Hier geht es doch aber nicht um Entschädigungen, sondern darum, dass Airlines ihnen nicht zustehende Kundengelder einbehalten möchten. Die Rechtskosten könnten die Airlines komplett vermeiden, wenn sie sich freiwillig ans Gesetz hielten, anstatt sich rechtswidrig zu bereichern.
Bei meiner Antwort, die Du zitiert hast, ging mir auch um was anders im Dialog mit @Logi. Wir sind in der Tat ein wenig vom Kernthema abgewichen.
Zum Kernthema hier: wir sind - glaube ich - alle einig, dass das was die Airlines da machen ist rechtswidrig und Asi. Die Meinungen gehen auseinander, wie man damit umgeht. Wenn es um rechtliche Auseinandersetzungen geht, habe ich die Meinung vertreten, dass es sich Aufwand dafür lohnen muss, vor allem für Laien, die eventuell viel Zeit da investieren für geringe Summen. Da kann man die Zeit woanders besser investieren. Außerdem widerspreche ich einige Kollegen hier, die so tun, ob Klagen easy peasy und gar lukrativ wäre. That’s it. Am Ende ist es eine persönliche Entscheidung, und wenn hier @Barrakuda aus Prinzip handelt, so ist es kein Thema. Ich drücke ihm/ihr auch fest die Daumen und hoffe, dass er/sie erfolgreich ist.
Viele Grüße
E.
Der Fall wird jetzt also defintiv vor den Kader gehen.
Auch nachdem ich denen meine hier im Thread weiter oben aufgeführte Rechtslage geschickt habe, wird zum mittlerweile dritten mal folgender Text copy und pasted:
"We are contacting you in response to your request, on the other hand we inform you that in your case the deduction of the 15,00 EUR handling fee does not apply since the flight you booked did not depart from France or Italy.
Kind regards,
Customer Service Department"
Das wird für Vueling richtig, richtig teuer. Mein aufrichtiges Beileid.
Ich glaube ich werde Vueling zusätzlich noch eine Frist für den Zahlungseingang für nächste Woche Freitag setzen und ab dem Zeitpunkt Verzugszinsen gemäß dem aktuellen Basiszinssatz + 5 Prozentpunkte (B2C) berechnen. Ich weiß zwar nicht ob das rechtskräftig machbar ist und ob die diese Zinsen am Ende auch zahlen müssen, aber selbst wenn nicht, lustig ist es dennoch. Ich will denen ordentlich auf die Palme gehen.
Ich verstehe nicht wieso in der Diskussion hier immer die Unterscheidung zwischen „es geht ums Geld“ (scheinbar anrüchig) und „es geht ums Prinzip“ (scheinbar gerade so hinnehmbar) gemacht wird. Ich sehe den Unterschied nicht. Da ist es auch nicht ok jemanden peinlich zu verhören ob es ihm ums Geld oder das Prinzip oder externe Gründe ging.
Auch vIele meiner Freunde entschuldigen sich immer für die Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen (auch außerhalb von Transport) mit der Erklärung es ginge ihnen ja nicht ums Geld sondern ums Prinzip weil sie glauben andernfalls knickerig zu erscheinen.
Die Frage ist doch das Prinzip „rule of law“. Gesetze sind nur solange nützlich und wirksam wenn man sie auch durchsetzt. Das ist eine Frage des Prinzips und des Geldes, sprich der Gerechtigkeit. Dafür muss man sich in keinem Fall rechtfertigen müssen. Entweder wir haben Gesetze oder nicht.
Gerade in einer Industrie wo es Teil des Geschäftsmodells ist den Kunden zu betrügen, zu belügen und ihm zustehenden Gelder zu unterschlagen und wiederholte höchstrichterliche Urteile zu ignorieren und leugnen ist es besonders wichtig eine Linie in den Sand zu ziehen. („sorgfältige Prüfung“ → zwei Lügen)
Auch den Vorwurf von Gier an jemand der sich klammheimlich über eine ausnahmsweise Zahlung von €250 freut würde ich zurückweisen. Das passiert doch nur nach jahrelanger Demütigung durch die Airlines wo mal €17.60, mal €19.50 einbehalten werden, wo der bezahlte Sitz nach Umbuchung weg ist, wo gekaufte Punkte dann um 50% entwertet werden usw und viele sich nur schwer wehren können.
Wenn ich dafür einen Namen finden sollte käme mir ausgleichende Gerechtigkeit in den Sinn aber nicht Gier.
Und wie kundenorientierte Lösungen in einer Gesellschaft ohne „bürokratische EU Vorschriften“ aussehen möge sich bitte den Clip anschauen wie United einen zahlenden Passagier aus dem Sitz und aus dem Flugzeug zerren lässt und ihm dabei die Zähne ausschlägt. [Sarkasmus Warnung]
Ich weiß nicht, wie Du darauf kommst. Das ist deine Interpretation bzw. deine Projektion und falsches Framing der Diskussion. Es ging (zumindestens mir) darum, ob es der Aufwand sich lohnt oder nicht und habe auch meine Vorbehalte gegenüber jene, die das Klagen als Spaziergang für jedermann darstellen wollen. Punkt.
Der Zusammenhang zur Gerechtigkeit ist weithergeholt
spekulative unsachliche Verdächtigung.
spekulative unsachliche Verdächtigung
Das Wort „Gier“ ist nirgends gefallen, geschweige der explizite Vorwurf. Das ist wieder eine Behauptung / Projektion von dir.
Wenn ich deine Herleitung verstehe, so könnte man das auch als Euphemismus für „Rache an die Airlines“ verstehen.
Auch hier Spekulation ohne den kompletten Vorgang darzustellen. Laut Gesetze in den USA dürfen die Cherifs in solchen Fällen Gewalt anwenden. Wie jetzt? ich dachte du LIEBST „Gesetze“. Hast Du nicht oben gesagt „Die Frage ist doch das Prinzip „rule of law“. Gesetze sind nur solange nützlich und wirksam wenn man sie auch durchsetzt“
Sorry, aber dein Beitrag hier empfinde ich als extrem unsachlich, emotional und politisch vorgeladen. Schade.
Viele Grüße
E.
Glaube dass kocht hier gerade zu sehr hoch.
Eigentlich wollte @Barrakuda nur wissen, ob er Erfolgschancen hat.
Daraus wurde die Diskussion ob es sich „lohnt“ der Aufwand und das Risiko vor Gericht zu scheitern für den geringen Ertrag.
Letztlich lohnt sich das oft nicht, weshalb viele dann eben darauf verzichten es durchzusetzen.
(Lidl Analogie s.o.)
Ich kann verstehen, dass @Barrakuda das gewissermaßen als Herausforderung sieht und finde es auch okay, dass er bereit ist in diese Schlacht zu ziehen und ich wünsche ihm alles Gute dafür.
Natürlich freue ich mich zu erfahren wie es weiter- und ausgeht
Das sehe ich anders. Die Fluggesellschaft begeht (wahrscheinlich vollkommen absichtlich) den Rechtsbruch, um Gelder zu behalten, die ihr nicht zustehen. Wo ist denn da das Schwert zweischneidig? Einen Rechtsbruch der Gegenseite voll auszunutzen ist vom Gesetzgeber gewollt - ansonsten würde es die Kostenerstattung festgelegt durch den Gesetzgeber nicht geben.
Ich vermute: Hier geht es um Großkonzerne, deren Rechtsabteilung wahrscheinlich mit Excel-Tabelle alles genau ausrechnen. Wie viele Gebühren, die eigentlich zurückerstattet werden müssten, können wir behalten und wie hoch sind unsere Gerichtskosten pro Jahr. Wenn das Ergebnis in Excel positiv ist, werden die Kunden weiterhin gesetzeswidrig nicht ausgezahlt.
Das bedarf doch keinerlei Insiderwissen oder sonstigem dergleichen um sagen zu können, dass die zusätzlichen Gewinne durch nicht sich durchsetzende/klagende Kunden ein fester Posten in der Finanzplanung der Airlines sind.
Genauso wie das niedrigere Gewicht (-> Sprit → Kosten) und gesparte Steuern, was durch 365 Tage im Jahr existierende no-show Passagiere entsteht.
Ich finde Dein Vorgehen vollkommen i.O und richtig.
Wenn keiner reklamiert, dann versuchen eben einige Unternehmen (keine Pauschalverdächtigung) mit den nicht angemahnten Entgelten das Ergebnis „aufzuhübschen“.
In der Bankbranche ist es sehr üblich, Entgelte beziehungsweise zu hohe Entgelte zu vereinnahmen, weil sich sowieso kaum ein Kunde daran „stört“ - da ist es sehr üblich (ich bin in dieser Branche und weiß, wovon ich schreibe).
LG Michaek
Hi @Barrakuda ,
leider hatte ich auch schon das „Vergnügen“, mich mit Vueling zu streiten, was ich ebenfalls bis zum Ende durchgezogen habe (bzw. dann mein Anwalt). Wenn es dich interessiert, schildere ich dir meinen Fall gerne genauer. Aber soviel sei gesagt: wirklich zufrieden war ich am Ende dann auch nicht (obwohl ich das Geld erhalten habe); die Nerven hat es aber mehr belastet, als es meinen Gerechtigkeitssinn befriedigt hat. Mir blieb dadurch nur zu entscheiden, nie wieder mit Vueling zu fliegen und allen in meinem Bekanntenkreis ebenso davon abzuraten.
Wenn du es wirklich durchziehst, wünsche ich dir von Herzen viel Erfolg!
Lieben Gruß
Jörn
@joern Hey, vielen Dank für deinen Bericht.
Was ist denn passiert, dass du mit dem Ergebnis unzufrieden warst? Wenn du alle dir zustehenden Kosten bekommen hast sowie alle prozessbedingten Kosten, dann ist doch in dem Sinne alles gut gelaufen. Ich verstehe das auch voll und ganz dass sowas evtl. Nerven kostet, aber in meinem Fall hab ich da ganz konkret Lust drauf.
Was ist denn bei deinem Fall passiert?
Hi @Barrakuda
Also bei mir ging der Flug einfach nicht und wurde ohne Information auf den nächsten Tag verschoben. Obwohl ich einen Tag vor geplanten Abflug (von BSL nach BCN) sogar noch eine typische Mail „Morgen geht ihr Flug… Hier Mitwagenangebote…“ erhalten hatte, stand ich dann Freitag Abend im Flughafen und habe mich gewundert, dass dort kein Flug angegeben war. Eine Rückfrage von mir beim Personal ergab nur „da sind sie nicht der Erste“. Leider konnte ich Vueling auch nicht persönlich antreffen, eine Rufnummer war nur unter 01805 angegeben (was aus der Schweiz nicht möglich war). Also ich dann wieder zu Hause war und ich dort anrufen konnte, wurde mir gesagt, dass der Flug auf den nächsten Morgen um 9:00 Uhr verschoben sei. Nach dem Telefonat bekam ich dann auch eine Mail…
Der Flug am Samstag ging dann mit einer offensichtlich geliehenen Maschine (ohne Firmenlackierung ohne sonstige Angaben), die in einem erbärmlichen Zustand war.
Auf Grund der Verspätung habe ich dann meine Rechte geltend gemacht - das wären 250 EUR gewesen. Vueling hat sich einfach tot gestellt. Da habe ich dann einen Anwalt eingeschaltet. Der hat dann auch die 250 EUR für mich rausgeholt, aber seine Gebühren nicht erhalten. Da haben die dann aufgegeben. Das Ganze hat ca. 8 Monate gedauert. Und der Stundenlohn war nicht angemessen . Aber aufhören war auch keine Option (wenn man schon anfängt).
Vielleicht hast du ja mehr Glück. Ich wünsche es dir!
Hat dein Anwalt aufgegeben sich seine Gebühren zu holen oder hat Vueling aufgegeben und alles gezahlt?
… dann soll er doch die Gebühren einklagen?
Mit aktivem VoWiFi (WLAN-Calling) ist dein Handy (mit deutscher SIM) technisch „in Deutschland“ und du kannst auch aus dem Ausland Sondernummern wie 0800, 0180… anrufen.
Das kann auch nachteilig sein: in EU-Ländern greift dann das kostenlose EU-Roaming für Anfrufe auf Nummern in dem jeweiligen Land nicht mehr, das ist dann ein Auslandsgespräch von Deutschland in das Land. Also je nach Bedarf dollte VoWiFi ein- oder ausgeschaltet werden.
Ich habe Vueling am Freitag nochmal eine weitere Mail geschickt.
Dort habe ich gesagt, dass ich denen bereits 3 Urteile gegeben habe, die belegen dass Vueling zur vollständigen Erstattung verpflichtet ist; ich habe meinen Teil also erledigt.
Des Weiteren habe ich gesagt, wenn Vueling der Meinung ist, das sie es nicht tun müssen und dabei auch noch rechtmäßig handeln, dann sollen sie mir bis Freitag schriftlich (per Mail) sämtliche Gesetze und Urteile schicken, die DEREN Standpunkt untermauern. Sollten sie es nicht tun, erklären sie damit automatisch, dass sie absichtlich gegen geltendes Recht verstoßen haben und sich vor Gericht schuldig bekennen.
Auf meine Mails kam deren Antwort bisher immer spätestens am nächsten Tag, diesmal kam bis dato noch gar nichts. Ich bin gespannt
sorry, aber was soll das bezwecken. In welchem Rechtssystem ist ein Schuldeingeständnis durch Unterlassen einer Verteidigung rechtmäßig?
Ich als Vueling würde mir denken, dann verklag mich doch. Wenn die Klage kommt, kann ich immer noch zahlen.
Darum gehts mir auch nicht, sondern ich will denen so richtig auf die Nerven gehen. Vueling auf YouTube wegen rechtswidrigem Verhalten öffentlich zu bashen überlege ich mir auch noch. Ein Kanal mit einigermaßen Reichweite wäre vorhanden. Aber das passiert frühestens nach dem Richterspruch.
Spannende Diskussion. My two cents, falls es jemanden interessiert:
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Wenn Airlines so klar Recht biegen und brechen, müssen sie zur Verantwortung gezogen werden. Egal ob es 1000 Euro sind Oder 1 Cent. Gesetz ist Gesetz. Und wenn Dinge nicht verfolgt werden, existieren sie ja statistisch leider nicht. Somit fehlt wiederum die Aufmerksamkeit für das Thema. Und somit können Airlines ihre dunklen Machenschaften noch viel unbehelligter Fortsetzen bis es komplett ignoriert wird. Der Prozess mag mühsam sein,aber letztlich hilft jede Klage dem Verbraucher. Ähnlich Wie jede Anzeige wegen Belästigung o.ä. hilft. Es mag mühsam und aussichtslos für Opfer sein, aber jeder Aufschrei (me too, nein heißt nein,etc) steigert die Aufmerksamkeit und Sensibilität für ein Thema, was es, wenn man einige fragt früher gar nicht gab…warum wohl? Weil niemand aufgeschrien hat.
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Natürlich ist es auch Ermessenssache ob sich der Aufwand lohnt. 17,90 Euro klingt nicht viel. Sind aber c. 50% des Gesamtpreises. Wie so oft bei Economy-Tickets. 50% bei nem 400-Euro Ticket nach NY? Klar mach ich Krach! 50% bei nem Einkauf im Supermarket? Klar mach ich Krach! So muss man es nämlich auch sehen.
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Bevor man Anwälte einschaltet und monatelange Prozesse durchsteht, ist es auch ratsam Drittanbieter einzubunden. Flight right, Airhelp, etc. Viel biegen ja auch die Steuererstattung an zu verfolgen. Und man hat das Gros seines Geldes flott. Oder die Schlichtungsstelle, da spuren viele Airlines ja auch.