Eure Erfahrungen mit Gepäckverspätung und -verlust?

Das müsste jemand beantworten, der bei Swissport oder dnata oder Menzies usw arbeitet.
Wie lautet genau die Arbeitsanweisung?

Zuerst müsste man mal die interne Arbeitsanweisung kennen, ob und wie die dann umgesetzt wird, ist eine nächste Frage.

Gibt es jemanden im Forum der bei Ground Handling arbeitet und berichten kann?

Alles andere ist Spekulation.

Jetzt auch erstmals von Kofferverspätung/-Verlust betroffen. Sonntagabend mit AEGEAN aus RHO via ATH angekommen. Koffer meiner Frau ist da, meiner nicht. Am Schalter reklamiert, man wusste schon vom fehlenden Gepäckstück. Zeitgleich eine SMS erhalten mit selbem Inhalt.

Gleich am nächsten Morgen um kurz nach sieben eine Mail von Fraport Tracing erhalten. Ein Koffer, der zu meiner Beschreibung passt, sei in Athen ohne Barcode aufgefundenworden, ich solle mal den Inhalt beschreiben, damit er als meiner identifiziert werden könne. (Lustigerweise befindet sich am Koffer ein Aufkleber mit meinem Nachnamen, welcher bestimmt nicht rein zufällig ebenfalls verloren gegangen sein dürfte.) Ich eine Inhaltsbeschreibung zurückgemailt und seitdem nichts mehr gehört. Habe über dieses Sendungsverfolgungstool bereits nachgefasst … keinerlei Reaktionen bisher. Tracing in progress … Check again later. Ist das normal, dass niemand mehr reagiert? Die angegebene Rufnummer am FRA glänzt nur mit einer Bandansage, dass man bitte alles online erledigen solle :wink:

Ein Verlust des Koffers wäre ein ziemlicher finanzieller Schaden, da sich zwei hochwertige Sonnenbrillen mit teuren Gleitsichtgläsern darin befinden. In dem Zusammenhang finde ich die aktuelle Haftungshöchstgrenze nicht zeitgemäß.

Jetzt heißt es wohl einfach abwarten und Tee trinken.

EDIT: Just in diesem Moment trifft eine Mail von AEGEAN ein, die eigentlich den Wissensstand von Montagmorgen, sieben Uhr widerspiegelt:

We would like to inform you that we have located a bag similar to yours. As soon as we have the final confirmation, we will notify you again.

scheint als wollten sie den Koffer erstmal öffnen um zu prüfen ob der dir gehört.
Hast du denn auf den Namensaufkleber hingewiesen?
Ich könnte mir vorstellen, das sich da niemand bemüßigt fühlt schnell zu handeln, würde da aber schon versuchen irgendwie Druck zu machen.
Telefon geht nicht, dann Mail oder Kontaktformular?
Andererseits fürchte ich aber, dass die sich da nicht beirren lassen.

Selbstverständlich habe ich darauf hingewiesen.

Was mich wundert: Wie kann denn dieser Koffer-Tag vom Griff alleine abgehen. Die kleben doch immer wie Hölle. Einzige Erklärung wäre, dass der Griff eventuell abgerissen wurde …

Hattet ihr schonmal Kofferverzögerungen wegen Verlust des Baggage-Labels?

Schon kurios. Für solche Fälle gibts doch i.d.R. die kleinen Sticker, die auf jede Seite nochmal draufgeklebt werden zusätzlich zum großen Label… Die gehen mitunter zwar relativ leicht ab, aber 1-2 sind bei mir nach Ankunft immer noch drauf…

Je nach Sorgfalt des Check-in Personals, werden die zusätzlichen kleinen Sticker entweder gar nicht genutzt, oder sehr nachlässig geklebt.
Am besten funktioniert es, wenn ich’s selber machen kann…

Es ist ja überhaupt noch nicht sicher, das dies dein Koffer ist. Es gibt so viele die ähnlich ausschauen.

Ich würde das System mal 72 Stunden selbst durchlaufen lassen, viele Gepäckstücke werden in 3 Tagen wieder irgendwo ausgespuckt, IATA sagt, dass 90-95% der verloren gemeldeten Gepäckstücke innert 3 Tagen wieder auftauchen.

Nach Tag 5 kannst du dann den Panic Button drücken.

Einfach mal aussitzen bis dann, der steckt irgendwo (jetzt mal unter der Annahme, dass er nicht gestohlen wurde).

Mein Kollege hatte gerade so ein kuriosen Fall mit BA, er ist LHR-FRA geflogen, in FRA kein Koffer, 3 Tage später wurde der Koffer in Toronto gefunden. Frage mich nicht wie. Wurde dann nach FRA gesendet und mit Kurier zugestellt. War tatsächlich sein Koffer und der Inhalt war unversehrt und vollständig.

Eigentlich verfalle ich nicht so schnell in Panik. Ich fand es halt nur so merkwürdig, weil innerhalb kürzester Zeit eine positiv klingende Info kam und dann einfach nichts mehr … So schnell hatte ich gar nicht mit einem Feedback gerechnet, weshalb ich zuerst sehr positiv überrascht war, was dann mangels weiterer Rückmeldungen schnell ins gegenteil umschlug.

Zwischenzeitlich jedoch gute Nachrichten: Man konnt den Koffer wohl eindeutig meiner Person zuordnen und hat nun die Zustellung in die Wege geleitet. Laut dem Onlineportal ist diese für Freitag vorgesehen. Prima!

Super, das sind doch gute Neuigkeiten, die Griechen haben sich einfach Zeit gelassen, alles zu erfassen. Konntest du online schon deine Zustelladresse eingeben?
Dann wird dich der Kurier direkt kontaktieren, sobald er den Koffer hat.

Du kannst jetzt für die Zwischentage etwas einkaufen und dann die Belege einreichen, musst aber bei der Fluggesellschaft schauen, was als erstattungsfähig gilt.
Geh mal ein bisschen Shoppen :grinning_face:

War ja auf dem Rückflug. Koffer kommt zur Heimatadresse, diese war von Anfang an im System hinterlegt. Shoppen ist eigentlich nicht notwendig, ich bin froh, wenn alles (insbesondere die Brillen) wieder unversehrt da ist.

Learnings:

1.) Zukünftig lege ich in jedes Aufgabegepäck einen Apple AirTag.
2.) Möglichst keine teuren Gegenstände ins Aufgabegepäck (der Maxbetrag ist schnell überschritten)

Nach dem letzten Mal hab ich mir auch Air Tags zugelegt. Air France über CDG, oh Wunder :grinning_face_with_smiling_eyes:.

Folgendes ist noch wichtig/möglich, und viele Leute wissen das nicht.

Wenn man teure Wertgegenstände im Gepäck hat, die die Standard-Haftungsgrenze überschreiten, sollte man am Check-In die Besondere Wertdeklaration ausfüllen (dort wo man den Koffer aufgibt). Dann ist man bis zum tatsächlichen Wert abgesichert, sonst nicht.

Rechtliche Grundlage: Besondere Wertdeklaration (Art. 22 Abs. 2 Montrealer Übereinkommen)
Dies ist ein Instrument, mit dem sich die Standard-Haftungsgrenze (aktuell 1.519 SZR, ca. 1.900 EUR) auf den tatsächlichen Wert deines Gepäcks anheben lässt:
Auf English die „Special Declaration of Interest in Delivery at Destination“.

So funktioniert es:

  1. Zeitpunkt: Die Deklaration muss beim Check-in, spätestens bei der Gepäckaufgabe erfolgen – nicht nachträglich nach einem Verlust.
  2. Vorbereitung: Dokumentiere den Kofferinhalt vorher möglichst genau (Fotos, Kaufbelege, ggf. tabellarische Liste).
  3. Am Schalter: Du musst aktiv verlangen, den Wert zu deklarieren, z. B.:
    „I wish to make a special declaration of interest in delivery at destination under Article 22 of the Montreal Convention.“
  4. Zuschlag: Die Airline berechnet dafür einen zusätzlichen Betrag, dessen Höhe sie selbst festlegt (variiert, meist prozentual zum deklarierten Mehrwert).
  5. Wirkung: Die Haftungsgrenze wird bis zur Höhe des deklarierten Werts angehoben – das gilt dann explizit im Verlustfall.

Wichtiger Punkt:

  • Für den Erfolgsfall ist entscheidend, dass die Deklaration eindeutig und mit konkretem Wert erfolgt und schriftlich/im System festgehalten wird – ein blosser mündlicher Hinweis reicht laut Rechtsprechung nicht aus.

Praktische Alternative: Wem die Wertdeklaration zu aufwändig ist, kann stattdessen eine private Reisegepäckversicherung oder eine entsprechende Kreditkarten-Zusatzversicherung als alternativer Weg nehmen, um über die Montreal-Grenze hinaus abgesichert zu sein.

Das allereinfachste ist. natürlich: Wertsachen ins Handgepäck, aber je nach Volumen geht das nicht immer.

Wenn man dann den Lost Baggage Claim macht kann man zb bei LH ankreuzen, dass man die Wertdeklaration gemacht hat, das System übernimmt die Info dann automatisch, da die Deklaration dem Baggage Tag zugeordnet ist.

oder man hat einfach eine gute Reiseversicherung. Dann ist es völlig egal was die Airline erstattet.
Der Zuschlag den die Airline verlangt ist wahrscheinlich teurer als die Versicherung.

Airtag im Gepäck: Wozu? Selbst wenn du weißt er liegt am Flughafen X kommst du nicht ran. Es gibt fixe Abläufe und Bürokratie, es wird dort niemanden interessieren, dass du weißt wo dein Koffer ist.
Der Airtag bringt nur was bei Diebstahl oder wenn du ihn irgendwo vergisst und selbst dann ist es schwierig den genauen Ort zu finden, oder würdest du 200 Apartments im Ghetto durchläuten bis du den Dieb findest? :joy:

Ein Airtag lohnt durchaus. Bei manchen Airlines kannst du einen Airtag Freigabe Link übermitteln, dann kann dein Koffer darüber lokalisiert werden, hab ich letzte Woche gemacht (natürlich weiß ich aber nicht, ob’s von denen auch wirklich genutzt wurde und was gebracht hat). Außerdem weißt du schon im Voraus ganz genau, ob es sich lohnt, noch länger auf die letzten Nachzüglicher am Gepäckband zu warten. Und auch bei der Lokalisierung hast du durchaus Infos, dass etwas vorangeht, wohingegen du einzig mit den Einträgen im Lost+Found System ziemlich lange im Unklaren bist…

Die Airlines fragen sogar gezielt danach. Kann Mann denen sagen „Leute mein Koffer steht in Halle D in Paris“. Und hilft einem selber zu wissen wo er ist. Miami, Paris oder doch Köln. Wenn er dann im Sudan auftaucht weis ich, ich kann die Hoffnung aufgeben.

Ne ne, Ethiopian bringt den flott zurück….:grinning_face:

Welche Airlines sollen das sein? Wurde noch nie nach sowas gefragt.

Meine Erfahrung mit Air Tags ist ebenfalls sehr skeptisch.
Im Regelfall nützt es gar nichts, ob ich weiß wo der Koffer ist oder nicht.
Abgesehen davon, dass das Problem in den allermeisten Fällen nicht die Lokalisierung des Gepäckstücks ist, sondern das spezielle Handling.
So vermelden einige Airlines gleich proaktiv, dass der Koffer mit der nächsten Maschine nachkommt.
Leider bedeutet das nicht automatisch, dass man den Koffer dann gleich nach der Landung dieser nächsten Maschine mitnehmen kann, noch dass dieser einigermaßen zeitnah zugestellt wird.
Man braucht Personal, dass den Koffer nach Landung aus dem normalen Auslieferprozess rausholt und an den beauftragten Auslieferer überstellt und der muss diesen dann für eine Ausliefertour einplanen und auch mitnehmen.
Ich selber hatte schon mehrere Fälle, wo dieses „kommt mit der nächsten Maschine“ im Endeffekt mehrere Tage gedauert hat, bis der Koffer ausgeliefert wurde.
In dem Stadium in dem das Gepäckstück vom Ground Handler an den Kurier übergeben wird ist erstens niemand mehr so richtig zuständig und zweitens schon gar nicht erreichbar…
Da nützt auch der Air Tag nichts.

Ja hatte ich neulich ankommend MUC, Label nicht scanbar und Koffer ist dementsprechend nicht auf dem gepäckband gewesen sondern aussortiert worden. (Da ich einen AirTag drin hatte und gesehen habe dass Koffer in MUC ist) beim lost&found Schalter vorstellig geworden, die haben mit kofferbeschreibung und kurzen Blick auf „wo ist“ App dann irgendwo „unten“ angerufen und nach 30min war Koffer auf dem gepäckband für sondergrössen abholbar.

Zum Nutzen eines AirTags darf man auch nicht die psychologische Seite außer Acht lassen, zumindest zu wissen wo der eigene Koffer ist.

Aktiv gefragt wurde ich auch noch nicht. habe es aber immer direkt angesprochen. es ist dennoch erwähnenswert weil es die Situation (vllt) vereinfacht da auch der AirTag oder findmy link zum auffinden bei der mybag.aero(?) Website hinterlegen kann. Das ist nichtmal 1minute Arbeit beim bearbeiten des PIR aber hilft im Zweifel dem Bodenpersonal den eigenen Koffer schneller zu lokalisieren.