Wann ist ein Flugpreis günstig oder angemessen?

Liebes Forum,

mir ist es manchmal zu lästig, auf vermeintliche Schnäppchen zu warten, die am Ende doch nicht kommen. Deshalb habe ich einmal versucht, für mich grobe Richtwerte festzulegen, wann ein Flug wirklich günstig ist, wann er noch angemessen ist und ab wann er eher überteuert wirkt.

Um unterschiedliche Strecken besser vergleichen zu können, rechne ich den Preis immer auf 1.000 km Flugdistanz herunter. Grundlage sind Economy-Flüge mit Abflug ab Deutschland, Endpreise und ohne Aufgabegepäck.

Formel zur Berechnung

Preis / Distanz × 1.000

Beispiele:

1.200 km für 70 €

⇒ 70 / 1.200 × 1.000 ≈ 58 € pro 1.000 km

⇒ „gut“ (Kategorie 500–1.500 km)

450 km für 90 €

⇒ 90 / 450 × 1.000 = 200 € pro 1.000 km

⇒ „angemessen“ (< 500 km; kurze Strecken sind wegen fixer Steuern und Gebühren pro Kilometer meist deutlich teurer)

Hier melne Richtwerte pro 1.000 km (Economy, ohne Aufgabegepäck)

< 500 km

sehr günstig ≤ 120 €

gut 120–180 €

angemessen 180–250 €

teuer > 250 €

500–1.500 km

sehr günstig ≤ 50 €

gut 50–80 €

angemessen 80–120 €

teuer > 120 €

1.500–3.500 km

sehr günstig ≤ 40 €

gut 40–60 €

angemessen 60–90 €

teuer > 90 €

>3.500 km

sehr günstig ≤ 35 €

gut 35–55 €

angemessen 55–90 €

teuer > 90 €

Mich würde interessieren, ob ihr ähnliche Grenzen ziehen würdet oder ob eure persönlichen Erfahrungswerte deutlich davon abweichen.

Was sind eure typischen Preis-Richtwerte pro 1.000 km bei Abflug ab Deutschland?

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Für mich bedeutet „günstig“, was zum Zeitpunkt meines Bedarfs in den unteren 25 % der marktüblichen Preis-Range liegt.

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Dazu muss man jedoch wissen, wo die marktübliche Preis-Range für diesen Flug liegt. Für Gelegenheitsflieger, eventuell noch auf unbekannten Strecken, nicht einfach einzuschätzen.

Historische Preise haben dazu heute doch eine geringe Bedeutung. Die Preise der nächsten 12 Monate kann ich sehr leicht prüfen; zB bei Google Flights.

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Ich habe noch nie, wenn ich zu einem bestimmten Datum zu einem fixen Ort Flüge gesucht habe, irgendwas Brauchbares gefunden, was im Breich 25% der Preisrange gelegen hätte.

Kann aber daran liegen, dass es ex FRA so gut wie nie „Schnäppchen“ gibt. Schon alleine deshalb, weil seit einiger Zeit kaum noch Günstigairlines von dort aus abheben. Vielleicht kommt ja mit dem T3 der ein oder andere Player zurück.

So etwas ausschließlich an der Distanz festzumachen, ist wohl doch eher unrealistisch und etwas kurzsichtig.
Man muss wohl auch den Zielort bzw. Zielregion und Wettbewerbssituation mit berücksichtigen.
Für 5 Stunden Flug von MIA nach Südamerika würde ich andere Maßstäbe ansetzen, als für 5 Stunden von BER nach Gran Canaria…

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Sorry, ok, es war Abflug DEU gefragt, aber da gilt das sinngemäß. Es gibt traditionell Routen die einigermaßen günstig sind, z.B. PMI, LON, NYC, BKK und andere eben nicht.

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Ab FRA gibt es schon auch Schnäppchen. Aber vermutlich nicht der Direktflug mit LH. :wink:

Für mich ist eine reine Betrachtung „Kohle pro Entfernung“ ebenfalls kein brauchbarer Ansatz. Als Urlaubsflieger ist der Faktor Zeitdauer und Zeitpunkt meist einer der Hauptaspekte bei der Auswahl. Es soll sofort zu Beginn meines Urlaubs losgehen und ich möchte dann auch möglichst schnell dort sein, möglichst lange dort bleiben und trotzdem zuverlässig am letzten Tag zurückkommen.

Deshalb bevorzuge ich Nonstop vor Umsteigeverbindungen und, da ich in der Nähe von Frankfurt wohne, steht auch mein Airport i. d. R. fest. Für den Preisvergleich bleiben dann meist nicht so viele Optionen übrig. Da gilt es nur noch abzuwägen, ob der aufgerufene Preis für das Wunschdatum angemessen erscheint oder nicht. Wenn ich mal gebucht habe, schaue ich nur interessehalber manchmal noch nach der Preisentwicklung. Sehr selten wurde es nochmal billiger. Und wenn, kann ich’s eh nicht ändern.

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Interessanter Ansatz mit der Berechnung, aber wohl eher eine Spielerei mit der man das Bauchgefühl mathematisch Untermauern will, oder?

Letztlich spielen doch viele schon genannte Faktoren zusätzliche Rollen. Direktverbindung, Flugzeiten, Flughafenalternativen, Airline, Flexibilität in der Reisezeit, usw.

Mein Bauchgefühl z.B. sagt, dass ein Hin- und Rückflug für <150 EUR innerhalb Europas mit einem Legacy Carrier ein sehr guter Preis ist. Das ist möglich , aber halt schon oft eingeschränkt bei weiteren Faktoren.

Mit einem LCC würde ich die Schwelle eher bei 100 EUR setzen, da meist kein Cabin Luggage drin ist und die Flugzeiten absoluter Murks. Werde jetzt im Mai an nicht verhandelbaren Tagen für ca. 210 EUR nach Malaga mit Eurowings und easyJet. Geht noch, aber schmerzt irgendwie wenn man sieht nur einen Tag später wärs wieder 40 EUR günstiger.

Mir hilft es auch oft einen Bahnpreis als Vergleich aufzurufen. Wenn es dann heißt 140 EUR für Köln - Berlin, dann erscheinen mir 200 EUR für Spanien schon wieder wesentlich attraktiver. Manipulation auf die absurde Art :relieved_face:

Aber was hilft Dir die Theorie, wenn Du an Zeiten gefesselt bist? Dann ist es besser gleich zu buchen, da die Preise kaum besser werden.

Intercontinental ist die Rechnung schwieriger, aber auch da hat man Referenzwerte. Alles unter 1.600 in C nach Asien von D aus scheint mir ein guter Preis. Nach Mexiko musst Du noch etwas draufpacken. Aber deshalb flieg ich idR mit flexiblem Abflugort und schau von wo es günstiger ist.

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Als jemand der eher kostenbewusst reist möchte ich auch meine Two Cents dazu abgeben.

Früher buchte ich grundsätzlich den günstigsten Flug, selbst wenn ich dadurch 4 Stunden länger unterwegs war. Mittlerweile bin ich dabei etwas entspannter und beachte auch die Ankunfts-/Abflugzeiten, da ich einfach gemerkt habe, dass Flüge zu den Randzeiten meist darin resultieren, dass man müde/erschöpft und demotiviert ist. Flüge mit 10h nächtlichem Umstieg in SAW, BEG oder anderswo buche ich daher aus Prinzip nicht mehr. Auch schaue ich, ob man überhaupt mit Öffis bzw. dem eigenen PKW sinnvoll zum Flughafen kommt.

Ähnlich verhält es sich mit der Abwägung Hauptreisezeit/Nebenreisezeit. Klar, kann man auch im November ans Mittelmeer fliegen, aber hat man dabei so viele Möglichkeiten wie im Mai-Oktober (ist der Pool/sind Restaurants auch wirklich offen) - vermutlich eher nicht? Auf Schnäppchenplattformen wie MyDealz werden die vermeintlichen RyanAir „Schnäppchen“ propagiert, wenn man die restlichen Kosten mit reinrechnet, merkt man häufig schnell, dass der Abflug um 6 Uhr morgens in der Nebenreisezeit es meist nicht wert ist..

Ähnlich wie @axeljf rechne gedanklich ich mindestens ein großes Handgepäckstück hinzu. Insbesondere bei EasyJet fällt mir dann häufig auf, dass ich stattdessen auch einen Legacy Carrier wie z. B. LH oder KLM buchen kann, ohne mich in Unkosten zu stürzen. Zuletzt fiel mir das wieder auf, als ich Flugpreise zwischen MXP/LIN und MUC vergleich.

Eine generell Formel halte ich für schwierig, weil es stark auf die Wettbewerbssituation, die Lage des Flughafens (ist dieser sinnvoll erreichbar?), meine Flexibilität und den Umstand ankommt, wie weit das Reiseziel oben auf meiner Bucketliste steht. Dieses Jahr Reise ich z. B. nach Grönland. Auf der Strecke gibt es wenig Alternativen. Hier bringt es mir wenige zu wissen, dass ich MUC-LHR für 100 € r/t buchen kann und ich füge mich meinem Schicksal. Grundsätzlich nehme ich aber den Google Flights Preisindikator um abzuschätzen, ob der Flug preislich interessant ist oder eben nicht.

Der letzte Faktor ist auch der Airline Status. Berufsbedingt bin ich viel mit Lufthansa bzw. *A unterwegs. Sind die Flüge nur 20% teurer, würde ich auch privat diese wählen, um den Status zu erhalten und die Benefits zu nutzen.

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Ich habe für mich eine grobe Einteilung für Flüge in C (nicht EW) als Richtschnur entwickelt, wenn es in die Ferne gehen soll und für mich günstig sein soll.

Naher Osten/ Indien: nicht mehr als 1.500€, Asien 1.800€, Australien 2.200€, Nordamerika Ostküste <1.500€, Westküste 1.800€, Südamerika 1.500 bis 1.800€.

Das basiert auf den Angeboten, die bisher immer wieder veröffentlicht wurden.

Meine Sorge ist aber, dass mit Blick auf die Ölpreissteigerungen, diese Richtschur schon weider Schnee von gestern sein könnte.

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Uiii, das sieht gut aus, klingt aber in weiten Teilen nach Wunschdenken.
Wann hast Du denn das letzte Mal Australien in C für 2200 gesehen?
Das muss vor der Gründung von AirBerlin gewesen sein, denn als die zu Hochzeiten ihre Kooperation mit EY hatten, konnte man ab DEU so gerade mal knapp unter EUR 3500 dahin.
Mongolian ab CAI über UBN mit 23h Aufenthalt nicht mitgerechnet. :joy:

Nur mal zur Klarstellung: Mir geht es lediglich darum, eine Einschätzung zu haben, ob eine bestimmte Flugverbindung teuer, angemessen, preislich gut oder sogar sehr günstig ist – und zwar bezogen ausschließlich auf Economy-Flüge. Mir ist bewusst, dass bei Monopolverbindungen die Preisgestaltung anders sein kann. Das macht einen Flug jedoch nicht günstig oder angemessen; er bleibt in diesem Fall einfach teuer. Dann kann ich immer noch entscheiden, ob ich ihn aus anderen Gründen buchen möchte oder ob ich stattdessen eine unbequemere Verbindung wähle, weil der verlangte Preis schlicht zu hoch ist.

Umgekehrt kann ich einen Flug, der preislich angemessen oder gut ist, auch sofort buchen, ohne mich später darüber ärgern zu müssen, dass er vielleicht noch günstiger geworden wäre – denn ich habe bereits einen adäquaten Preis bezahlt. Genau das ist der Sinn dieses Berechnungsschemas: Es geht ausschließlich darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, welcher Preis für eine bestimmte Strecke angemessen ist. Und diesen Preis bin ich auch jederzeit bereit zu bezahlen.

Das habe ich verstanden und ich finde die Idee auch interessant. Dennoch ist in meinen Augen die Methodik Murks, wenn man die Preiswürdigkeit eines Fluges lediglich an der Anzahl der geflogenen Kilometer pro Euro festmacht.
Das ist ungefähr so sinnvoll, wie die Preiswürdigkeit eines Restaurants anhand der Anzahl der servierten Kalorien pro bezahltem Euro zu bewerten.

Finde das eine sehr subjektive Frage, die von so vielen Faktoren abhängt und Dingen die einem wichtig sind.
Da geht es ja nicht nur um wie komme ich von A nach B sondern auch das wie und das mit wem.
Kurz gesagt Preis-Leistung und zwar zur gleichen Zeit, zumindest mal im gleichen Zeitraum. Da nur die Entfernung herzunehmen ist eine nette Spielerei würde mir aber gar nicht helfen.
Die lange Antwort diese Punkte spielen eine Rolle:
Da ist zunächst mal die Frage der Strecke. Lohnt sich auf dieser Strecke C zu fliegen, meiner Meinung nach im Narrowbody eher nur wegen der doppelten Punkte. Ist dann aber der Preis gerechtfertigt? Lohnt es sich einen anderen Abflug-/ Ankunftsflughafen zu wählen, mit wem fliege ich, was ist mit Punkten/ Meilen etc.
Macht ein Gabelflug vielleicht Sinn, usw.
Habe ich Loungezugang durch Status usw. oder andere Vorteile.
Dann spielt für mich die Abflugzeit eine Rolle, früh morgens kann es noch so günstig sein, wenn ich es vermeiden kann, vermeide ich es.
Dann kommt dazu, mit welcher Airline fliege ich lieber als mit anderen, welcher Tag ist für mich besser oder günstiger usw.
Du siehst also, rein mit Entfernung zu Kosten ist es bei Weitem nicht getan.

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Der Vergleich ist eher der, dass drei Anbieter eine Pizza Margherita im Angebot haben. Nehmen wir einmal an, ein fairer Preis liegt bei 10 Euro. Anbieter A bietet sie für 7 Euro an, Anbieter B für 10 Euro und Anbieter C für 16 Euro. Damit ist sofort klar: A ist günstig, B liegt im Mittelfeld und C ist sehr teuer.

Natürlich kann ich mich trotzdem entscheiden, zu Anbieter C zu gehen – zum Beispiel, weil die Pizza dort einfach besser schmeckt, weil das Ambiente besser ist oder weil ich auch mittags immer einen Tisch bekomme. All das können gute Gründe sein.

Das ändert jedoch nichts daran, dass eine Pizza Margherita für 16 Euro objektiv teuer ist. Ich kann dann für mich abwägen, ob z.B, das Ambiente den Mehrpreis von 6 Euro rechtfertigt oder eben nicht. Aber um diese Entscheidung informiert zu treffen, muss ich doch erst einmal wissen, was ein angemessener Preis wäre.

Korrekt. Aber dazu brauche ich eine sinnvolle Methodik.
Bei Deinem Pizza Beispiel hast Du jetzt gar nicht erklärt, wie ein „angemessener Preis“ überhaupt ermittelt werden könnte.

Bei Flügen möchtest Du das an „Flugkilometer pro Euro“ festmachen und ich bezweifle, dass dies sinnvoll ist.

l…ag nur knapp über meiner Richtschnur, insofern kein Wunschdenken oder gar zu Zeiten von Air Berlin

https://travel-dealz.de/deal/turkish-batik-business-perth/

Zugegeben.
Aber doll war das Angebot ja auch nicht:
Die Hälfte der Route hätte man in Reclinern zugebracht…