selbst für Asien untypisch)! Liegt aber vermutlich an den nicht vorhandenen Europäischen Touristen. Selten so wenig Deutsche auf Reisen erlebt. Italiener und Spanier waren es ein paar mehr, doch auch nicht signifikant. China - wir werden wiederkommen!

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Didi war unbezahlbar? Du meinst im Positiven Sinne.

Wie genau war nun Deine Route?

EXTREM positiv. Im Sinne von: ohne die Didi App wäre eine Tour auf eigene Faust viel schwieriger. In Touri-Gegenden ist eigentlich IMMER ein Didi-Netz vorhanden und die Wartezeit auf das Auto dauert zwischen 10 Sekunden und 5 Minuten. Selbst weit von Zentren entfernt.

Nur als wir in Fengshuan waren, gab es Didi nicht. Daher war Handeln mit Fahrern angesagt und klare Beschreibungen (China-App zeigen!), wo wir hinwollen. Ich war nach wenigen Sekunden so angenervt von dieser Marktschreierei und wurde sehr kartoffeldeutsch, sodass der Fahrer recht schnell einen akzeptablen Preis vorgeschlagen für die kurze Tour hat, der nur 10% von dem Preis abwich, den wir für die Rückfahrt zum Bahnhof zahlen mussten, als das Hotel es organisiert hat.

Zu deiner Frage: Ich habe mich stark an den Hinweisen von Dennis oben entlang gehangelt - und kann es nur empfehlen.

Wir haben gemacht:

  • Shanghai (1 1/2 Tage) mit Kanalstadt Souzhou (1 Tagestrip) - hier geht locker ein weiterer Tag dranzuhängen, wenngleich Shanghai mehr ankommen und akklimatisieren als hartes Touri-Programm ist mMn
  • Flug nach DYG für Zhangjiajie, Tianmen und Zugfahrt hin und zurück nach Fengshuan (3 Tage) - wir hatten ähnlich wie Dennis Pech mit dem Wetter und die Tage waren sehr voll gepackt - und den Grand Canyon haben wir nicht geschafft. Ergo: hier kann man locker 4 Tage allein in Zhangiajie verbringen. Der eine Tag Fengshuang reicht aber locker. Anfahrt abends wegen der Lichter, Morgenspaziergang am nächsten Tag und mittags wieder retour…
  • Flug nach Xi’An für Terrakotta-Armee (2 Tage; 1 Tag Nekropolis-Tour und 1 Tag Xi’An - hier empfehle ich 3-4 Tage)
  • Zugfahrt nach Pingyao. Abends super schön, tagsüber noch mehr ein Träumchen. Ein Tag reicht für die Stadt; wenn man zu dem Compounds aufs Land will, braucht man einen weiteren Tag.
  • Zugfahrt nach Datong für die krasse FAKE Altstadt (reicht ein halber Tag) und einen halben Buddha-Gucken. Wenn du die Klöster noch sehen willst, brauchst du zwei Tage vor Ort.
    Zugfahrt nach Peking. 2 1/2 Tage plus ein Tages-Ausflug zur Chinesischen Mauer. Das Kernprogramm haben wir geschafft, es war aber anstrengend und wir hatten früh auf dem Schirm, dass wir Peking bei einer anderen Reise nochmals für 2-3 Tage dranhängen werden…
  • Flug nach Macau für den Ausklang (1 Abend und 1 Tag - es reichte zeitlich!). Dann Fährfahrt nach Hongkong (sehr witzig!) und direkte Weiterfahrt zum HKG Airport für den Heimflug…
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Danke für den Bericht. Mich schreckt das Essen auch noch ab, daher zögere ich (wieder) nach China zu reisen. Ich hatte schon in Hong Kong das Problem etwas essbares chinesisches zu finden und das obwohl die Stadt sehr international ist. Habe fast nur nicht-chinesische Küche gegessen dort. Ich denke im “richtigen” China kann es nur schlimmer sein.

Die Übersetzung von chinesischen Speisen (egal ob vom Restaurant oder von einer app übersetzt) ist meistens unbrauchbar. Man bekommt dann irgendein undefinierbares Zeug mit “Fleisch” (= mehr knochen als fleisch oder komplett verknorpelter Abfall) in einer extrem überwürzten sauce :frowning:

Gibt es irgendeine englischsprachige App mit der man Restaurants findet, wenn google maps so schlecht funktioniert?

Wenn Du verständlicherweise Berührungsängste hast, so gibt es mittlerweile in fast jede touristisch erschlossene Stadt in China sehr moderne Malls. In den Malls gibt es Food-Courts und Restaurants, die eher dem westlichen Standard entsprechen und Menüs mit Bilder haben. Das vereinfacht die Sache ungemein.

Nutzt nichts wenn alles nur chinesisch angeschrieben ist mit der wie schon erwähnten unbrauchbaren Übersetzung. Bilder kenne ich, man erkennt leider nicht was dieses Essen sein soll.

Ich habe kein Problem mit jeder anderen asiatischen Küche. Da gehts nicht um deine mir unterstellten “Berührungsängste” sondern um einfachen Überlebensinstinkt. Ich habe sicher keine Lust wenn ich verhungert nach Stundenlangem zu Fuß gehen durch etliche Gerichte durchprobieren muss und die hälfte wegschmeißen muss.

Darum suche ich eine app wo man Bewertungen lesen kann und im idealfall Bilder des Essens mit Namen hat. Also so wie man in jedem andren Land auf google maps Restaurants findet.

Googlemaps kannst du völlig vergessen, leider auch Tripadvisor, weil die meisten Rezensionen pre-Covid sind. Seit 2020 gibt es kaum noch Bewertungen. Habe mich dann ein bisschen in der AMAP China-App abgemüht, es dann aber auch schnell sein lassen. Insgesamt habe ich KEINE hilfreiche und praktikable App gefunden…

Die ersten Tage in Shanghai und Zhanjiaje hatten wir dann auch die schwächsten Essens-Erlebnisse, weil wir auf gut Glück gesucht haben - und sind fix auf westliches Essen ausgewichen (was geschmacklich in Ordnung bzw. gut war). Ab Xi’An sind wir dann auf Empfehlungen von Reiseblogs (oft nicht sehr praktisch, wenn du am anderen Ende der Stadt wohnst und dann zur Location eines vermeintlichen heißen Foodie-Places fährst) und deutlich wichtiger der Hotel-Rezeption umgestiegen. Alle Tipps waren eine 10/10.

Da ich beim Essen schon etwas komplizierter bin, waren ich und China nicht automatisch kompatibel. Als Lektion aus 14 Tagen: Bestelle NIE Hähnchen. Man kriegt einfach alles vom Tier und es ist nie ohne Knorpel/Knochen etc. Nein, Danke! Rindfleisch war wiederum zu meiner Überraschung IMMER essbar - und oftmals sehr zart und lecker, sei es als Gulasch-Variante oder dünnes Kurzgebratenes. Mit Tofu-Gerichten machst du nie was verkehrt - und mit ein zwei Veggie-Tellern kann man den Tisch erstmal füllen lassen und den ärgsten Hunger bekämpfen. Häufig gibt es auch Gerichte mit Ei - die gehen auch immer. Apropos: wir lieben Dimsum. Die gehen natürlich auch immer, kann man aber selbstverständlich nur jeden dritten Tag mal essen, bevor es langweilig wird. Das war jetzt mehr die Negativ-Abgrenzung… Positiv gedreht: in Xi’An schmeckt einfach alles! Es gibt in allen größeren Städten Food Tours (bspw. Lost Plate), die auch sehr touri-kompatibel harmloses China-Food bieten. Peking-Ente in Peking ist ein no brainer. Zuguterletzt ein paar Fotos…

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Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Erfahrungsbericht. Wir haben genug Zeit und ich werde das was Du als Zusatznotiz beigemerkt hast,beachten. Welche Hotels hast Du gebucht? Kannst Du mir welche empfehlen? Also für Peking und Shanghai habe ich meine Wahl schon getroffen. Nur die anderen würden mich interessieren.

essen ist für uns kein Problem. Ich esse absolut kein Seafood. Aber das sollte in China kein Problem sein.

Kann ich nur so bestätigen.

Wenn du Hähnchen meidest und sonst den Übersetzer nutzt (du weißt dann zwar nicht genau, was für ein Fleisch du bekommst, aber Innereien fischt er ganz gut raus) kommst du Fleischtechnisch ganz gut durch.

Ich bin immer dahin, wo es voll war und gut geduftet hat. Das war nie ein Flop. Einfach auf ein Bild zeigen und dazu mit dem Übersetzer sagen, dass du es nicht so scharf magst. Sollte deine Auswahl scharf sein, wird die Bedienung dir was anderes auf der Karte zeigen.

Hotpot solltest du meiden. Ich esse ja wirklich gerne scharf, aber das ist für jemand der es nicht so scharf mag, vermutlich ungenießbar.

Wobei die Pingyao-Hotpot-Variante (oben abgebildet) nicht so scharf und mal was anderes war. Ist nicht mein Lieblingsgericht geworden, aber auch hier galt: gute Fleischqualität und lecker. In Peking gab es dann Lamm (essbar) und Rinderfettschinken (so wie man es aus Deutschland beim Chinesen kennt; d.h. widerlich) in einer eher scharfen Brühe im Hotpot, was ich nicht so mochte.

Teil 1 des Hotelberichts. Der Rest folgt später.

Hampton by Hilton Zhangjiajie Tianmen Mountain: perfektes westliches Kettenhotel für weniger als 50 EUR Ü/F via Trip.com. Einzig: die Fahrstühle sind wirklich nervig. Ansonsten: Frühstück bietet 3 Stationen: chinesisch, koreanisch/Rest-Asien und westlich mit Obst, Croissant etc. Nach deutschen Maßstäben: 3-4 Sterne Hotel. Zur Hauptfrühstückszeit ist es aber apokalyptisch voll und trubelig, bis die chinesischen Bustouren weg sind. Aber das wird vermutlich in allen Hotels in der Gegend sein. Lage: direkt gegenüber vond er Sailbahn für Tianmenshan. Mit dem Didi kommt man sonst überall gut hin wie Zhangjiahe Nationalpark (25 Minuten). Grand Canyon sicherlich auch. Haben wir aber nicht gestestet.

Qingshanjian Riverside Stilt House Inn (Phoenix Ancient Town - Hongqiao North Gate Pier Branch) in Fenghuang für 42 EUR Nacht.
https://de.trip.com/hotels/detail/?hotelId=117851607&checkIn=2025-12-12&checkOut=2025-12-13&locale=de-DE
Zwar kein Frühstück, dafür direkt am Fluß gelegen mitten in der Altstadt. Ein Wort: MEGA. Fürs Frühstück haben wir den lokalen Yoghurt im Keramik-Becher gekauft, der sehr lecker ist, und das zusammen mit süßen Teilchen auf dem Balkon gegessen. Der Eigner ist sehr hilfsbereit und antwortet sofort via WeChat.

Novotel Xi’an The Bell Tower: Zimmer sehr groß und sehr hochwertig gemacht. Perfekte Lage im Zentrum direkt an der Ubahn, wenngleich wir häufiger Didi gefahren sind (trotz Stau), weil es immer noch bequemer war. Das Frühstück war hier ähnlich beim Hampton sehr solide. Etwas kleiner, aber hochwertig und gut gemacht. Auch deutsche 3-4 Sterne… Preis 47 EUR via Hotels.com für Ü/F.

Xihe Academy Mansion in Pingyao: Die schönste Unterkunft unserer Reise. Herrliche China-Folklore in einem alten Anwesen. Sehr luxuriös ausgebaut. Für alle Points-Sammler hier im Forum: es war ein echte Suite… :rofl: Zur Begrüßung gab es ein Goodie-Körbchen (wortwörtlich) und Tee für eine Tee-Zeremonie. Frühstück wurde dann in einer Bento-Box serviert. Eine grandiose Erfahrung, wenngleich geschmacklich eben rein asiatisch und so gar nicht unser Ding. Ansonsten: Lage top und das Hotel stellt einen gratis Shuttle für die Abholung und Rückfahrt zum Bahnhof. Das Personal war aufopfernd hilfsbereit. Starke Empfehlung (eines der teueren Zimmer zu nehmen). Wir haben 119 Eur Ü/F bei Trip.com bezahlt.
https://de.trip.com/hotels/detail/?hotelId=60699443&checkIn=2025-12-12&checkOut=2025-12-13&locale=de-DE

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Ich kann in Xi’an das Sofitel Renmin Square empfehlen, das ist im gleichen Komplex wie das noble und unverschämt teure Sofitel Legend (deshalb waren wir dort nicht) und das Grand Mercure (welches jedoch deutlich abgerockter ist und irgendwie Genossencharme versprüht; aber dafür auch deutlich günstiger zu haben ist; gefallen hat es uns auch) - aber alles separate Gebäude auf dem Gelände. Frühstück bei beiden super und sehr vielfältig, aber die Executive Lounge im Sofitel ist ein Traum mit einem Top Speisenangebot zur Happy Hour (von Sushi, Mini Beef Burger bis zu Minilaugenbrezeln war alles dabei, natürlich auch landesspezifische Sachen). War immer sehr ruhig und entspannt dort (nie mehr als 3 andere Gruppen) mit Top Personal (immer 3-4 aufmerksame Mädels).

Bezahlt hatte ich (über Accor inkl. Statusbenefits wie Welcome Drinks, Late Check Outs, Willkommensobstteller; im Jul 2024):

  • im Grand Mercure: 230€ für 3 Nächte (für die Besenkammer, wurde als damals Gold auf King Standard geupgradet)
  • im Sofitel 370€ für 3 Nächte (für die Junior Suite inkl. Loungezugang, wurde als damals Gold auf die höchste Kategorie Suite geupgradet - ebenfalls eine echte :wink: )

Empfehlung: mit dem Fahrrad die Stadtmauer umfahren, Räder werden an mehreren Stationen auf der Mauer verliehen und können dort auch flexibel zurückgegeben werden. Fürs Tandem waren wir jedoch ungeeignet und mussten in einem Walk-of-Shame um einen Umtausch bitten.

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Teil 2 des Hotelberichts:

Jiushe heyuan (Daiwangfu Branch, Drum Tower East Street, Datong) : mitten in der neu entstandenen bzw. noch neu entstehenden Fake-Altstadt. Lage top, Ausstattung okay (aber mit das simpelste unserer China-Hotels). Frühstück ist sehr basic mit Grießbrühe; immerhin kann man einen Kaffee bekommen. Und in Datong gibt es auch Yoghurt! Den haben wir am Vorabend gekauft zwecks Ergänzung des kargen Mahls. Die Eignerin ist super nett, aber SEHR umständlich chinesisch in ihren Beschreibungen und Erläuterungen und spricht wirklich ZERO englisch. Auf der Habenseite: ihre Essensempfehlung (die hart erkämpft war :wink: ) war super!
Für 54 EUR die nacht war es schon im Rahmen…

https://www.trip.com/w/FSpFTjvVeS2

Peking hattest du zwar schon gebucht, meintest du: wir waren mit unserem Hutong-Hotel aber sooo begeistert, dass ich es trotzdem erwähnen will:
Beijing Le Zai Wang Fu Jing Forbidden City Courtyard Hotel . Wir hatten das Design-Zimmer mit Balkon für 153 EUR/Nacht via Hotels.com

Es war spitze! Super schöne moderne Anlage, Lage sehr urig und praktisch. Die Mädels, die den Laden schmeißen, sprechen super englisch und sind sehr engagiert. Die Essens-Tipps sind WIRKLICH sehr gut - und sie reservieren auch gleich. Auch sonst: Frühes Frühstück - kein Problem. Westliche Komponenten kein Problem. Zum Abschied haben wir ein Teeservice geschenkt bekommen.

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Hi,

Mich würden eure Tipps interessieren damit meine erste China Reise richtig gut wird.

Als Kontext, ich würde gerne nächstes Jahr im März in einem 2 Wochen Fenster ca. 1,5 Wochen plus minus in China verbringen. Bisher gebucht ist nur der Hinflug nach PEK. Zurückzus würde ich gerne von PVG fliegen, da ich nur diese beiden Städte mir anschauen möchte. Klar ist für mich, dass ich aufjedenfall die Chinenische Mauer und Hochhäuser sehen und besteigen will. Jetzt meine Fragen, welche Apps genau braucht man damit alles reibungslos funktioniert ? Habe mir bisher Alipay und Wechat heruntergeladen und mit Kreditkarte eingerichtet. Welche Karten App? Da ich diese Baidu und Gaedo Maps nicht im App Store gefunden habe.

Und über welche Seite bucht man am besten Zugtickets von Pek nach Sha? Trip.com?

Und Hotels, Rückflug und alles andere auch über Trip.com ? Oder geht für den Flug von PVG nach Hause auch Google flights ?