Danke, dass du dich extra angemeldet hast, um hier nachzufragen.
Selbstverständlich habe ich auch ein Jahr nach meinem Post noch die Quelle zur Hand. Einfach eine unbelegbare Behauptung in den Raum zu stellen, wäre ja unseriös von mir.
Im übrigen ist ja auch irgendwie logisch (wenn man nicht ideologisch verbohrt an die Sache rangeht), dass Bau und Erhalt eines tausende kilometerlangen Schienennetzes massiv Energie verbraucht und damit CO2 Ausstoß verursacht, wenn man mal drüber nachdenkt. Da musst du jetzt nicht überrascht aus allen Wolken fallen.
Mein Physik LK Abi ist zwar schon einige Jahre her, aber der Energieerhaltungssatz sagt prinzipiell (auch ohne, dass ich den nochmal im Detail anschauen muss): um Bewegungsenergie zu erhalten, muss Energie dafür umgewandelt werden, und zwar (unter Berücksichtigung der Wandlungsverluste) in gleicher Menge. Sprich: wenn du bewegt werden willst, kostet das Energie. Daraus folgt: willst du keine Energie verbrauchen, dann bleib daheim. Wie Verluste ansteigen ist mir hierbei primär egal, um Selbsttäuscher, die behaupten sie seien ach so umweltfreundlich, weil sie mit der Bahn fahren, auf den Boden der Realität zu bringen. Die ist nämlich: wenn du wirklich umweltfreundlich sein willst, musst du daheim bleiben (sprich auf Fahrten verzichten). Sonst betrügst du dich selbst, oder du willst dich potentiell gegenüber anderen als besseren Menschen darstellen (zumindest wenn du denen das so mit dem Argument der Umweltfreundlichkeit in die Augen reibst).
Das ist sehr richtig. Die Vergleichsmodelle, bei denen die Bahn immer gerne so gut wegkommt gehen anscheinend davon aus, dass die Trassen schon immer da waren oder irgendwie vom Himmel gefallen sind…
Allerdings weiß ich auch nicht so genau, ob oder wie bei der Fliegerei der Bau von Flughafen-Infrastruktur mit in die Berechnung einfließt.
Am Ende hilft vielleicht wirklich nur zu Hause bleiben, was aber irgendwie auch nicht so gut ist, weil Mobilität ein Wirtschaftsfaktor ist.
Immer doch Vielleicht gibt’s ja noch was dazuzulernen.
Danke.
Natürlich logisch. Allerdings scheint so vieles logisch und ist im Endeffekt falsch oder zumindest irrelevant. So könnte man es zum Beispiel logisch finden, dass die Oberfläche der Erde mit ihren tausenden Metern hohen Gebirgsmassiven und tiefen Ozeanen ein ganz schön zerklüftetes Bild abgibt. Tatsächlich ist die Erdoberfläche ungefähr so glatt wie eine Billiardkugel. Deswegen, immer auf die Zahlen gucken!
Da würde ich mit gehen: Jede Bewegung erzeugt Wandlungsverluste. Daraus ergibt sich aber nicht, dass jede Bewegung gleich viele Wandlungsverluste erzeugt und deshalb gleich zu bewerten ist, wie Du meiner Meinung nach suggerierst. Auch da zählen im Endeffekt wieder die konkreten Zahlen. Selbst wenn Auto und Flugzeug pro Personenkilometer gleich klimaschädlich wären, dürfte die durchschnittliche Flugreise doch ein vielfaches weiter sein als die durchschnittliche Autofahrt. Und schon dadurch ist die durchschnittliche Flugreise eben doch schädlicher als die durchschnittliche Autofahrt. Und ja, so ist die Zug-/Autofahrt zur Nordsee eben doch klimafreundlicher als ein Flug nach Australien, auch wenn die Auslastung von Flugzeugen höher ist, auch wenn Straßenbau CO2 erzeugt, auch wenn Züge schwerer sind als Flugzeuge. Als einzige Alternative zur Flugreise das natürlich kaum realistische “Zuhause-Bleiben” zu propagieren ist in meinen Augen eine tendenziöse Relativierung.
Dazu kommt: Die wenigsten Leute wohnen im Terminal. Wer nicht “zu Hause bleibt”, der wird erst mal per Straße und Schiene zum Flughafen gelangen müssen. Das dürfte nur einen Bruchteil des Bahn-/Pkw-CO2 dem Flugverkehr zuordnen - es soll aber hier aber vor allen den Gemeinschaftscharakter des Straßenverkehrs und des öffentlichen Nahverkehrs unterstreichen, vor allem im Nachbereich. Ohne Straße kein Besuch bei der Oma, kein Weg zur Arbeit, keine Müllabfuhr, kein Lieferdienst, kein Notarzt. Ohne Straßen ist unser Leben kaum vorstellbar. Ohne Flugzeug schon eher, will ich meinen.
Ein letzter Punkt zur Annahme “Selbst wenn Auto und Flugzeug pro Personenkilometer gleich klimaschädlich wären”. Die von Dir genannte Studie vergleich CO2-Mengen - das ist ein Anfang. Was sie aber völlig unterschlägt - das hier: “Ein Drittel CO₂- und zwei Drittel Nicht-CO₂-Effekte” (ich kann keine Links einfügen - Google wird es finden). Auf die Zahlen des Luftverkehrs darfst Du also noch mal easy einen Faktor 3 draufmultiplizieren. Und ob dann “die Bahn gar nicht mehr so gut da [steht]”, darfst Du gern selbst entscheiden. (Die Zahl kommt übrigens nicht von den jungen Grünen, sondern vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.)
Nach meinen Ausführungen oben finde ich, das ist überhaupt nicht richtig. Aber jeder ziehe seine eigenen Schlüsse.
Allerdings weiß ich auch nicht so genau, ob oder wie bei der Fliegerei der Bau von Flughafen-Infrastruktur mit in die Berechnung einfließt.
Tabelle 3 der oben genannten Studien ist da eindeutig: gar nicht. (Halte ich aber nicht für einen entscheidenden Faktor.)
Am Ende hilft vielleicht wirklich nur zu Hause bleiben, was aber irgendwie auch nicht so gut ist, weil Mobilität ein Wirtschaftsfaktor ist.
Stimmt schon. Und trotzdem bleibe ich dabei, besser nicht das künstliche Dilemma zwischen Flugreise und Zuhausebleiben zu suggerieren. Es gibt Alternativen und sie sind klimafreundlicher als Flugreisen.
Das wiederum ist sehr weit aus dem Fenster gelehnt!!!
In unserer heutigen Welt ist vieles ohne Flugzeug gar nicht mehr realisierbar oder seeehr zeitaufwendig. Die Taktung unserer Wirtschaft hat ein Problem sobald etwas länger dauert als es sollte.
Außerdem sehe ich das die Diskussion am Thema vorbei führt. Achtet doch mal auf den Titel dieses Threads !!
Wie man’s nimmt. Für den Güterverkehr vielleicht, aber darum geht es hier ja nicht. Was den Personenverkehr angeht: geschätzte 90% der Weltbevölkerung haben noch nie ein Flugzeug von innen gesehen…
Und das bedeutet genau was?
Dass deshalb die anderen 10% auch drauf verzichten können oder sogar sollen und dass dies keine nennenswerten Konsequenzen hätte?
Deine Thesen in allen Ehren, aber Du nervst und Deine Beiträge haben NICHTS mit dem Thema dieses threads zu tun, wie @peco oben schon angemerkt hat.