Ich bin im April von Wien über Brüssel nach Accra geflogen.
Dabei ist mein Flug VIE-BRU angeblich wegen Wetter nach AMS umgeleitet worden, es ging dann nach kurzem Aufenthalt (ohne Verlassen des Fliegers) in AMS gleich weiter nach BRU, nur habe ich den Anschluss nach ACC versäumt und wurde auf BA am nächsten Tag umgebucht.
Daraufhin habe ich Transport, Mahlzeit, Nächtigung und EU261 geclaimt und schließlich nach zweimaligem Re-Routing des Claims (zunächst von LH, die das Ticket ausgestellt hatte, auf SN, die es letztlich dann an OS weitergeleitet hat) wurden alle Spesen ersetzt, EU261 jedoch abgelehnt:
Eine Ausgleichszahlung ist im vorliegenden Fall laut EU Verordnung 261/04 14 & 15 nicht vorgesehen, da die Flugverspätung aufgrund der vorherrschenden Wetterbedingungen verursacht wurde und somit außerhalb des Einflussbereichs von Austrian Airlines lag.
Was daran seltsam anmutet war, dass offenbar kein anderer Flieger in/nach BRU ähnliche Probleme hatte, daher meine Frage: wie kann man das objektiv feststellen, bzw. was ratet Ihr mir, zu tun (insbesondere als man offensichtlich den Claim ja anerkannt hat, indem man die Spesen ersetzt hat)?
Also ohne hier voreilig Partei ergreifen zu wollen:
Keine Airline leitet freiwillig einen mit Passagieren besetzten Flug ohne guten Grund um, weil eine solche unplanmäßige Zwischenlandung viel Geld kostet.
Was wäre denn Deine Vermutung, warum der Flug umgeleitet wurde?
Hast Du alle Ankünfte in BRU um Deinen Flug herum (+/- 60 Minuten) einzeln geprüft und alle sind pünktlich gelandet, bloß Deiner nicht?
Die Beistandsleistungen wie Hotel und Spesen sind immer zu zahlen bei einer Verzögerung. Dass diese ausgezahlt wurden hat nichts damit zu tun, dass irgendein „Claim“ akzeptiert worden wäre und schließen eine wetterbedingte Umleitung bei der keine Entschädigung gezahlt werden muss keinerswegs aus.
Du kannst hier einfach deine Daten und AMS eingegeben und schauen wie das Wetter war. Sollte es gut gewesen sein und du das landen aller anderen Flugzeuge (etwa mit FR24 Screenshots) nachweisen kannst, empfehle ich SRUV. Grüße
Diese Umleitung wird die Airline tausende von EUR gekostet haben (zusätzliche Flughafengebühren, zusätzlichen Sprit, längere Crew Arbeitszeiten sowie Beistandsleistungen für Passagiere, die jetzt in BRU umgebucht werden müssen und ein Hotel brauchen). Sowas macht man nicht mal eben leichtfertig aus Bequemlichkeit und deswegen glaube ich, dass hier nix zu holen sein wird.
Ich hatte @JMG29 zur Einzelprüfung ebenfalls FR24 vorgeschlagen, im Prinzip so ähnlich wie @PradeYT .
Ansonsten könnte man natürlich mal testweise versuchen, ob die üblichen Portale diesen Fall nehmen würden oder nicht.
In diesem Fall sofort zum Anwalt zu rennen, finde ich als Ratschlag ehrlich gesagt schon etwas befremdlich.
Ich habe nun auf FR24 die Ankünfte +/- 1h von unserem an diesem Tag gecheckt; manche waren quasi pünktlich, einige weniger als 1h verspätet, und nur unsere plus 2 weitere Maschinen exzessiv, also mehr als 3h, weil wir (also nur diese 3 Maschinen von zig anderen) nach AMS rerouted wurden.
Wie jetzt? Zwei weitere Flüge sind nach AMS diverted?
Also ich sehe das so, dass es da ein Wetterproblem gab. Niemand fliegt freiwillig einen Ausweichflughafen an. Anscheinend waren auch noch andere betroffen (auch andere Airlines?).
So eine Gewitterfront oder ähnliches zieht vielleicht manchmal schneller ab als erwartet, wasweißich.
Versuch‘ doch einfach Deinen Fall bei einem Portal zu platzieren und guck‘ was dabei rauskommt.
Ich tendiere hier leicht dazu, für die Airline Partei zu ergreifen, die sich ja anscheinend auch ganz gut um Euch gekümmert hat, was Umbuchung, Hotel etc. angeht.
genau, zig Machinen waren mehr oder weniger pünktlich, nur wir und zwei andere wurden nach AMS diverted und hatten letztlich 3h+ Verspätung in BRU.
Ich denke mir, wenn sagen wir 2/3 aller Landungen diverted werden, verstehe ich es als Wetterproblem, aber 3 Flieger… sind das die, die die schlechtesten Argumente haben, warum sie unbedingt landen müssen?
Das kann hunderte Gründe haben. Flugplan (Folgeverspätung), Treibstoff, Dienstzeiten, Slotverfügbarkeit, Airline Operations Manual, Flugsicherung. Den wahren Grund für die Umleitung wird man nicht (mehr) erfahren.
Die Verteidigung denkst du Dir ohnehin nicht selber aus. Reiche es einfach weiter und schau was passiert. Sollte es kein Inkasso Unternehmen annehmen, geh zur SRUV, da bekommt man zu mindest (scheinbar) 100€ Kulanz von DLH.
Die EU-Fluggastrechtverordnung bleibt (was die 3h-Schwelle, Distanzen und Entschädigungssummen angeht) wie bisher unverändert, mit einigen kleinen Neuerungen:
“Die Reform sieht mehr Rechte bei verpassten Anschlussflügen vor, verbesserte Entschädigungsrechte im Falle einer Herabstufung der Buchungsklasse und klare Fristen für Fluggesellschaften zur Bearbeitung von Entschädigungsanträgen. Außerdem müssen Namensfehlern auf Tickets kostenlos korrigiert werden.
Neu ist zudem: Künftig müssen die auf Vergleichsportalen zuerst angezeigten Ticketpreise die Mitnahme von Handgepäck enthalten. Das soll Flugpreise für Verbraucher ehrlicher, vergleichbarer und verständlicher machen. Zudem müssen Familien künftig zusammensitzen können, ohne für die Sitzplatzauswahl zusätzliche Kosten tragen zu müssen.”