Entschädigung bei Verspätung mit Air China

Die folgende Reise hat bereits im August 2025 stattgefunden. Es ist also schon etwas länger her.

Ich habe über Lufthansa folgende Segmente gebucht. Alles unter einem gemeinsamen Buchungscode:

  1. Oslo-Frankfurt (Lufthansa)
  2. Frankfurt - Shanghai (Lufthansa)
  3. Shanghai - Guangzhou (Air China)

Die beiden Lufthansa Flüge sind jeweils pünktlich angekommen. Der Air China Flug (CA1865) ist aber erst mit einer Verspätung von 3:38 Stunden in Guangzhou gelandet. Der Grund ist mir unbekannt. Ich weiß nur, dass zu der Zeit ALLE CA1865 Flüge horrende Verspätungen hatten.

Ich habe bei Lufthansa versucht eine Entschädigung für diese Verspätung zu beantragen. Dies wurde mit der Begründung abgelehnt, da die Verspätung nicht auf einem Lufthansa Flug passiert ist, sondern auf einem Air China Flug. Ich habe daher Flightright „beauftragt“, dass die sich um meinen Fall kümmern sollen. Das ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her. Bis jetzt ist noch nichts passiert, außer die allgemeinem Mails, die man alle 3 Monate erhält.

Frage:

  1. Ist es korrekt, dass LH die Entschädigung ablehnen kann, obwohl ich die Reise über LH gebucht habe?
  2. Hat hier jemand Erfahrung, wie einfach oder schwer es ist seine Entschädigung bei Air China durchzusetzen?

Verantwortlich ist grundsätzlich immer die ausführende Airline. Die EU261 Rechte greifen hier zwar, da in einem Ticketstock über EU Airline LH gebucht, aber durchsetzen muss man sie gegen Air China und das wird sicherlich nicht gelingen. So meine Meinung. Ich denke nicht, dass da jemals was kommt.

Du kannst deine Rechte auch gegen LH durchsetzen. Beide Airlines haften gesamtschuldnerisch.

In ähnlicher Konstellation fordere ich es ab und an mit UA und LH ein.

Da LH abgelehnt hat, würde ich dir nun raten @DrMatthiasBoese zu kontaktieren

Im Juli/August/September ist in Ostchina Taifunsaison mit August als kritischstem Monat mit Zehntausenden von Verspätungen und Annullierungen. Dazu kommt, daß dort der Luftraum komplett vom Militär kontrolliert wird und sehr viele Abflugslots verhängt werden. Wenn es also um Flugverspätungen auf Deinem genannten Flug geht, ist die Chance extrem groß, daß 261/2004 nicht greift, da behördliche Einschränkungen gegriffen haben. Kurz, wenn die Fluglinie sagt, die Verspätungen waren Slot-bedingt, kann man ihr im Falle von China das Gegenteil nicht beweisen.

Dazu kommt noch, dass Air China eine Staatsfirma ist. Du klagst also sozusagen gegen den Chinesischen Staat.
Ohne die richtigen Connections wird es sehr schwierig, da was durchzusetzen.

Was hier alles für ein Unsinn von Laien verbreitet wird, ist unglaublich. Air China ist der einfachste Gegner aller Airlines vor Gericht.

Blödsinn. Der außergewöhnliche Umstand alleine ist in den allermeisten Fällen egal.

Die Aussage ist schlichtweg falsch.

Sorry, aber mit Verlaub, das ist falsch.

Keine Aussage, sondern meine persönliche Meinung ohne jeglichen Anspruch auf rechtliche Richtigkeit, denn wir sind ja ein Forum hier und keine Rechtsberatung. Und so falsch finde ich den Kerngedanken gar nicht.

Doch ist er. Er geht zu 100 % an der Rechtslage vorbei.

Also,

Entschuldigung, es stimmt nicht dass beide Fluggesellschaften „solidarisch“ - gesamtschuldnerisch haften - das stimmt einfach nicht.

Das Gesetz EU 261/2004 sagt (auf Englisch)

„The operating air carrier—the airline that actually performs the flight—is responsible for paying compensation and providing assistance, even if you bought your ticket through a different partner airline or code-share code“

Das heisst Air China muss bezahlen (und Air China muss vor Gericht eingeklagt werden)

Beste Grüsse

Chris

Der Rechtstext wurde 2004 geschrieben. Die Rechtsprechung entwickelt sich durchaus weiter, so zB auch in dem Fall.

Siehe zB. EuGH in C-502/18.

LH haftet auch hier

Gut, haben sie eine anderslautende Rechtssprechung (Jurisprudenz)?

LG Chris

Hab ich doch geantwortet? 10 Minuten vor deiner Nachricht.

Wieder so ein ach-so-tolle Rechtsspechung, welche die Flugticktes teurer macht. Je mehr Risiko die Airlines kalkulieren, umso teurer werden die tickets und das führt ggf dazu, dass EU Airlines codeshare vermeiden.
Ich frage mich. wer von sowas profitiert :thinking:

Die Flugpreise hängen maßgeblich von der Nachfrage und der Zahlungsbereitschaft ab, nicht unbedingt nur von den Betriebskosten.

Daher ist es in Amerika (wegen der Abwesenheit von transnationalen ULCC) auch viel teuerer, obwohl es dort keine vergleichbaren Rechte gibt.

Das ist natürlich eine tolle Ausrede. Die Mathe ist aber einfach: bei gleichen Randbedingungen (Ticketpreis mit einkalkulierten großen Risiko) > (Ticketpreis mit einkalkulierten kleinen Risiko). Das ist exakt wie (Benzinliterpreis mit hoher Miniralsteuer) > (Benzinliterpreis mit geringer Miniralsteuer). Leute, die anders behaupten, vertreten Partikluarinteressen.

Nö. Lässt sich alles in Studien nachlesen, dass der Preis von der Zahlungsbereitschaft bestimmt wird und nicht direkt durch die Betriebskosten.

Sonst wären ja Direktfluge zB auch günstiger als Umsteiger in der Konsequenz. Ist viel weniger Risiko für die Airline und auch generell viel günstiger. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall.