Wie ich meine erste US-Kreditkarte erhielt: Ein kleiner Leitfaden zur Beantragung

Was sind nochmal die Auswirkungen auf die KK, wenn bei RedPocket das Datenroaming geschrumpft wurde? Kann das nochmal jemand zusammenfassend kurz erklären, bitte?

Wenn es alleine um die Thematik Empfang von Verifizierungsnachrichten der Kreditkartenherausgeber geht, spielt die Reduktion des Roaming Volumens keine Rolle. Für mich spielt das Roaming Datenvolumen eine Bedeutung in Bezug auf die Nutzung von Banken-Apps wie zum Beispiel Capital One, die aus Sicherheitsgründen überprüfen, ob die Nutzung aus den USA erfolgt oder ob eine Nutzung aus dem Ausland oder per VPN erfolgt. Letzteres kann speziell bei Neukunden in den ersten sechs Monaten zu Kontensperrungen oder Konten Schließungen führen. Nutzung des Datenroaming von Red pocket mobile hat den Vorteil, eine saubere und somit unverdächtige US Mobilfunk IP zu erzeugen zur Nutzung mit den Kreditkartenapps.

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Laut FAQ verfällt das Redpocket Roaming Credit Guthaben erst bei Erneuerung des Plan, heisst beim Annual Plan verfallen die $10 roaming jährlich.

„Credit expires after your plan renews and new balances are added. We recommend using all of your roaming credit before your plan cycle ends.“

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Aber spricht die Formulierung „renew“ und „new balances are added“ "nicht gerade für den monatlichen Verfall? Die 200 MB us Daten Volumen wird in unserem Tarif ja auch monatlich erneuert und nicht jährlich? Vielleicht hat es jemand ja auch einfach schon mal ausprobiert?

Der 200MB Tarif, den wir vermutlich alle haben, ist ein Jahresplan. Auf Reddit schreiben sie, dass sich der Credit auf die gesamte Jahreslaufzeit bezieht und dann erst verfällt. Getestet wurde dies dort auch bereits. Es wird nur bemängelt, dass man wohl den Verbrauch des Volumens nicht gut nachvollziehen kann.

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Irgendwie verrückt, wenn das Benutzen der Banking App / Online Banking mit einer IP von außerhalb der USA zur Kontoschließung folgen kann.

Ich gehe im Moment davon aus, dass dies nur in den ersten sechs Monaten für Capital One als Neukunde notwendig ist, auf die US IP zu achten und nicht auf Dauer. Bei Amex und Chase habe ich nie auf meine IP Adresse geachtet und es hat auch nie ein Problem deswegen gegeben.

Hier mal ein wenig zu meiner Reise hinsichtlich US-Banking bisher.

Begonnen habe ich mit einem BofA Checking Account im Nov 2025, der Global Transfer von AmEx stockte dann einige Zeit, weil Sie neben meiner Statements noch ein Bank Schreiben als Adressbestätigung wollten.

Nachdem ich den AmEx Antrag dann zurückgezogen habe und einfach einen neuen Antrag gestellt habe, wurde die AmEx Green dann im März 2026 genehmigt. Offenbar habe ich es aber mit um die 37.000 USD Umsatz in meinen ersten 4 Monaten übertrieben…und im Juli 2026 gab es dann das Financial Review. Nachdem was man auf Reddit & co. so darüber liest, hatte ich mich gedanklich schon von der Karte verabschiedet (und den knappen 600.000 MR die ich von meiner deutschen Karte rübergeschoben habe), aber natürlich dennoch die geforderten Unterlagen eingereicht (Bank Statements meiner US Konten, auf diesen ist jedoch wirklich nichts außer Geldeingang in Höhe der AmEx-Abrechnung und tagesgleiche Zahlung an eben AmEx). Nunja, Prüfung habe ich zum Glück dann doch überstanden, jedoch ein Spending Limit von 3.100 USD / Monat bekommen. Dieses soll laut Agent am Telefon nun mindestens 12 Monate gelten und wird automatisch vom System danach angepasst oder eben nicht.

Im Juni 2026 habe ich dann vor Ort noch einen Chase Checking Account eröffnet, ich muss sagen, dass mich Chase deutlich mehr anspricht als BofA was App und Markenauftritt angeht. Nach ungefähr 2 Wochen habe ich dann auch Online die Chase Freedom Rise beantragt, jedoch wurde diese dann abgelehnt wegen “Identity Theft”. Angerufen und bestätigt, dass ich es war der den Antrag abgeschickt hat, alle Dokumente hochgeladen: Reisepass, ITIN, Adressnachweis etc. und dann kam ein paar Tage später die gleiche Ablehnung nochmal. Wieder angerufen nach über ‘ner halben Stunde auf Hold dann die Rückmeldung, dass Sie nichts für mich tun kann und ich frühstens in 30 Tagen wieder einen Antrag stellen sollte. Vor ein paar Tagen kam dann auch ein Brief von Transunion, dass Sie den hard pull rauslöschen, weil der Antrag ja missbräuchlich gestellt wurde. Hat hier jemand Erfahrung, sollte man das nochmals schriftlich richtig stellen?

Statt der Chase habe ich dann mal bei Capital One ein pre-approval angefragt und mir wurde die Capital One Platinum angeboten, hab ich genommen und mit einem initialen Limit von 600 USD bekommen. Da ich im Juli ohnehin zwei US-Reisen hatte, hab ich die Karte schön direkt vor Ort nutzen können und bisher auch drauf geachtet immer nur über US-IP mich in die App einzuloggen (bei AmEx, BofA und Chase achte ich da nicht drauf). Ich hoffe, dass damit erstmal kein Verdacht wegen Non-Resident etc. bei denen aufkommt.

Zwischenzeitlich konnte ich auch endlich mal Equifax (und damit auch Creditkarma) zum laufen kriegen und dort wird mir bislang ein Score von 672 (“good”) bescheinigt, was ich erstmal okay finde, dafür dass bislang nur AmEx was eingemeldet hat. Die Utilization der Cap1 Platinum versuche ich bei 4% zu halten und gehe davon aus, dass sobald von dort auch was eingemeldet wird, der Score weiter steigt. FICO braucht mindestens 6 Monate Historie und sollte dann nächsten Monat soweit sein.

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Die Utilization der Cap1 Platinum versuche ich bei 4% zu halten

Ich verstehe das nicht, die Bank verdient doch Geld wie Heu an so Umsätzen. Ich nehme doch auch an, dass die Kreditkartenrechnungen immer pünktlich und vollständig bezahlt wurden?

Wieso hat die Bank da ein Problem? Oder das mit der utilisation - man soll eine Kreditkarte haben aber nicht benutzen?

Das macht doch keinen Sinn?

Viele Dank für das Teilen Deiner Erfolgsgeschichte. Immer spannend zu lesen, welche neuen Entwicklungen es gibt. Das Spiel verändert sich ständig, daher ist es wichtig, dass hier (aktuelle) Erfahrungen gepostet werden und nicht hinter Paywalls von irgendwelchen Dubai Florida LLCs!

Du hast wirklich Glück gehabt. Ich hatte auch schon mehrfach gelesen, dass ein Financial Review von Amex das Ende ist, da man ja eigentlich nicht die notwendigen Einkommen in den USA nachweisen kann. Umso stärker Dein Erfolg, auch wenn die Limitierung auf 3.100 USD ja schon etwas schmerzlich ist. Erinnert mich an die Advanzia Hilton mit 2.000 EUR … :woozy_face:

Ich habe aus Angst vor dem Financial Review bei Amex auch damit aufgehört, CLI bei Amex zu beantragen. Die wurden bei mir immer akzeptiert. Habe aber dennoch gelesen, dass ein hoher Kreditrahmen von Amex einen solchen Review auslösen kann. Daher bleibe ich lieber am unteren Limit. Zwischenzeitlich ist dies auch deutlich einfacher geworden als am Anfang des Spiels, da ich ja meine Umsätze zwischenzeitlich auf 5 Kreditkarten bei drei Herausgebern (Chase, Amex, Capital One (nur bei +1)) verteilen kann.

Genau an dem Punkt bin ich auch. Bin Ende August in Kalifornien und werde dann die Karte für kleinere Einkäufe vor Ort verwenden. Drücke uns die Daumen, dass die Karte hält und C1 nicht unsere Konten schließt!

Es gibt für jeden der zwei Vorfälle/Vorgehensweisen nachvollziehbare Gründe:

Punkt 1: Hohe Umsätze bei neuen Kreditkarten in kurzer Zeit

Hier schlägt der Sicherheitsalgorythmus des Kreditkartenherausgebers an. Natürlich verdient der Kreditkartenherausgeber mehr an hohen als an niedrigen Umsätzen, die über eine Kreditkarte laufen und eigentlich sind dies aus Sicht der Kreditkartenherausgeber die „besten“ Kunden. Wenn aber jemand Neukunde ist oder die Beträge sehr hoch sind und aus dem Rahmen fallen, dann besteht natürlich für den Kreditkartenherausgeber die Gefahr, dass er die von ihm vorgelegten Umsätze vom Kunden nicht mehr zurück bekommt. Solche Umsätze/Kunden sind dann nicht mehr vom Herausgeber gewünscht, sondern stellen eine Gefahr dar. Dies gilt um so mehr bei Neukunden, deren Ausgabenverhalten und Zahlungsverhalten der Kreditkartenherausgeber ja dann noch nicht allzu lange kennt. Das Risikomanagement wird durch solche Ausgaben getriggert und dann kann es eben zu Überprüfungen etc. kommen. Wenn man schon lange genug für das System guter Kunde ist, dann wird so ein Verhalten belohnt mit CLI (Kreditlimiterhöhungen) oder Angeboten für bessere Karten etc. Aber am Anfang kann es zum Problem werden!

Punkt 2: Niedrige Utilization Rate

Hier geht es darum, seinen Creditscore zu verbessern. Eine niedrige Credit Utilization Rate (Kreditauslastung) ist einer der wichtigsten Faktoren für einen hohen US-Credit-Score. Das hat vor allem folgende Gründe:

a) Hohe Gewichtung im Scoring-Modell

Beim Crediscore macht die Kreditauslastung 30 % des Gesamtergebnisses aus (unter der Kategorie „Amounts Owed“). Sie ist damit der zweitwichtigste Faktor gleich nach der Zahlungshistorie (Payment History mit 35 %).

b) Risikosignal für Kreditgeber

Aus Sicht der Banken und Auskunfteien (Experian, Equifax, TransUnion) zeigt eine niedrige Auslastung:

  • Finanzielle Disziplin: Sie nutzen Kredit als Zahlungsmittel, nicht als Nothilfe oder um über Ihre Verhältnisse zu leben.
  • Geringes Ausfallrisiko: Wenn Sie Ihre Kreditlinien nur zu einem kleinen Teil ausschöpfen, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass Sie in Zahlungsverzug geraten.
  • Liquidität: Eine hohe Auslastung („Maxing out“ der Karten) signalisiert finanziellen Stress oder Engpässe.

Wenn ich also möchte, dass mein Creditscore steigt, muss ich meine Utilization Rate niedrig halten. Dies erreiche über eine Erhöhung des Kreditrahmens (CLI), niedrige Ausgaben über mehrere Karten verteilt oder in dem ich vor dem Closing day der Kreditkarte durch eine Sonderzahlung auf das Kartenkonto den noch offenen Betrag, der an die Creditbureaus gemeldet wird, nach unten drücke. Letzteres ist nur als Neukunde bei einigen Kreditkartenherausgebern mit niedrigen Startlimits (z.B. Capital One) nicht gerne gesehen und kann auch zu Kontoschließungen führen, da man dann als Risikokunde zählt, der über seine Verhältnisse lebt, welche man als Herausgeber ihm mit dem zugewiesenen Kreditlimit zutraut.

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Danke für die ausführliche Antwort! :grinning_face:

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Ich habe just heute ein Tag vor Statement auf 4% ausgeglichen, mist. Du empfiehlst also bei C1 nicht vor dem Statement auszugleichen, sondern wirklich nur die geringe Utilization umzusetzen und nicht mehr?

Hier ein kurzes Update von mir zur ITIN-Beantragung, das vielleicht für alle interessant ist, die einen ähnlichen Weg gehen. Es war bisher leider ziemlich „warteintensiv“.

Meine bisherige Timeline mit der IRS

  • Februar: Die IRS lehnt die beglaubigte Reisepass-Kopie vom Hamburger Bürgerbüro ab. Begründung: Der Stempel ist nicht auf Englisch. Ich solle doch bitte meinen Originalpass einsenden.
  • März: Da ich meinen Pass nicht aus der Hand geben wollte, habe ich bei der IRS angerufen. Die Empfehlung: Einen CAA (Certifying Acceptance Agent) nutzen und ein neues W-7-Formular einreichen. Gesagt, getan – leider mitten in der Busy Season.
  • Juli: Nach monatelangem Warten dann die Ernüchterung: Beide Anträge wurden komplett gecancelt, da sie als „doppelt gestellt“ im System hingen. Erst nach der Stornierung wurde der Weg für einen neuen Versuch frei.
  • Aktueller Stand: Vor zwei Wochen ist nun der dritte Antrag über den CAA an die IRS rausgegangen. Ich hoffe sehr, dass die Bearbeitung dieses Mal schneller und erfolgreich verläuft.

Aktuelle Situation: Hilton Honors Amex
Seit Ende April besitze ich die US Hilton Honors Amex. Der Mindestumsatz ist natürlich erreicht und ich nutze sie jeden Monat für ein paar kleine Einkäufe, um mir eine positive Credit Utilization aufzubauen. Eigentlich ist die Nutzung der Karte für mich aber ziemlich langweilig, da mich Hilton-Punkte nicht wirklich reizen.

Wann weiter mit der Amex Green?
Ich würde jetzt sehr gerne die Amex Green beantragen, zögere aber noch. Der Grund: Da mir die ITIN noch fehlt, bin ich unsicher, ob Amex US diese im Nachhinein problemlos in mein Profil einträgt.

  • Es gibt (gerade auf Reddit) sehr widersprüchliche Aussagen zum nachträglichen Einfügen der ITIN.
  • Die „FICO® Score“-Funktion in meinem Amex-Account wirft aktuell jedenfalls noch einen Fehler aus.

Hat hier jemand aktuelle Erfahrungswerte damit, eine (weitere) US-Amex vor Erhalt der ITIN zu beantragen und die Nummer später erfolgreich im Profil hinterlegen zu lassen? Zieht sich das System die FICO-Historie dann nachträglich korrekt zusammen?

Hatte meine Amex Green auch bevor ich meine ITIN hatte, konnte die dann nach einem Telefonat bei AmEx hochladen. AmEx meldet seit jeher alles sauber an die Auskunfteien.

FICO braucht mindestens 6 Monate Historie, da bist du mit deiner AmEx seit April noch zu früh dran.

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Die Amex Green ist aktuell ohnehin nicht beantragbar, aber möglicherweise gibt es ab dem 20. August eine neue. Recht sicher dann mit einer höheren Annual Fee.

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Daraus wird sowieso nichts mehr. Die Green gibt’s aktuell nur noch für Bestandskunden

Ja, mal schauen was am 20.08. passiert, der Zeitraum ist ja überschaubar. Gerüchte gibt es viele, u.a. dass es zukünftig fixes Cashback statt MR gibt. Das würde sie uninteressant machen.

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Da hatte ich ja nochmal richtig Glück (oder vielleicht aber auch Pech) gehabt. Je nachdem was daraus wird. Bin mit den jetzigen Konditionen zumindest sehr zufrieden.

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Was ist nun die aktuelle Empfehlung für eine US Mobilfunknummer über das Mobilfunknetz?