Grundsatzdiskussion rund um Fluggastrechte: Pro, Contra & andere Meinungen

Sehr gut und sehr treffend formuliert.

vor allem diese implizite Annahme von Gut und Böse scheint sehr tief verankert zu sein und scheint bei der Erstellung der Verordnung auch in den Köpfen der Verfasser tief zu sitzen.

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Ja, da komm’ ich auch in’s Grübeln. Im diesem beschriebenen Fall sollte die Entschädigung auf den ursprünglichen Flugpreis gedeckelt werden.

Es gibt aber auch andere Beispiele, wo die Airline gar nichts übernehmen will. Kein Hotel und Fremdmetall schon gar nicht.

Es bleibt ja auch das beschriebene Geschäftsgebaren, dass ich aufgrund gängiger Tarifentwicklung dazu genötigt werde, Flugreisen ewig im Voraus zu buchen und voll zu bezahlen. Dann muss ich etwaige schedule changes entweder klaglos akzeptieren oder darf, vielen Dank liebe Airline, kostenlos stornieren und kann mir dann 16 Tage vor Abflug was neues suchen, was es mit Sicherheit nicht mehr zum ursprünglichen Preis gibt. (>14 Tage vor Abflug informiert habe ich keine weiteren Ansprüche). Sollte ich es hingegen wagen, meine ursprüngliche Buchung 16 Tage vor Abflug geringfügig verändern zu wollen, wird’s teuer (oder geht gar nicht).

Deshalb bin ich davon überzeugt, dass wir mit dieser VO besser dran sind als ohne. Und wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, ist kein Gesetz perfekt und jegliche Regeln erfassen manche Fälle nur unzureichend oder es gibt Missbrauchsmöglichkeiten (siehe Steuergesetzgebung).

Alles in allem, wie sich in den letzten 25 Jahren Airlines MIR gegenüber verhalten haben, bin ich froh dass es diese VO gibt.

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In den 1980er Jahren hat mir BA mal 50 D-Mark erstattet, weil mir auf einem Flug mein Parker Füller aus dem Handgepäck abhanden gekommen ist.
:joy:
Ich hatte damals meinen Schulweg zwischen CGN und LHR (nicht täglich natürlich…)
Ja, damals konnten sie noch GUT sein…

Im Ernst, ich habe mich bis vor kurzem bei LH auch immer sehr gut bei Unregelmäßigkeiten aufgehoben gefühlt. Großzügige Umbuchungen, Hotel- und Taxileistungen, alles kein Problem. Leider ist das inzwischen auch andes geworden.

Dann mache dir einen Kopp drüber!!! Was hat sich geändert? Ich meine das ernst.

Ganz ehrlich? Was mir spontan dazu einfällt ist, dass es bei LH kaum noch Personal „vom alten Schlag“ gibt, die Lust und das know-how haben, sich um ihre Passagiere zu kümmern. Kostendruck kommt da m.E. erst an zweiter Stelle.

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Ich finde übrigens eine Sache auch ganz interessant.
Würden wir wirklich über EU261 so intensiv diskutieren, wenn sie gut wäre?
Eine Sache scheint doch relativ eindeutig, trotz Existenz der Verordnung ist eine Durchsetzung ja anscheinend schwierig.
Ich würde sogar soweit gehen, dass die Situation nicht besser ist als vor ihrer Existenz, zumindest entsteht auch in dieser Diskussion der Eindruck.
Was auch immer das Motiv des Erlasses war, er hat die Situation anscheinend nicht verbessert.

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Genau mein Standpunkt. Weil einzelne den Hals nicht voll genug bekommen können und die Anwaltkarte ziehen, leiden alle anderen mit. Ist in der heutigen Zeit leider in vielen Bereichen so.

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Das ist übrigens so nicht richtig. Der Anspruch auf Ersatzbeförderung besteht weiterhin!

Ich weiß gar nicht, warum so viele immer behaupten, dass man dann neu buchen muss.
Die Airline ist dafür zuständig. Also das nächste mal die Airline anrufen und dich umbuchen lassen @CapitalMike :wink:

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Der Trend schlechter und aktionistischer Gesetzgebung kann man überall beobachten. Bei Gesetzverfassender und -Gebender Organe ist zunehmend von der „Denke“ dominiert, dass man Probleme durch Erlassen von Gesetzen lösen kann. Konsequenterweise begnügt man sich nicht damit, die Rahmenbedingungen festzuhalten sondern steigert sich darin, alle Details zu gesetzlich zu adressieren und wenn es doch ein Problem entsteht so schmeißt man mit Steuergeld hinterher. Dieser „Staat-muss-alles-regeln“ und „Staat-muss-allen-helfen“ Denke ist eine große Ursache. Auch viele der handelnden Personen sind so intellektuell gepolt, dass sie die Welt in Gut und Böse teilen. Wirtschaft ist böse, Konsument ist Opfer. Wenn die handelnde Person kaum Erfahrung in der Wirtschaft her und noch unter dem Robin-Hood Komplex leidet, dann haben wir den Salat.

ein grundlegende Falscheinschätzung finde ich, dass man bei den Gesetzgebern vernachlässigt bzw. ignoriert, wie Menschen bzw. Beteiligten auf Gesetze reagieren und welche Dynamiken diese entfalten. Es ist nicht, so dass die Beteiligten dann im Sinne der Gesetze und ihre vermeintliche Ideale verhalten und folgen. Wer durch ein Gesetz legitimiert wird, mehr abzugreifen als ihm zusteht, der wird es tun und wer sich durch ein Gesetz unverhältnismäßig benachteiligt fühlt, er wird sich wehren und andere Schlupflöcher finden. Daher hat sich die Auseinandersetzung bei den Fluggastrechten durch die EU261 keineswegs gelöst sondern wurde verlagert auf anderen Schauplätze und macht alles teuer.

Last but not least, EU. Ich dürfte vor ein Paar Jahren tiefen Einblick in die gesetzgebenden Verfahren der EU werfen. Diejenigen, die am meisten Einfluss bei der Erstellung von Gesetzten siehst du nicht. Das sind meist junge Referenten, kaum bis ohne wirtschaftliche Erfahrung, sehr links und sehr wirtschaftsfeindlich und hegen auch noch verbissen die Ideale, die Welt ändern zu wollen. Sie erarbeiten und legen die Texte vor. Die Wirtschaft bekämpft sie mit harten Bandagen, mit Lobby und teilweise mit Bestechung. All diese Parteien haben die Interesse der Bürger in keiner Sekunde im Blick. Die Kommissare, die man sieht und kennt verbringen ihre ganze Zeit auf Einladungen von Interessegruppen und die meisten von Ihnen haben vom Thema absolut keine Ahnung. Wenn Du dich über den einen oder anderen Punkt bei Gesetzen wunderst, so steckt fast immer 100% Filz dahinter: irgend eine Interessegruppe hat sich bei informeller Einflussnahme durchgesetzt.(das ist sogar der kleinere Übel) oder es wurde bei den Trilogie-verhandlungen (zw. Rat, Parlament und Komission) abgekaspert, was btw. hinter verschlossenen Türen und ohne Protokollen erfolgt.

Grüße
E.

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in welchen Branchen bezahle ich für Dienstleistungen 12 Monaten vorher und kann dann nicht mehr stornieren? Mir fällt da ausser im Reisebereich nichts ein? Offensichtlich hat sich die Klientel aber damit abgefunden und keiner der Wettberwerber macht Anzeichen hieran was zu ändern…

Ich sehe mich als einzelner Kunde einem großmächtigen Unternehmen ausgeliefert. Genau deshalb gibt’s das was sich Verbraucherschutz nennt. PAnGV, EU261, BGB etc.

Das mit dem „tot-regulieren“ ist eine Legende der Turbokapitalisten. Nur 2 Beispiele: den Kneipen und Wirtshäusern in Bayern geht’s blendend, trotz oder wegen dem generellen Rauchverbot innen. Die Banken gehen nicht an der reglementierten Bürokratie zugrunde, sondern weil sie ihre Risiken am Markt nur unzureichend zu managen vermögen.

LOL die AGB verletzen in der Regel kein bestehendes Gesetz? ach ja? wieso werden dann im Klagefall fast immer die AGB zu Argumentaton der fehlenden Transparenz genutzt? Um die AGB gültig zu machen, müsste man den Kunden in allen Fällen jeden einzelnen Punkt transparent und klar erklären, teils einzeln zustimmen lassen. Pauschale „hier unterschreiben Sie mal 2 DIN4 Seiten AGB in Schriftgröße 8 (und womöglich noch in anderer als Muttersprache“ geht nicht klar!

wenn du nichts regelst, macht „der Markt“ was er will und das ist in 99% zu Lasten des Endverbrauchers.

nur ein Beispiel: welch ein Chaos wäre ohne PAnGV? völlige Intransparenz, denn bereits trotz PAnGV wird überall versucht den Verbraucher über’s Ohr zu hauen: Handwerker erzählen dir von Preisen, die IMMER ohne USt sind (und ganz am Ende als „Märchensteuer“ drauf kommen. Gastronomen „vergessen“ die tagesaktuellen Gerichte auf der Karte (Preis garantiert sehr viel über dem Rest auf der Karte). Das alles lernen die Händler und Gastronomen in Studiengängen oder bekommen sie von der Verbänden vorgegaukelt: macht alles möglichst intransparent, nur wenn der Kunde nicht vergleichen kann, habt ihr euren größen Nutzen. Psychotricks oben drauf (im Restaurant am Tisch den Ober nach Preisen fragen gilt als „unsittlich“)

Das ist natürlich Quatsch. Du kannst immer stornieren. Du musst halt den Tarif dafür bezahlen, dass Du stornieren kannst. Das nennt man Flextarif. Da Du aber das billigste nimmst, so beteiligst du dich am Risiko, damit Du den günstigsten Tarif buchen kannst. Dein Argument ist nichtig!

Das ist unsachliche Sprache. Du bist nirgends ausgeliefert. Wenn Du dich dabei besser fühlst, dass Du dich emotional reinsteigerst, so ist es schön für dich aber fern jeglicher Realität.

Wenn Du mit „Turbokapitalisten“ rüber kommst, so kann ich auch mit „Kommunisten“ dagegen kontern. Siehe aktuell den Wohnungsmarkt, kaputt reguliert. Siehe dir den Sanitär-Markt, kaputt-reguliert, Handwerk ächtzt unter Bürokratie, und und … Die Beispiele sind - nicht nur in Deutschland - zahlreich, eklatant und so offensichtlich, dass nur Intellektuelle sie ignorieren können.

mangelnde Transparenz ist was anders als Gesetzeswidrig. Get your arguments right, man! Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Tja. Das ist deine Legende. Du kannst gern daran glauben. Deine Beispiele grenzen mit Verlaub an paranoide Ammenmärchen. Ja mein Gott, wenn Du das weißt, dann addiere Ust darauf. Natürlich ist es überall Hauen und Stechen. Niemand ist gegen Verbraucherschutz, aber bei dir nimmt die Einstellung gegenüber dem freien Markt paranoide Züge. Das sehe ich aber grundsätzlich als dein persönliches Problem und nicht das Problem des Markts, denn alles was Du hast: deine Unterwäsche, deine Kleidung, deine Wohnung/dein Haus, dein Auto, dein Fahrrad, deine Artztermine, deinen Urlaub, deine Flugtickets, dein Abendbier, dein Essen… all das verdankst du, dass jemand das für dich erfunden, produziert und verkauft hat und dir selbst, dass Du das dir leisten konntest und bezahlt hast.

Das ist nicht Quatsch: die restriktiven Tarife, die Airlines - auch 1 Jahr im voraus anbieten sind keinesfalls sooooo attraktiv, dass man hier von „erkauftem Vorteil“ sprechen könnte. Ich vemure du kennst die Airline Tickerpreise.

Es kann durchaus sein, dass ein restriktiver Tarif 12 Monate im voraus gekauft auch noch 4 Wochen vor Abflug erhältlich ist (keine Ferien z.B. oder Flexibiltät in Datum oder Fremdmarkt) oder sogar noch niedriger angeboten wird!

Auch bei flexiblen Tickets wird mit der Storno Geld eingesammelt (wie üblich in der Reisebranche).

Beispiel wo man voll-flexibel 100% erstattet bekommt sind z.B. Mietwagen. Das ist sozusagen das Gegenteil der Airlines: in Lissabon gibt’s 65 Vermieter, KEINER hat restriktive Tarife (die meisten 48-6h vor Anreise 100% ersattbar), oft muss man nur den Broker vorab bezahlen. Klar vorab wird dann klar, dass es gar nicht um’s Auto mieten geht sondern um Versicherungen und später Schäden abzurechnen, die man zuvor schon 5 anderen Kunden berechnet hat.

Unreglementiertes Autovermietergeschäft, der schlecht informierte Verbraucher wird von vielen Marktteilnehmern gnadenlos über den Tisch gezogen. Versicherungen reiben sich die Finger - „am Ende ist immer einer der Arsch“(Schwoißfuß 1981). Ja, der Endverbraucher und das ist schlecht!

Das geht jetzt aber ein bisschen an der Diskussion vorbei.
Es geht ja hier nicht um die Tarifstrukturen der Reisebranche sondern um die Sinnhaftigkeit von Fluggastrechten in Ihrer aktuellen Form.
Es geht auch nicht um die Frage zwischen Kapitalismus und Kommunismus/ Sozialismus.
Darüber hinaus ist auch ein freier Markt reguliert nämlich durch das einfache Prinzip von Angebot und Nachfrage.

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eins im Vorab: ich glaube wir sind einig, dass es Hauen uns stechen gibt und dass man als Verbraucher sehr stark aufpassen muss. Ich bin bei dir. Aber es ist nicht so dramatisch, wie du es darstellst und was hier am wenigsten hilft, sind weitere Gesetze, denn Betrüger werden immer einen Schlupfloch finden.
Zweitens: bei fehlenden Wettbewerb schwindet der echte und beste Druckmittel der Verbraucher. Wettbewerb wirkt Wunder auf die Preise und auf die Konditionen.

Nö. Nicht unbedingt. Es gibt verschiedene gestaffelte Tarife. Es gibt Tarife, wo du voll flexibel umbuchen und stornieren kannst.

scheinbar glaubst du doch an den freien Markt und an den Wettbewerb.
Du musst aber erkennen, dass das Vorhalten von einem PKW was anders ist als das Vorhalten von einem Flugzeug. Denke bitte logisch.

denn informiere dich, mein Gott. Es gibt fast zu jedem Ziel und zu jedem Autovermierter 1000 von Youtubes, tipps und ticks. Du bist ein mündiger Mensch und du kannst wählen und dich wehren, statt immer beim großen Bruder zu heulen.

Das ist richtig Thomas, aber was Jimmy hier darstellt zeigt genau die Abgründe, die zu solchen Gesetzgebung führen. Seine paranoide Einstellung vom Bösen Markt und den ausgelieferten Verbrauchern sitzt bei vielen sehr tief, auch bei jener die Gesetze erlassen.

Natürlich bucht die Airline um. Auf ihre eigenen Verbindungen oder innerhalb derselben Gruppe/Allianz.
Das weiß ich auch.
Und komm‘ jetzt nicht damit, dass ich Anspruch auf jede verfügbare Verbindung hätte. Das ist bei einer langfristigen Änderung realitätsfern.

D.h. ich muss den Flug langfristig im Voraus buchen und voll bezahlen. Ob dieser dann in 8 Monaten auch so durchgeführt wird, wie man ihn mir verkauft hat, ist eine andere Frage…

Ahh, jetzt weiß ich wer die Sprachpolizei ist :rofl::joy::rofl::joy:

Natürlich müssen die dich auch auf Allianzfremde Airlines umbuchen.
Beim Anruf oder per email drum bitten, also am besten mit 1-2 Vorschlägen. Falls nichts gemacht wird, schriftlich eine Frist setzten. Ansonsten selber buchen und Geld wiederholen.

Die Sprachpolizei hat dich voll ins Schwarze getroffen!! Touché.
Du weißt, dass ich damit Recht habe. Dein Versuch, es mit emojis zu verstecken ist leider zu durchsichtig.

Ich habe Jimmy’s Sprache beschrieben ansonsten batteln wir hier argumentativ und sehr fair miteinander. Während Du mit drohender Verbotskeule geschwenkt hast, keine Argumente geliefert hast und absurde Vergleiche zu politischen Figuren gezogen hast. Bitte kehre zurück zu deiner Ecke und komme erst raus, wenn Du Argumente in der Sache hast. Danke.