100% meine Meinung.
Ganz schlimm, das Personal von denen. Wehe dem, wer bei irrops auf ein bisschen Flexibilität hofft.
Keine Chance.
das Recht auf die frühestmögliche Ersatzbeförderung hat man auch bei TK auf einem Flug ab IST? Bist Du Dir da sicher, dass das nach Shy das Gleiche Recht ist wie nach EU261? Wird nur denke ich etwas schwerer sein einen Anwalt zu finden der Shy durchsetzen kann.
Wenn die Reise in EU startet, gilt auch in IST die EU261. Von daher ist die Durchsetzung für uns Deutschen zumindest auf dem Hinweg oft kein Problem.
Die Türkische Shy (https://web.shgm.gov.tr/doc4/shy-passenger.pdf) funktioniert hier genauso. Artikel 5 besagt, dass auch bei freiwilliger Nichtbeförderung die ganz normalen Passagierrechte gelten. Lediglich die Kompensation muss individuell vereinbart werden. Die Durchsetzung der Shy klappt meiner Erfahrung nach auch ganz gut über Beschwerden bei der SHGM (TR Luftfahrt-Aufsicht).
Der Turkish-Airlines-Teil der Reise ist hiermit dann vorbei. Ich nehme euch dennoch noch mit den auf den Rest der Reise, der (laut Plan) noch ein paar Highlights bereithält.
Allerdings in etwas kürzerer Form, damit ich die Zeit in Australien auch genießen kann. Zeitlich hinke ich mit dem Bericht jetzt schon wieder über eine Woche hinterher.
Eine Nacht in Sydney
Mit Grenzbehörden scherze ich nicht gerne. So deklariere ich beinahe jeder US-Einreise, dass ich etwas zu essen dabei habe - und lese mir auch das Deklarationsformular für Australien genau durch. Zwei Häkchen bei „Yes“ muss ich setzen: Ja, ich war die letzten 7 Tage in Afrika und ja, ich habe Nüsse dabei (die Datteln sind mit Mandeln gefüllt). Direkt am Gepäckband steht ein Mitarbeiter des australischen Zolls, schaut kurz rüber und setzt dann seine Unterschrift drunter. So kann ich trotz Deklarationspflicht den grünen Ausgang nutzen und bin 30 Minuten nach der Landung schon im öffentlichen Bereich des Flughafens.
Von dort muss ich nur noch kurz mit dem Bus-Shuttle zum Domestic Terminal fahren (der Zug dorthin würde 5€ kosten) und 12 Minuten ins Hotel laufen. Für die eine Nacht ist es das „Mantra Hotel Sydney Airport“ geworden. Quasi ein Ibis in etwas hübscher. Die Rate zahle ich mit Accor-Punkten aus dem ALL Signature Abo und so werden aus den 80€ für die Nacht gut 50€ Effektivpreis. Zudem gibt es dank Gold-Status den üblichen Welcome Drink und zwei kleine Snacks im Zimmer. Das ist jetzt genau das richtige nach der langen Reise.
Nach einer 3h-Nacht in Hurghada und einer Nacht in Flugzeug, weiß ich das bequeme Queen-Size-Bett hier richtig zu schätzen. Und kann zumindest 7 Stunden darin verbringen, ehe es am nächsten Morgen wieder zum Domestic Terminal geht. Denn für mich geht es heute weiter nach Cairns. Zunächst aber mal durch den Regen zum Flughafen.
Leider habe ich keinen Status mehr, der mir Vorteile bei Virgin Australia bringen würde. Dennoch ist der Check-in in 5 Minuten erledigt, und die Sicherheitskontrolle in 2. Auch der Koffer mit 23,5 kg wird noch durchgewunken. Solange eine 23 vor dem Komma steht, sei alles gut.
Eigentlich müsste ich mich hier in Sydney mit der (schlechten) Rex Lounge über Priority Pass begnügen. Es gibt aber eine Kooperation von American Express, die mit Platinum Card Zugang zu den Virgin Australia Lounges gewährt. Eigentlich wohl nur mit australischen Karten, aber auch komme auch mit meiner deutschen Platinum rein. Gar nicht so schlecht die Lounge, mit warmem Frühstück und Pancake-Automat.
Ich bin froh, doch noch kurzfristig vom Gang- auf einen Fensterplatz gewechselt zu haben. Denn beim Start offenbart sich ein schöner Blick auf Sydney, links das Opernhaus:
Kurz vor Cairns wird es dann richtig grün draußen und ich viele mich wie auf Hawaii:
Der Flughafen Cairns ist recht beschaulich. Das De-Boarding erfolgt per Treppe, dann geht es übers Vorfeld ins Terminal:
Fragt mich nicht, warum. Denn wir stehen nur wenige Meter vom Fluggaststeig entfernt. Hat Virgin etwa von Ryanair gelernt?
Ein Tag in Cairns
Zur Fahrt in die Stadt muss ich zu einem Uber greifen. Obwohl die Stadt eigentlich ein recht gut ausgebautes Busnetz hat, fahren die leider nicht bis zum Airport. Noch. Eine Busstation dort befindet sich gerade im Bau.
Das Hawaii-Gefühl geht auch im Ort weiter. Zum einen ist Cairns sehr autozentrisch ausgelegt, mit breiten Straßen und schmalen Bürgersteigen. Zum anderen ist es 30° heiß und die fühlen sich bei 80% Luftfeuchtigkeit nochmals deutlich wärmer an.
Sehr schön ist die Uferpromenade:
Allzu lange halte ich mich nicht in der Innenstadt auf, denn ich habe noch etwas vor heute. Die Busfahrten kosten läppische 50 Cent pro Fahrt / 1 Dollar (0,56€) als Tagespass. Und so ist das im ganzen Staat Queensland - ich werde also noch viel Gebrauch davon machen.
Zuerst geht es für mich nach „Palm Cove“, fast eine Stunde nördlich. Eines der Ziele, die ich mir ursprünglich mit dem Auto anschauen wollte - dann aber durch die Streichung der ersten 10 Tage in Australien zu kurz gekommen sind.
Der Name hält, was er verspricht! Wow
Wenn ich mehr Zeit hätte, sicher einen Halbtagesausflug wert. Für mich muss heute eine Stunde reichen.
Ein paar Kängurus möchte ich auch noch sehen, also auf zum „Wallaby Patch“.
Das obligatorische Känguru-Schild:
Danach geht es noch zum botanischen Garten mit Gewächshaus und Boardwalk durch die tropische Pflanzenwelt.
Das Stadtzentrum fühlt sich ein wenig sketchy an. Nicht wirklich gefährlich, aber irgendwie… ein bisschen wie Honolulu. Dazu passen auch die Obdachlosen.
Toll ist aber der große und kostenlose Pool direkt an der Promenade. Im Meer baden sollte man hier besser nicht. Keine Ahnung, ob diesmal Quallen, Haie oder Krokodile Schuld sind, aber bei Ebbe ist es ohnehin wenig einladend.
Das erste Mal Queensland Rail
Nach den ganzen Flügen steht heute mal etwas anderes an: Eine Zugfahrt. Und es wird nicht die letzte sein. Mit mehreren Zwischenstopps geht es für mich von Cairns bis nach Brisbane. Eine Distanz von 1.700 km, für die insgesamt 25h Fahrtzeit eingeplant sind.
Da der Zug nur 3 - 4 Mal die Woche fährt, ergeben sich für mich 2 Tage Aufenthalt in Townsville und 3 Tage in Proserpine / Airlie Beach.
Aber der Reihe nach. Ich stehe um 7 Uhr morgens am Bahnhof Cairns, denn der Check-in öffnet eine Stunde vor Abfahrt und ich möchte nichts falsch machen. Dort wird mir die Fahrkarte ausgedruckt und es geht zum Gepäck Check-in. Erlaubt ist ein 20-kg-Stück Aufgabegepäck, das abgegeben und während der Fahrt im Gepäckwagen verstaut wird.
Das Gewichtslimit wird penibel durchgesetzt. Ich habe im Hotel schon etwas umgepackt, aber mein Koffer wiegt immer noch 20,5 kg. Also bestehen die Mitarbeiter darauf, dass ich etwas rausnehme und ins Handgepäck umpacke.
Schon lächerlich. Im Flugzeug sind 23,6 kg kein Problem, aber im Zug sind mehr als 19,9 kg tabu. Mein Erstkontakt von Queensland Rail ist somit nicht allzu positiv. Auch wenn der „Diesel Tilt Train“ an sich einen guten Eindruck macht.
Im Zug bemerke ich eine große Kluft zwischen offiziellen Regeln und Praxis. Eigentlich ist nur ein Handgepäck-Trolley an Bord erlaubt. Tatsächlich schleppen die Passagiere auch ihre großen Koffer mit an Bord, und Platz ist genug:
Ich nehme für die 5 Stunden nach Townsville in der Economy Class Platz. Der Sitzabstand ist gut, der Komfort ähnelt einem Economy-Sitz im Flugzeug. Geht also gerade noch so für die kurze Fahrt.
Es gibt sogar einen Videomonitor in der Rückenlehne. Die Auswahl an Filmen ist sehr bescheiden (nur 16 Stück) und das wichtigste Feature fehlt leider: Eine Moving Map. Aber besser als nichts.
Das Internet ist eine Katastrophe. WLAN gibt es nicht und der Mobilfunkempfang ist schlechter als bei einer Regio-Fahrt durch Mecklenburg-Vorpommern. Dafür fährt der Zug deutlich ruhiger als ich es mir vorgestellt hatte. Vermutlich spielt da auch die Neigetechnik mit rein, ist ja schließlich ein Tilt Train.
So verfolge ich aufmerksam die Fahrt durch die zahlreichen Zuckerrohrplantagen rund um Cairns. Und die zahlreichen Sugar Cane Trains, also eigens dafür gebaute Schmalspurbahnen mit dutzenden Waggons in Reihe:
Für gut 5€ wird mittags eine warme Mahlzeit angeboten und an den Platz gebracht. Erstaunlich lecker:
Alternativ gäbe es im Café Car jederzeit eine Auswahl an Snacks.
Townsville und Magnetic Island
Während der Sitz immer unbequemer wird, heißt es irgendwann: Hallo, Townsville. Also raus aus dem Zug und mit dem 50-Cent-Bus zum Hotel. Laufen wäre zwar auch möglich, aber mit Koffer bei 33°… lieber nicht.
Während mich Cairns an Hawaii erinnert hat, fühle ich mich hier gerade wie in der Wüste Nordamerikas. Als erstes fällt mir Omak, Washington xxxxxx als Vergleichspunkt ein. Wüste, ein paar Supermärkte und Fast-Food-Läden, viel mehr gibt es dort nicht.
Ganz so schlimm ist es in Townsville nicht. Aber bis auf eine Strandpromenade ähnlich wie in Cairns, hat die Stadt anscheinend nicht viel zu bieten. Ich habe noch vergleichsweise Glück, denn es läuft gerade das „North Australian Festival of Arts“ mit verschiedenen Musikveranstaltungen.
Ein Highlight der Stadt ist so schon der McDonalds im Stadtzentrum, der Eiswaffeln für 50 Cent und Frozen Coke für 1$ verkauft (wie in ganz Australien). Beides zusammengewürfelt nennt sich dann „Spider“ und schmeckt erstaunlich gut. Wie eine Vanille-Cola, nur besser.
Ich bin aber ohnehin nicht wirklich für die Stadt hier, sondern für die Insel davor: „Magnetic Island“. Eine kurze Fähre bringt mich dorthin. Und da die Fähre um 06:30 morgens nur die Hälfte kostet, stehe ich früh morgens auf der Matte.
Nur 20 Minuten braucht die Überfahrt mit dem Katamaran. Währenddessen gibt es eine gute Sicht auf Townsville mit dem prominenten Felsen:
… und auf der anderen Seite Magnetic Island. Die zieht in den Morgenstunden vor allem Wolken magnetisch an.
Einen wirklichen Plan habe ich nicht. Mit einer Mischung aus Wandern und Busfahrten kommt man aber recht gut über die Insel. Zumindest über den Ostteil, der Westen ist sehr abgelegen.
Zu den Highlights der Insel gehört definitiv das Wildlife. Erstes Ziel sind die Rock Wallabies. Die sind recht scheu, aber lassen sich ab und an zwischen den Felsen blicken:
Schon nett hier
Um 08:30 bin ich beim „Forts Walking Track“ angekommen. Der führt einmal quer durch den Wald. Und ein Schild verrät, was man mit etwas Glück sehen könnte.
Und tatsächlich. Ich hätte ihn kaum bemerkt, aber eine Menschentraube zeigt mir: Am Wegesrand gibt es etwas zu sehen. In der Astgabel chillt ein Koala!
Die alten Verteidigungsposten aus Weltkriegszeiten sind nicht mal halb so cool wie der Koala. Aber eine gute Aussicht gibt es von dort.
Eigentlich bade ich nicht gerne. Aber bei den Traumstränden hier kann ich doch nicht widerstehen, und bei 34 Grad (im Schatten) ist es doch angenehm im Wasser. Neben mir ein Babyhai, nur ein Foto ist schwer.
Nach mehr als 20.000 Hitze in der knallenden Sonne, sprinte ich irgendwann Richtung Bus (und weiter zur Fähre). Dabei übersehe ich fast einen weiteren Koala, der so nah ist, dass man ihn anfassen könnte. Zum Glück kommt mir genau in dem Moment jemand entgegen und macht mich auf den Koala aufmerksam.
In Townsville gibt es abends eine Aufführung mit Tänzen der Ureinwohnern. Nicht ganz mein Fall, aber hab ich das auch mal gesehen.
Dafür beeindrucken mich die e-Scooter hier. Sie sind teuer, aber haben drei Räder und fahren sich wie ein Segway.
Und mit dem Scooter entdecke ich doch noch ein schönes Gebäude in der Stadt:
Am nächsten Tag habe ich nochmal einige Stunden, ehe mittags der Zug kommt. Die nutze ich, um früh morgens (bevor es zu heiß wird) den Hausfelsen zu erklimmen.
Fotos sind durch das Gegenlicht erschwert. Hinter den Kletterern seht ihr das Stadtzentrum:
In der anderen Richtung ist der örtliche Flughafen zu erahnen. Hier wäre ich angekommen, wenn Turkish Airlines mich auf dem IST-SYD Flug nicht mitgenommen hätte.
Auf nach Airlie Beach
Eigentlich wollte ich mich ja kürzer halten. Hat bisher nicht allzu gut geklappt, es gab einfach zu viel zu sehen.
Für die Zugfahrt habe ich ganz vergessen, dass der Gepäck Check-in 30 Minuten vor Abfahrt schließt. Mein Bus kommt erst 28min vor Abfahrt am Bahnhof an, und das Personal nimmt die 30min-Grenze ernst.
Allerdings ist das in der Praxis keinerlei Problem. Ich nehme den großen Koffer einfach zusammen mit dem Rucksack an Bord, und muss mir so nicht mal Gedanken ums 20-kg-Limit machen.
Die Fahrt nach Prosperpine dauert nur 3 Stunden und der Rest verläuft ereignislos. Außer Zuckerrohr und Steppe gibt es ohnehin nicht allzu viel zu sehen.
Prosperpine dient nur als Umsteigepunkt. Dort wartet ein Bus und bringt mich (und andere Fahrgäste) weiter nach Airlie Beach. Ich kümme für rund 60€ die Nacht in einer kleinen Holiday Cabin unter, 30min Fußweg vom Hauptort entfernt. Zum Glück kostet die Busfahrt ja nur 30 Cent… Wenn denn einer kommt, denn der Fahrplan ist extrem unzuverlässig und 10+ Minuten Verspätung der Regelfall.
Der Ort Airlie Beach ist extrem touristisch. Er hat nur rund 1.000 Einwohner, aber gefühlt viermal so viele Touristen. Das hat natürlich auch seine Vorteile. Es gibt Live-Musik an jeder Ecke und man kann jeden Tag Feiern bis zum Morgengrauen. Da jeder im Urlaub ist, ist die Stimmung im Club entsprechend ausgelassen.
Das Highlight wartet an Tag 2 / 3 auf mich: Ich unternehme eine Bootstour durch die Inselwelt der Whitsundays. Enthalten ist unter anderem ein Schnorchel-Stopp, schließlich liegt das Great Barrier Reef nicht weit.
Traumhaft schön ist die Aussicht am „Hill Inlet“. Vor allem, wenn man sich die 10 Boote wegdenkt, die links vom Bildausschnitt am Strand liegen. Schon von hier oben kann man die Rochen sehen, die unten durch das flache, glasklare Wasser schwimmen.
Auch der weiße Sandstrand unten erinnert ans Paradies. Nur, dass ich bei den über 30 Grad und UV-Index 10 nicht so scharf aufs Sonnenbaden bin. Ich schaue mir lieber die Rochen und Babyhaie an, die ohne große Scheu um mich herumschwimmen.
Ich nutze die Gelegenheit, um ein wenig mit den anderen Gästen in Kontakt zu kommen. Und lande beim berühmten „Ach, auch aus Deutschland“.
Der Weg von Airlie Beach zum Hotel muss sich auch nicht verstecken:
Und ähnlich wie in Cairns und Townsville gibt es einen toll gepflegten, öffentlichen Pool, den jedermann kostenlos nutzen kann. Heute ist es noch ein wenig voller als sonst. da vor der Stadt ein 2.000-Gäste-Kreuzfahrtschiff liegt.
Nicht nur der Pool ist kostenlos, Teil der australischen Kultur sind auch kostenlose Grillplätze in fast jedem öffentlichen Park. Und Mitarbeiter, die extra angestellt werden, um diese zu putzen.
Am letzten Tag schaue ich noch einmal im örtlichen Nationalpark vorbei und verpasse fast die Busfahrt zurück zum Zug.
Eine Business Class im Zug
Nach einer Portion Fish n Chips ist es Zeit für die laaaange Zugfahrt nach Brisbane. 15 Stunden am Stück sind kein Zuckerschlecken. Ich habe mir aber für ca. 100€ Aufpreis ein Business-Upgrade gegönnt.
Genauer gesagt war diese „Business Class im Zug“ sogar sogar einer der Gründe, wieso ich die Reise an die Ostküste gebucht habe - denn ich wollte sie schon immer mal ausprobieren und habe den Rest des Trips ein wenig darum geplant. Ein vollständiges Review kommt später noch auf Travel-Dealz.
Das Produkt ist ein wenig älter, aber enttäuscht nicht. Das Essen ist inkludiert, und ähnlich wie bei der alten Singapore Business Class wird der Sitz umgeklappt, und ein Bett daraus. Essen und ein (!) Getränk sind inkludiert.
Sonderlich gut schlafen kann ich bei dem Gewackel nicht, aber da kann die Bahn wenig für.
Spannend ist auch, dass es in jedem Wagen eine Dusche gibt - selbst in der Economy Class. Im Zug duschen, das ist ein Novum für mich. Nächster Punkt auf der Bucket List ist dann das Duschen im Flugzeug.
(Dusche im Zug - geräumiger als manch Badezimmer in japanischen Hotels)
Kurzer Stopp in Brisbane
In Brisbane hätte ich gerne etwas mehr Zeit, aber das gab die Reiseplanung nicht an. So habe ich nur knapp 5 Stunden, um mir die Stadt anzusehen.
Das reicht zumindest für einen ersten Eindruck. Zuerst genieße ich nach mehreren Tagen in der Provinz all die (asiatischen) Essensoptionen, die so eine Metropole bereit hält. Weiter geht es mit einer Fähre über den örtlichen Fluss. Kostet ebenfalls nur 30 Cent, und das Personal sorgt mit lustigen Ansagen für gute Stimmung.
Generell scheint mir Brisbane trotz der Größe die entspannteste Stadt, die mir bisher in Australien untergekommen ist. Schwer zu beschreiben, aber ein paar Tage hier kann ich mit bei der nächsten Reise gut vorstellen.
Nach einem kurzen Besuch bei Uniqlo und im botanischen Garten, stehe ich am Busbahnhof und warte auf den Bus nach Byron Bay. Die Fahrt dauert ca. 3h (+ 1h Zeitverschiebung, denn ich bin wieder in NSW) und besteht den Legroom-Test (eine Banane habe ich leider nicht dabei).
Vorbei geht es u.a. an der Gold Coast, die sich anfühlt wie Miami Beach. Eine Straßenbahnhaltestelle heißt sogar „Miami“.
Byron Bay
Byron Bay ist vor allem unter Surfern bekannt, aber so ziemlich jeder Australier hat es schon mal gehört. Nichts, was mich normalerweise reizen würde. Aber ich bin hier für drei Tage auf einer Lindy Exchange, also einer Art Tanz-Festival. Unter ca. 100 Teilnehmern bin ich schnell als der Tall German Guy bekannt und knüpfe einige neue Freundschaften.
(einer von 3 Tagen mit Livemusik)
So vergeht die Zeit wie im Flug und bis auf den Supermarkt bekomme ich vom Ort gar nicht allzu viel mit. Dort fühle ich mich wie zu Hause. Es gibt nicht nur Aldi (Süd), sondern dort spricht auch noch jeder Zweite um mich herum Deutsch. Frech finde ich die Gebühr für Kartenzahlungen, vor allem wenn nicht mal eine Kasse mit Barzahlungs-Option geöffnet ist.
Zwei kleine Exkursionen unternehme ich dann doch noch. Eine kurze Wanderung zum Leuchtturm - der steht am östlichsten Punkt des australischen Festlands. Und eine 10-minütige Fahrt mit dem ersten solarbetriebenen Zug der Welt (lt. eigener Aussage).
Nun fehlt nur noch ein Ziel, ehe der Rückflug ansteht: Sydney.
Bevor es weitergeht ein Blick auf viaduct.world, wo die Bahnfahrten (und Fähren) jetzt so aussehen. War schon ein ordentliches Stück:
Weiter geht’s nach Sydney. Dazu fliege ich vom kleinen Ballina „Byron Gateway“ Airport. Leider bin ich nicht mehr in Queensland, und so kostet die einstündige Busfahrt hier 4$ statt 0,50$. Wucher!
Der Airport ist sehr übersichtlich. Ich fühle mich an meinen Heimatflughafen Rostock-Laage erinnert, nur dass hier regelmäßiger Flugbetrieb herrscht. Am Flughafen treffe ich noch einige Bekanntschaften der letzten Tage, die aus Sydney, Adelaide und Co angereist kamen.
Am Check-in wird mir ein Sitz mit mehr Beinfreiheit angeboten, und ich sage natürlich nicht nein. Beim Online Check-in hätte der noch 25€ gekostet. Wieder ohne Banane, aber mit jeder Menge Platz:
Der Fensterplatz ist sein Geld 0$ wert. Beim Start gibt es einen schönen Blick auf die zahlreichen Strände (die Halbinsel weit im Hintergrund ist Byron Bay):
Die Strände ziehen sich quasi bis Sydney durch, nur dass jetzt noch eine dichtere Besiedlung dazu kommt:
Zwei Tage in Sydney
Als Hotel habe ich das „Breakfree on Broadway“ gebucht. Mittlerweile Teil von Accor, und so wollte ich die Zimmerrate durch meine Accor-Punkte eigentlich von ca. 80€ / Nacht noch etwas drücken. Leider ist entweder die Mitarbeiterin oder das System nicht dazu fähig. So hebe ich schließlich noch etwas Bargeld ab, um keine Kreditkartengebühr zahlen zu müssen.
Auch ein Upgrade gibt es statt Gold-Status nicht, und so muss ich 2 Tage ohne Fenster auskommen:
Eigentlich müsste es hier in Sydney kühler sein als im Norden. Ist es aber nicht, im Gegenteil. Der Wetterbericht zeigt 37°C im Schatten. Kaum auszuhalten, und so traue ich mich erst nachmittags langsam ins Freie. Pünktlich zum Sonnenuntergang:
Wo ich schon so nah an der Harbour Bridge stehe, spaziere ich direkt einmal rüber. Mit einem Wahnsinnsblick auf Opernhaus und Hafen:
Auf dem Rückflug habe ich 2x 32 kg Freigepäck, also kaufe ich fleißig TimTams, Essig-Chips, und was man sonst noch so mitbringen kann.
Am nächsten Morgen geht es zunächst zum Fischmarkt. Direkt neben dem alten Gebäude wird gerade ein neues gebaut, und der Unterschied könnte nicht größer sein. Auch der Pelikan staunt:
Mein Kollege Ditmar ist zur gleichen Zeit in Sydney (auch für die Turkish-Challenge) und so kommen wir zumindest kurz dazu, durch den botanischen Garten zu spazieren.
Ein paar weitere Eindrücke aus Sydney:
Die meisten Touri-Attraktionen habe ich mittlerweile durch. Die Stadt ist aber lebenswert genug, dass ich nichts gegen 2 - 3 Tage einzuwenden hätte. Abends gönne ich mir noch eine Bootsfahrt ums Hafengelände, ehe am nächsten Tag der Rückflug nach Deutschland ansteht.
Rückflug nach Berlin
Das war’s auch schon. Einen letzter Besuch im Supermarkt und zwei Busfahrten später (der Zug würde ja 20$ kosten), stehe ich am Cathay Check-in. Der Koffer wiegt mittlerweile 27 kg, dazu habe ich noch eine 9-kg-Tasche als zweites Gepäckstück aufgegeben.
Meine Strecke ist nun:
- Sydney - Hongkong - London (Cathay Business)
- London - Berlin (British Airways Eco)
Obwohl der BA-Flug auf separetem Ticket gebucht ist, wird das Gepäck ohne Probleme bis Berlin durchgecheckt.
Also den Oneworld Emerald noch einmal nutzen und ab in die Qantas First Lounge. Schönes Ambiente, tolle Sicht aufs Vorfeld und Essen in Restaurant-Qualität. Daumen hoch.
Meine beiden Cathay-Langstrecken erfolgen wie gebucht in der neuen Aria Suite. Ein ausführliches Review dazu wird noch folgen, daher halte ich mich hier kürzer.
Der Sitz ist 1A. Auf den ersten Blick unterscheidet er sich nicht groß von bekannten Reverse Herringbone Sitzen wie bei z.B. der BA Club Suite. Es gibt aber ein paar Verbesserungen wie ein kleines Display für die Restflugzeit und einen riesigen 4K-Monitor. Was fehlt ist ein Platz, um den Laptop zu verstauen - also muss er ins Overhead Bin.
Das Essen ist auf beiden Flügen gut, aber nicht herausragend. Irritiert lässt mich die Tatsache zurück, dass es auf SYD - HKG keinerlei Snacks zwischen den Mahlzeiten gibt. Auch der Service erfüllt die hohen Erwartungen nicht ganz. Die Flugbegleiter machen Dienst nach Vorschrift, aber mehr nicht. Bis auf eine Ausnahme wirken sie alle nicht sonderlich motiviert.
Ente (SYD-HKG)
Pulled Pork Burger (SYD-HKG)
Wonton-Suppe (HKG-LHR - leider nicht gut)
Chinesisches Frühstück (HKG-LHR)
Ein Lichtblick in puncto Service und Essensqualität ist die First Class Lounge in Hongkong. Zum Glück habe ich dort rund 3h Zeit, mich durch die Karte zu futtern.
Und weiter geht es die übrigen 13h nach London.
Kleinigkeit, aber tolle Idee: Man kann im IFE der Aria Suite sehen, welche Toiletten gerade frei sind.
In London habe ich nochmals rund 5 Stunden Aufenthalt. Plan war bei der Buchung eigentlich, die AA und Cathay First Lounges im T3 aufzusuchen. Aber dann müsste ich 2x durch die Security und wäre auf Gutdünken der Mitarbeiter dort angewiesen. Stattdessen reise ich kurz ein, um dann mit dem First Class Wing eine etwaige Schlange an der Transit-Siko zu umgehen.
Auf dem komme ich bei der BA Arrivals Lounge vorbei, die ich noch nicht kenne. Dort komme ich zwar prinzipiell mit BA Gold Status rein, aber anscheinend braucht es einen ankommenden BA-Flug. Ich versuche dennoch mein Glück, die Mitarbeiter diskutieren kurz miteinander und ich bin drin.
Es gibt hier nicht wirklich mehr als in der Emerald Lounge nach der Sicherheitskontrolle. Beeindruckend sind aber die mehr als 50 Duschen, sodass ich ohne Wartezeit eine bekomme:
Der Flug nach Berlin ist rund 40min Verspätung, davon ab aber wenig ereignisreich. Den eigentlich geplanten Zug zurück nach Rostock kann ich mir durch die Verspätung so gut wie abschminken. Schließlich läuft es noch auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen meinem FEX und dem Anschluss nach Rostock hinaus. Das Rennen verlieren wir knapp, und ich somit eine Stunde Zeit in Berlin. Aber bei 3 Wochen Weltreise fällt die eine Stunde jetzt auch nicht ins Gewicht.
That’s all. Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Und vor allem bin ich gespannt, ob mit der Meilengutschrift alles klappt - laut Bedingungen sollten die Meilen zwischen 1. und 15. Nov. gutgeschrieben werden. Man darf gespannt sein.
Was kann ich abschließend noch sagen? 100 Stunden Economy sind hart. Am härtesten waren die letzten 5h auf dem Weg nach Sydney. Insgesamt hatte ich aber eine tolle Zeit, ein paar Mal Glück (z.B. mit dem zahlreichen Flügen in der Exit Row) und Erinnerungen, die mir noch lange im Kopf bleiben werden.
2024 SAS, 2025 Turkish Airlines… Mal schauen, wer uns nächstes Jahr mit einer Million Meilen beglückt. Eigentlich wäre jetzt Oneworld an der Reihe.
Servus,
Danke für deinen ausführlichen Bericht.
War gut zu lesen und sehr informativ.
Grüße!
Großartig, Respekt! So viel Zeit in der Eco muss auch entlohnt werden!
Haben die Meilen eigentlich ein Verfallsdatum im üblichen Rahmen von ein paar Jahren? Dann könnte nämlich das Ausgaben selbst schon eine Herausforderung werden !?!?
Drei Jahre. Aber ich werde wohl ohnehin einiges in Amazon / Airbnb-Guthaben umwandeln
Super, herzlichen Glückwunsch ![]()
Schön, dass alles geklappt hat und du nicht den Meilen noch hinterherlaufen musstest. Viel Spaß mit deiner Millionen!
Abseitens der Meilen, Danke, dass du uns mit deinen Berichten auf die Reise mitgenommen hast. Ich denke, dass ich für mehrere hier spreche, wenn ich sage, dass es echt Spaß macht, deine Berichte und Erfahrungen zu lesen und damit ein wenig Fernweh zu bekommen. Gerade, wenn man selbst aktuell mal nicht unterwegs ist. Bei der nächsten Challenge gerne wieder.
Meine Meilen kamen auch an - #84
Genau, ich fand es vor allem witzig, wie sich das Einreiseprozedere a la Passierschein A38 in Kuwait in den letzten 10 Jahren nicht verbessert hat ![]()
Danke Peer
Dito –> #495 ![]()
Hi Peer,
danke auch von meiner Seite für den ausführlichen Bericht. Hast mich mit dem ausführlichen Australien-Bericht auch inspiriert ebenfalls die Zugfahrts ins Auge zu fassen.
Eine davon unabhängige Frage: Du schreibst häufig, dass du zum persönlichen CheckIn gehst. Hat das zur Ursache, dass du dort auf eine kostenlose Auswahl der Notfallreihe pokerst, weil diese online nicht auswählbar ist oder gibt es andere Gründe warum du das In-Person CheckIn bevorzugst?
In erster Linie, weil ich gerne eine gedruckte Papier-Bordkarte habe, damit mein Stapel noch weiter wächst.
Deshalb besorge ich mir (wenn die Zeit reicht) auch bei Easyjet, Eurowings und Co fast immer einen gedruckten Boarding Pass.
Bei Turkish Airlines musste ich wegen des Aufgabegepäcks aber sowieso zum Schalter (und Online Check-in war ohnehin nur auf wenigen Strecken möglich). Außerdem war mir ein gedruckter BP dort besonders lieb, um einen Nachweis über die hinterlegte Vielfliegernummer zu haben.























































































