TAP - Flug storniert

Sorry, meine Verbindung wurde unterbrochen, daher fehlt des Rest meines Beitrages und ich stelle mich scheinbar zu blöd an, um meinen eigenen Beitrag bearbeiten zu können. Daher geht es im Rahmen einer Antwort weiter.

4 x 600 € für die Entschädigungsleistung, usw.

Seitens TAP keinerlei Reaktionen auf meine Schreiben.

Nach Rücksprache mit Dr. Böse hab ich denen dann nochmals per Mail eine Auforderung geschickt, wobei ich mehrere Freunde / Bekannte mit in den Verteiler dieser Mail gesetzt habe, damit TAP den Eingang nicht abstreiten könne. Erwartungsgemäß kam auch hierauf keine Antwort bis Fristablauf. Dr. Böse konnte meinen Fall aus Kapazitätsmangel leider nicht fortführen, daher wurde ich über meine Rechtsschutzversicherung an einen Kölner Anwalt verwiesen mit dem wir dann TAP im vorgerichtlichen Verfahren zur Entschädigung aufgefordert haben. Erwartungsgemäß erfolglos. TAP hätte mich natürlich informiert und alle erforderlichen Schritte vorgenommen, was natürlich eine Lüge ist. Also Klage einreichen. Nur leider stellte sich heraus, dass der Gerichtsstand für TAP in Portugal ist, die Klage in Deutschland daher nicht verhandelt werden kann. Dann waren dann gleich mal 2.500 € sowie mehrere Monate Zeit verschwendet. Aufgrund meiner Rechtsschutz dann doch nicht so tragisch für mich, aber ärgerlich. Der Kölner Anwalt hat mich dann an einen Bremer Anwalt mit portugiesischer Zulassung verwiesen mit dem wir dann die Klage in Lissabon eingereicht haben.

Nach über 2,5 Jahren wurde dann endlich der Gerichtstermin für den 22.04.2026 angesetzt. Am Vortag, abends um 18 Uhr ruft mein Bremer Anwalt an, er haben mit TAP einen Vergleich ausgehandelt, Zahlung i.H.v. 10.000 €, es müsse aber binnen Minuten entschieden werden.

Da dein Schicksal auf hoher See und vor Gericht bekanntlich in Gottes Hand ist, und ich mein eigenes Prozessrisiko nicht abschätzen konnte, sei es wegen irgendwelcher Formfehler in unserer Klage oder aber Forderungen, die dann doch nicht rechtmäßig gewesen wären, habe ich dem Vergleich dann zugestimmt. Nach einer Vielzahl an weiteren Telefonaten und WhatsApp zwischen 18 - 22 Uhr mit meinem Anwalt und der Anwältin von TAP (dann muss man sich mal vorstellen !) wurden dann die Unterlagen von den beiden Anwälten soweit vorbereitet, dass diese dem Gericht am nächsten Tag vorgelegt werden konnten, meine Zeugenvernehmung sowie die meiner Mitreisenden somit nicht mehr erforderlich waren.

TAP ist mit dem Vergleich nach meiner Einschätzung sicherlich gut gefahren. Die haben einen Teil meiner Forderung gespart, nämlich 1.600 €, sowie Zinsen und Anwalts - und Gerichtskosten.

Ob meine Entscheidung schlussendlich die richtige gewesen ist, werden wir wohl nie erfahren. Was hättet Ihr gemacht ?

Abschließend sei gesagt, dass mein Fall ein weiteres Beispiel dafür ist, dass man sehr wohl sein Recht gegenüber den Airlines geltend machen sollte, auch bei komplizierteren Fällen. Auch wenn es vor Gericht gehen muss. Eine Reiserechtsschutzversicherung ist hierbei sicherlich vorteilhaft. Und vor allem sollte man sämtliche Umstände, emails, Schreiben, usw. dokumentieren. Screenshots von Alternativflügen, dem Online-checkin (bei dem ich vom Storno des Fluges erfahren habe), usw. machen, um möglichst gut vorbereitet den Rechtsweg beschreiten zu können.

In diesem Sinne : happy landing !