Vorgehen Erstattung Emirates / Travelgenio

Hallo Zusammen,

im Zuge der eiligen Rückkehr aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus buchten wir Mitte März über Travelgenio kurzfristig Flüge mit Emirates von Cebu (Philippinen) nach Dubai über Singapur. Dass Travelgenio ein ******laden ist / man allgemein am besten direkt über die Airline bucht ist eigentlich bekannt und spätestens seit Corona auch schmerzlich gelernt worden. Lehrgeld halt.

Wir konnten die Flüge bedingt durch Einreisebeschränkungen nie antreten. Durch Emirates sehr kulante Regelung diesbezüglich, sind die Flüge dennoch erstattungsfähig. Wir wandten uns diesbezüglich bereits Anfang April an Emirates, welche uns bereits damals an Travelgenio verwiesen. Unzählige Mails mit der Bitte um Erstattung blieben seitens Travelgenio unbeantwortet. Ich wandte mich vor ca. einem Monat noch einmal an Emirates, erläuterte die Tatsache, dass wir seitens Travelgenio ignoriert werden. Wie erwartet möchte Emirates jedoch nicht direkt erstatten und bat erneut um eine Abforderung unsererseits an die Agency. Uns wurde telefonisch versichert, dass die Flüge intern bereits freigegeben wurden zur Erstattung und es entsprechend lediglich einen Antrag seitens der Agency benötigen würde um das Geld zu erstatten.

Dies habe ich so zuletzt an Travelgenio weitergeleitet mit der letztmaligen Aufforderung doch bitte in unserem Namen die Erstattung einzuleiten. Vor wenigen Tagen bekam ich nun die Antwort, dass Travelgenio „nichts machen könnte“, da „die Airlines zuständig wären“. Dies ist, nicht zuletzt zwei Mal durch Emirates bestätigt, wie oben erläutert, absoluter Mist und wohl nichts anderes als eine weitere Hinhaltetaktik/Standardantwort.

Lange Rede; kurzer Sinn:
Wie gehen wir jetzt weiter vor? Würden sich Dritte wie „Flighright“ & Co. auch solchen Ansprüchen annehmen (die Sache ist ja eigentlich klar), oder haben wir hier wenig Chance, da es eben nicht direkt gegen die Airline geht sondern eine Agency? Als logischen nächsten Step würde ich ein Schreiben (inkl. Nachweis) zur Travelgenio nach Spanien sehen, welcher mit Sicherheit unbeantwortet bleiben wird. Aber was dann? Es geht um knapp 800€, nicht wenig, aber interessant für einen Anwalt? Macht das überhaupt Sinn, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass Travelgenio im Ausland sitzt?
Mir ist bewusst, dass das hier keine Rechtsberatung ist. Mich würde eher allgemein die Erfahrung anderer User interessieren, welche ggf. ähnliche Erfahrungen machten und vllt. sogar erfolgreich waren.

Vielen Dank im Voraus &
Viele Grüße

Da weder eine deutsche Airline, noch Abflug in der EU noch deutsches Reisebüro sehe ich da nur sehr wenig Möglichkeiten. Auch ein Anwalt oder so eine Firma wie bspw. Flightright werden da wenig bis vielleicht gar nicht helfen können.
Grundsätzlich ist es - zumindest in Deutschland, vermutlich auch in der restlichen EU - so geregelt, dass das Reisebüro nur Vermittler ist. Ansprüche kannst/solltest du an die Airline erheben.
Andererseits hat die OTA zumindest ihren Sitz in der EU. Vielleicht kann man ja juristisch doch noch etwas Druck bei denen machen :man_shrugging:
Ich hatte einen ähnlichen Fall mit Check24 und Air France. Allerdings fiel der unter die EU-Verordnung. Letztendlich nach viel hin und her hab ich ein Gutschein genommen. Darauf lies sich die Airline ein und ich war froh, dass das Geld nicht gänzlich kaputt ist.

Gerade für Fälle in Deutschland bzw. der EU wurden ein paar Rechtssprechung zu Gunsten der Kunden getroffen. Hier nachzulesen…

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Danke für die Rückmeldung. Das klingt natürlich nicht besonders vielversprechend. Emirates weist die Hinweise zu „Travelgenio ist nur Vermittler“ zurück und möchte definitiv nichts direkt mit mir abwickeln. Natürlich schade, da ich sogar mit einem Gutschein o. Ä. zufrieden wäre.
Bin tatsächlich etwas verzweifelt, was jetzt noch zu machen ist.

Schau doch noch mal im Internet bei ein paar Anwälten vorbei. Manche bieten kostenlose Ersteinschätzungen z.B.

und/oder wende dich an eine Verbraucherzentrale. Ich schätze du hast schon noch Chancen das Geld zurück zu bekommen. Am Ehesten von dem Online Reisebüro!!!

Danke für die Rückmeldung. Habe mich jetzt bei zwei Anwälten gemeldet.

Hallo!
Ich habe ein gleichgelagertes Problem mit Travelgenio und Oman Air. Hatte 2 Business Tickets FRA-BKK gebucht und mein Rückflug wurde schon vor dem Hinflug storniert. Seitdem auch Hin- und her mit Travelgenio. Oman Air will erstatten, aber nur wenn Travelgenio den Antrag stellt. Auch umbuchen geht nur über Travelgenio. Die Antworten entweder gar nicht oder nur alle 4 bis 6 Wochen. Da BKK noch immer nicht ohne Quarantäne angeflogen werden kann, kann ich auch nicht umbuchen. Ich hatte es daher schon einmal bei einem der Portale versucht, aber mein Antrag auf Teilerstattung würde abgelehnt, da es sich nicht um einen EU Carrier handelt und der Abflug in BKK war.
Könnten Sie über den Anwalt schon etwas erreichen?
Gruß
J.Lo

Moin, inzwischen habe ich gleich drei Antworten erhalten. Konsens allgemein: Schwierig, da Flug nicht unter die EU-Fluggastrechte fällt, Airline nicht aus EU stammt und „Travelgenio“ zudem bekannt ist für Aussitzen von Anträgen. Problem zudem: Es ist nicht final eindeutig wer genau den Anspruch gegenüber der Airline hat. Zwar haben einzelne Urteile dem Verbraucher direkt den Anspruch zugewiesen, auf der anderen Seite gäbe es aber Ausnahmen, etc.

Zwei der drei Anwälte haben in diesem Sinne kein Interesse / sehen wenig Chance auf dem gewöhnlichen Weg schnell Erfolge zu erzielen. Anwalt drei schlägt ansonsten den Standardweg vor, d. h.:

Mahnschreiben inkl. Frist, anschließend anwaltliches Schreiben, anschließend Klage.

Wirklich weitergekommen bin ich also auch nicht. Werde nun wohl den oben aufgezeichneten Pfad probieren.

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Vielen Dank für den „Zwischenbericht“ :grin: Ich drück die Daumen. Würde mich interessieren wie es weiter geht. Viel Glück :+1:

Wir haben mit travelgenio im Frühling die gleich schlechten Erfahrungen gemacht. Nachdem der OTA weder per Mail Telefon nicht Fax erreichbar war, haben wir bei unserer Kreditkarte den Chargeback unter Beilage der unbeantworteten Mail und Faxe. Das Geld wurde uns zügig auf der Karte gutgeschrieben. Kaum geschehen meldete sich travelgenio und verlangte , dass wir den Chargeback zurück ziehen, was wir natürlich nicht gemacht haben.
Drücke euch die Daumen.

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Das ist tatsächlich auch unser Plan A gewesen. Problem: Die Frist zum Einreichen der Rückforderung beu Visa haben wir um zwei Tage verpasst und Kulanz ist hier leider nicht möglich gewesen.

Hallo Fredm,
da auch ich ein Travelgenioopfer bin daß auf sein Geld wartet kann ich Dir logischerweise keinen totsicheren Rat geben wie Du an Dein Geld kommst, aber doch meine Gedanken zu Deinem Fall mitteilen. Ich denke es ist von Vorteil für Dich daß Dein Geld noch bei Emirates liegt, denn da denke ich wirst Du es leichter bzw. unproblematischer zurückholen können als von Travelgenio (von einer Insolvenz ganz zu schweigen). Ich halte es auch für unerheblich ob EU und Fluggastrechte oder nicht denn Du hast es ja wohl schriftlich daß die Tickets erstattbar sind - oder habe ich das falsch verstanden? Letztendlich dreht sich doch wohl Alles um die Frage wer denn nun für die Rückerstattung zuständig ist und ich könnte mir denken daß es dazu schon bald erste Urteile geben wird. Da hier Verjährung nach BGB gelten sollte bist Du ja auch nicht in Eile (solange Travelgenio nicht die Grätsche macht, aber bei den vielen Erstattungen die die einbehalten sehe ich die Gefahr nicht) und kannst abwarten ob sich in der Richtung etwas ergibt. Eventuell willst Du das ja selber in die Hand nehmen? Mahn- und Gerichtsgebühren sind bei 800€ Streitwert nicht astronomisch (müssen bei positivem Verlauf eh vom Gegner berappt werden) und vorm Amtsgericht gibt’s auch keinen Anwaltszwang. Wird ohne Verhandlung nach Aktenlage entschieden und wenn man den/die Richter(in) anruft und seinen Fall darlegt sind die meist auch ganz zugänglich. Ideal wäre natürlich eine außergerichtliche Lösung und vielleicht willst Du ja versuchen was bei mir mit KLM geklappt hat: Am OTA vorbei einen erstattbaren Gutschein anfordern. Zwar hieß es bei mir auch daß das ausschließlich über das Reisebüro laufen müßte, aber online beantragt und problemlos nach einigen Wochen per Mail den Gutschein bekommen - und das OTA mit seinen Gebühren schaut in die Röhre. Bei Emirates in der Richtung freundlich nachfragen schadet sicher nicht.
Aber auch wenn Du Dir wirklich Dein Geld von Travelgenio holen müßtest sehe ich nicht vollkommen schwarz. Klar, freiwillig werden die Dir keinen Cent erstatten, aber es gibt auch noch das europäische Mahnverfahren und das EU-Verfahren für geringfügige Forderungen. Großer Vorteil ist hierbei daß Du Travelgenio - da die Ihre Flüge ja über eine deutsche Webseite verkaufen - hier in D mahnen bzw. verklagen kannst. Ist meiner Meinung nach eine ganz heiße Kiste um so Klitschen wie Travelgenio doch noch das verloren geglaubte Geld zu entreißen. Mach’ Dich dazu 'mal im Internet schlau - kostet auch nicht die Welt, läuft über das Amtsgericht (siehe oben), wenn Du gewinnst trägt Travelgenio die Kosten und wäre meiner Meinung nach eine lohnende Investition um doch noch an Dein Geld zu kommen. Auch bei mir wird es wohl auf einen europäische Mahnbescheid hinauslaufen.
Viel Glück

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Das sind sehr gute Punkte und Tipps.

Vorab: Nein, momentan liegt leider noch nichts schriftliches seitens Emirates vor. Auf unsere Formularanfragen wurde bisher noch nicht geantwortet. Im nächsten Step würden wir im Rahmen eines weiteren Telefonats noch einmal um eine schriftliche Bestätigung Bitten und ansonsten Namen, etc. notieren um ggf. später „etwas in der Hand zu haben“.

Emirates hat bereits telefonisch gesagt, dass sie ebenfalls keine Gutscheine ausgeben sondern auch dies über Travelgenio laufen müsste.

Den Grundstein für den Rechtsweg haben wir mit den Mahnschreiben ja bereits gelegt, der nächste Step wäre hier dann in der Tat das Amtsgericht. Die europäischen Stellen waren mir hier nicht bewusst, da werden wir tatsächlich noch einmal einen Blick drauf werfen. Danke dafür schon einmal an dieser Stelle!

Hallo Fredm,
natürlich liegt jeder Fall ein wenig anders und darum kannst letzten Endes wohl nur Du bzw. Dein Anwalt beurteilen welcher Weg der erfolgversprechendste ist. Falls Emirates Dir die Erstattung nur aus Kulanz anbietet, dann könnte ich mir vorstellen das da wirklich nichts zu holen ist und man bei Travelgenio ansetzen müßte. Wünschenswert wäre es natürlich wenn möglichst bald endgültig (= letztinstanzlich) Klarheit darüber geschaffen würde wer denn nun grundsätzlich für die Erstattung bei Buchung über ein Portal zuständig ist. Solltest Du hierzu in Zukunft etwas in Erfahrung bringen wäre es nett dies hier zu veröffentlichen.

Zeit für ein Update:

Travelgenio hat (erwartungsgemäß) auf die schriftliche Anfrage geantwortet:

Man hätte sich mit Emirates in Verbindung gesetzt, dort jedoch eine Absage hinsichtlich der vollständigen Erstattung kassiert. Stattdessen wäre nun doch eine Umbuchung innerhalb von zwei Jahren möglich. Selbstverständlich möchte Travelgenio hier jedoch erneut die Hand aufmachen und jeweils Umbuchungsgebühr i. H. v. 30€ pro Person kassieren.

Diese Aussagen stehen erneut in starkem Kontrast zu den Aussagen seitens der Airline. Dort wurde nicht zuletzt zwei Mal bestätigt, dass auch eine vollständige Auszahlung möglich sei. Zudem wäre eine etwaige Umbuchung/Credit kostenlos. Insofern gehen die 30€/Fluggast auf das Konto des OTA, nichts Neues natürlich.

Des weiteren gibt es leider weiterhin keine Reaktion seitens Emirates auf unsere schriftliche Anfrage. Wie bereits oben angekündigt werden wir uns ein weiteres Mal telefonisch an Emirates wenden und diesmal versuchen eine zusätzliche schriftliche Aussage zu den Möglichkeiten hinsichtlich Erstattung, etc. zu erhalten. Anschließend bleibt dann wohl nur, wie bereits oben skizziert, der Rechtsweg.

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Update 2.0:

Heute gab es per Post eine kurze aber explizite Info seitens Emirates, dass wir selbstverständlich Anspruch auf eine Erstattung in Cash hätten, diese aber bisher nicht durch Travelgenio abgerufen worden wäre. Wir sollen uns weiterhin direkt an Travelgenio wenden.

Dies ist insofern sehr wertvoll, da wir nun einen schriftlichen Nachweis haben, dass Travelgenio mehrfach gelogen hat. Wir werden Travelgenio letztmalig damit konfrontieren und ansonsten rechtlich dagegen vorgehen.

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Drittes und finales Update:

In Kürze: Wir haben das Geld endlich zurückerstattet bekommen!

Wir hatten uns in der vergangenen drei Wochen abermals an Travelgenio gewendet und mehrfach penetrant per Mail eine Erstattung des Flugpreises gefordert. Die Info „Airline“ kommt dem nicht nach o. Ä. haben wir mit Verweis auf unseren Schriftverkehr mit Emirates nicht mehr gelten lassen, waren in diesem Sinne durchaus „nervig“ und wurden auch sehr konkret hinsichtlich einer Strafanzeige in Spanien was am Ende vielleicht Früchte getragen haben mag.
Gleichzeitig hatten wir uns parallel ein weiteres Mal per Mail an Emirates gewandt (wir bekamen per Telefon eine nicht öffentliche Adresse) mit Hinweis auf Travelgenios offensichtliche Lügen und fälschliche Schuldzuweisungen in Richtung Emirates.

Am Ende des Tages ist es schwer zu sagen ob ggf. auch von Emirates Seite (rechtlicher) Druck auf Travelgenio ausgeübt wurde, da hier schlichtweg auch Verleumdung vorlag welche ganz offensichtlich den Ruf der Airline schadet. Wie auch immer: Wir haben vor ein paar Tagen den Flugpreis abzüglich der „Servicegebühr“ i. H. v. 50€ p. P. erhalten. Auch dies ist so gesehen eine Frechheit und gehört eigentlich nicht akzeptiert. Vielleicht werde ich sobald ich etwas Zeit finde hier noch einmal weiter gegen Travelgenio vorgehen. Für den Moment sind war aber einfach happy den Großteil des Geldes zurückerhalten zu haben.

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@Fredm Freut mich, dass ihr euer Geld fast komplett zurück bekommen hat.

Ich hatte einen ähnlichen Fall bei Air China und Bravo Fly. Dort hatte letztendlich auch Air China Druck auf die Lastminute Group ausgeübt, nachdem das Ticket fast verfallen wäre und überhaupt keine Rückzahlung mehr möglich gewesen wäre. Nach Druck aus Peking ging es dann überraschend fix.

Deren Service Gebühr habe ich als „Lehrgeld“ abgeschrieben. Falls Du Erfolg hast, das zurückzubekommen, würde es mich interessieren wie Du vorgegangen bist. Schließlich steht es oft leider in deren AGB. :-/

Ja, tatsächlich weisen viele OTA diese Gebühr in den AGB aus. Allerdings wird hier häufig nur die Cancellation seitens der Fluggäste angesprochen – nicht jedoch eine Rückerstattung welche von der Airline ausgeht.
Zudem ist es grundsätzlich fraglich ob eine derartige Klausel überhaupt rechtens ist, da, wie gesagt, die Forderung wenn überhaupt an die Airline gehen müsste, da der Kunde gar nicht involviert ist.

Würde es sich um eine deutsche OTA handeln, wäre ich schon längst vor Gericht gezogen um genau dies feststellen zu lassen. Da es sich bei Travelgenio nun einmal um eine spanische OTA handelt, macht es die Dinge nicht gerade einfacher.