Swiss + Miles & More: Umbuchungsfiasko nach Annulierung inklusive Downgrade von Business in Eco

Hat Swiss denn wirklich die frühestmögliche Alternative unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen angeboten? Da habe ich doch starke Zweifel. Wir reden hier von einem Downgrade.

Und nochmal. Oh Wetter, Alien-Landung oder Atomkrieg: EU261 greift. Lediglich der Verspätungs-Kompensation-Part mag eingeschränkt sein.

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laut IATA richtlinien ist die für die irregularität verantwortliche airline für umbuchung, kost und unterkunft (bei nacht im hotel) zuständig. deshalb niemals abwimmeln lassen - ggf. nach supervisor fragen. dabei ist der buchungsweg vollkommen unerheblich (welches reisebüro, ob cash oder awardbuchung).

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In der speziellen Situation wäre die Weiterfahrt zum Flughafen wahrscheinlich die bessere Wahl gewesen. Ich denke am Business Schalter der Swiss im Check In Bereich 1 hätten sie sicher eine adäquate Lösung gefunden, insbesondere unter Vorlage einer Business Buchungsbestätigung. Aber die Situation war sicher speziell (v.a. unter den kritischen Blicken einer Ehefrau :sweat_smile:). Aber egal, ich hoffe ihr habt einen erholsamen Urlaub und kommt später an die Kompensation. Safe travels!

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Das ist Spekulation Deinerseits :smiley:.

Ich habe versucht, Deinen Fall nachzuvollziehen.

Nach EU261 Article 5 - der Cancellation behandelt - ist nach Absatz 1.a der operating Carrier (per Definition in Article 2b) für die Sicherstellung der Reise verantwortlich. In Deinem Fall SWISS, die dir korrekterweise auch 5 Optionen angeboten hat, darunter die beiden nächst möglichen an dem Abend mit EK und EY.
Die App ist nicht 100% zuverlässig beim Umbuchen auf Fremdairlines, innerhalb der LHG funktioniert es recht gut. Daher lieber bei LX anrufen oder direkt am Flughafen.

Du hast die Wahl Dich dem nächstmöglichen Flug buchen zu lassen, oder aber auf ein Datum deiner Wahl, dort muss allerdings dieselbe RBD vorhanden sein, oder auf eine Rückerstattung. (Article 8.1)
Das Re-Routing soll unter comparable transport conditions erfolgen. Damit sollte der Weiterflug möglichst in der gleichen Kabinenklasse folgen. Ein Downgrade ist nicht explizit genannt.

Downgrades werden in Art. 10 behandelt, wonach du ab einer Entfernung über 3500 km im Falle einer Revenue Buchung 75 % das bezahlten Fares wiederkommen würdest. Meilen Tickets sind nicht explizit geregelt.
Meilentickets werden leider sehr unterschiedlich gehabt, und in wie weit Dir Aeroplan entgegen kommt, ist schwierig abzuschätzen, da du zwar mit Aeroplan Meilen bezahlst hast, LX aber für die Kompensation zuständig ist.

Einen weiteren Anspruch auf Kompensation aus der entstandenen Verspätung hast du übrigens nicht. Die Kompensation regelt der Art. 7, allerdings ist er nach Art. 5.3 nicht anwendbar, wenn die Cancellation durch ausserordentliche Umstände erfolgt, die die Airline nicht zu verantworten hat. Dazu gehört auch Wetter (oder eine Landung von Aliens, sofern diese nicht vorher einen Flugplan gefilt haben :face_with_hand_over_mouth:)

Bzgl des DGN würde ich es über Kulanz bei LX probieren; wobei sie dir vorhalten können, dass du mit Erhalt der neuen Buchungsbestätigung dir der Umbuchung in die Economy Class bewusst warst, und, da du den Flug angetreten hast, du das Downgrade freiwillig akzeptiert hast.

Aus meiner Sicht nach Deinen Schilderungen hat LX korrekt gehandelt, und dass die Business Class bei Etihad und Emirates nicht mehr verfügbar war, kann nicht Swiss angelastet werden.

Bleibt noch die Frage, warum SWISS den Flug in Business Class nicht buchen konnte, du aber ein Upgrade angeboten bekommen hast.
Es kann tatsächlich sein, und das ist kein Fehler von SWISS, dass im Reservierungssystem ein Flug nicht mehr buchbar ist, im Departure Control System aber noch Plätze Business Class offen sind, und er dann beim Check ein Upgrade anbietet.

Das hängt daran, dass es eine so genannte Cut off Time gibt, d.h. eine bestimmte Zeit vor Abflug, ab der der Flug nicht mehr im Reservierungssystem erscheint und somit nicht mehr Buchbar ist. Das kann auch nach Buchung lassen oder Kabinenklassen unterschiedlich sein.

Die SWISS hat nur Zugriff auf das Reservierungssystem, LX benötigt eine Buchung
im Reservierungssystem, um ein Ticket umzuschreiben und auszustellen. Wenn dein Ticket nicht umgeschriebenen und ausgestellt ist, landet es auch gar nicht im Check-In System.

Ist blöd gelaufen und ärgerlich, wenn man sich schon auf den Flug freut, aber ich kann hier ausser den an Unwissenheit nicht zu überbietenden Aussagen im Call Center keinen systematischen Fehler seitens SWISS erkennen.

Grüsse

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Vielen lieben Dank für die wahnsinnig detaillierte Beantwortung meines Posts. Du hast Dir wirklich sehr viel Mühe gegeben und fachlich fundiert den Sachverhalt korrekt subsumiert. Ich denke auch, dass Deine Analyse insoweit zutreffend ist.

An einem Punkt habe ich jedoch Zweifel, nicht hinsichtlich Deiner Argumentation, sondern im Hinblick auf die Ehrlichkeit der Mitarbeiterin in der Hotline. Wenn die Swiss App die Umbuchung anbietet, ohne irgendeinen Hinweis auf ein Downgrade, spricht dies m.E. doch für das Vorhandensein von Verfügbarkeiten in C. Wenn dann die Mitarbeiterin in der Hotline einem dann nur Eco anbietet, gerade da es ein Flug außerhalb der LH Gruppe war, den LX teuer bezahlen muss, liegt der Gedanke schon nahe, hier die Angelegenheit im Interesse von LX und nicht des ungeliebten Fremdkunden (Aeroplan) zu regeln. Unterstützt wird diese Einschätzung durch den ganzen Verlauf der telefonischen Anfragen, die erkennbar alleine darauf abzielten, sich als LX aus der Verantwortung zu stehlen.

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Das ist in der Tat schwierig zu beurteilen, ob es Fahrlässigkeit seitens der Mitarbeiterin war, ob es Unwissenheit seitens der Mitarbeiterin war oder ob es tatsächlich eine Anweisung gibt, bei fremd Airlines zunächst in Economy buchen. Das wäre dann natürlich schon ein anders gelagerter Fall.

Ohne SWISS entlasten zu wollen, würde ich davon ausgehen, dass C das in dem Moment nicht verfügbar war.

Und vermutlich hättest du auf die Business Class insistieren müssen, dann aber in Kauf nehmen müssen, am eventuell erst am nächsten Tag zu fliegen.

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Flughafen wäre im Nachhinein wirklich die bessere Idee gewesen. Das mit der Ehefrau ist wirklich nicht einfach, es gilt wie immer der Grundsatz : Happy wife, happy life. :wink:

Wir haben uns unseren Oman Urlaub dadurch nicht vermiesen lassen. Oman ist wirklich ein tolles Land, schöne Landschaften, gute Hotels mit bestem Service.

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Ich hätte sofort 2 Calls gemacht:

  1. Ticket ausstellende Buchungsstelle: Ist hier Aeroplan. Wenn die das Original Ticket umschreiben können ist der Fall gelöst. Es ist vermutlich AC Ticketing stock?
  2. Swiss als ausführende Airline des ersten Fluges aber erst nachdem die Buchungstelle bestätigt dass der Ticketing cut off durch ist.

So ein Fall ist immer ein bisschen Lotto, deine Erfahrung tut mir echt leid.

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Nach dem Mitlesen bin ich jetzt noch verunsicherter als zuvor, falls mir einmal ein ähnlicher Fall passieren sollte. Selbst unter euch erfahrenen Vielfliegern gehen die Meinungen darüber auseinander, wie man in so einer Situation am besten vorgeht und wer der Ansprechpartner ist.
Schon der Gedanke, vor dem Flug unter Zeitdruck eine schnelle Entscheidung treffen zu müssen, ist ziemlich stressig. Ich glaube, ich würde mich gar nicht trauen, auf eigene Kosten einen Ersatzflug bei einer anderen Airline zu buchen – in der Hoffnung, dass mir der Ticketpreis später erstattet wird. Man darf auch nicht vergessen, dass viele Urlauber gar nicht die finanziellen Mittel haben, um in Vorleistung zu gehen, weil ihnen dieses Geld dann an anderer Stelle fehlt.

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Dieser Umstand scheint bei der ganzen Diskussion irgendwie etwas abhanden gekommen zu sein. Ich glaube nämlich keinesfalls, dass es eine wie auch immer geartete Anweisung gibt oder gab, Euch stillschweigend downzugraden, damit es für LX billiger wird. So etwas findet bei LHG nicht statt (Ehre wem Ehre gebührt, auch wenn ich kein Fan bin).

Meine erste Vermutung wäre daher, dass es da irgendwie tatsächlich ein Kompatibilitätsproblem zwischen den Systemen gab, insbesondere im Zusammenspiel mit WY.

Vielleicht bin ich ja zu gutmütig LX gegenüber, aber meine Vermutung ist eher, dass es auf deren Seite eben nicht nach einer durchgehenden Buchung in C aussah.

Das war ja sogar noch die Auskunft in ZRH am Schalter.
Hier vergallopieren sich einige in wilden Spekulationen, dass LX böswillig aus Kostengründen downgraded, dabei war es wahrscheinlich einfach nur ein Systemfehler…

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Als (späte) Lektion:

Immer zuerst die Ticket ausstellende Entity kontaktieren.

Das kann ein Reisebüro, ein OTA oder eben (wenn direkt gebucht) die Airline sein.

Dies ist IMMER die erste Anlaufstelle, und die müssen idR das Ticket umschreiben können.

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@CapitalMike - ich gehe ebenso davon aus,
dass es bei LX keine Anweisung gibt, auf Fremdairlines downzugraden. So etwas würde immer leaken und das wäre ein gefundenes Fressen für die ganze Anwaltschaft, die den Sirlines immer Böses unterstellen.

Ich gehe auch nicht von einem Systemfehler aus, sondern schlicht von der Tatsache, dass die C zu dem Zeitpunkt schlicht geschlossen war.

Die Anzeige im App beruht übrigens auf dem Buchungsklassen Mapping , wenn dort ein Übertragungsfehler vorliegt, zeigt es die Kabinenklasse falsch an.

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Ich würde nie in Vorleistung gehen. Viel zu kompliziert. Du hast ein Recht auf Beförderung, und das muss man freundlich, aber bestimmt durchsetzen.

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Ein RB oder ein OTA kann das Ticket nicht umschreiben, weil sie keinen Zugriff auf das Inventory haben.
Die Airline kann das jedoch, und Dich in jede auch höhere Buchungsklasse einbuchen.
Daher gilt bei Cancelation immer sich an die
Airline wenden.

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Mag ja sein, allerdings hat auch ein menschlicher Agent am Flughafen, der sicher nicht die App sondern Amadeus bemüht hat, behauptet, der Flug AMS-MCT wäre in Y. Irgendwas muss an dieser Buchung komisch gewesen sein.

Und die C „schließt“ auch nicht früher als die Y.

Ich denke, es gab keine Möglichkeit C Plätze einzubuchen, weil die Buchung das bei LX systemseitig nicht hergab, da es laut deren System keine durchgehende C Buchung war.

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Ganz schlechter Ratschlag. Im Gegenteil, ich versuche Vermittler bei Flugunregelmäßigkeiten immer schön rauszuhalten. Und wie @4flo schon richtig gesagt hat, für alles was mit höheren Buchungsklassen, Reroutings oder Fremdmetall zu tun hat, braucht man sowieso einen waiver von der verantwortlichen Airline.
Richtig könnte allenfalls der Rat sein, man möge sich an die ausstellende Airline wenden, also die Airline auf dessen Ticket stock ausgestellt wurde.
Das klappt auch nicht immer, ist aber schon mal eine bessere Anlaufstelle als bspw. eine OTA.

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Im Nachhinein ist das sehr schwer zu beurteilen.

Die App greift ja auch auf Amadeus zu. Man müsste, um das alles nachvollziehen zu können , die Buchung vorliegen haben. Es ist sonst nicht nachvollziehbar.

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Kannst du aus Deinen Unterlagen ersehen, ob die Buchung AMS nach MCT in der Buchungsklasse R gebucht wurde?
Wenn dem so ist, erklärt sich auch das Missverständnis zw Eco und Business.

Es war Buchungsklasse U.

Anbei die Buchungsbestätigung von Air Canada.