Nicht jede Kleinstadt (ob Landeshauptstadt oder nicht) braucht einen internationalen Flughafen… Von Dresden nach Leibzig Flughafen sind es per Direktzug 1:43h, das ist nicht unzumutbar.
Der Flughafen Leipzig ist auch deutlich größer, also werden dort natürlich mehr Flüge stattfinden (können).
Für die Geschäftsleute von EFW, Infineon und Global Foundries, sowie Bosch ist es schon unzumutbar. Zumal einige von den Anzugstypen mehrfach am Tag zwischen MUC und DRS pendeln.
Sollte man sich in Zeiten von Highspeed Internet und Videokonferenzen nochmal überlegen. Finde solche exzessiven Pendeleien nicht mehr Zeitgemäß. Es gibt meiner Meinung nur noch wenige Szenarien wo man wirklich persönlich vor Ort sein muss.
Hier geht es oft um Gegutachtungen und Mängelgegenzeichnungen bei neu reingekommenden Fliegern bzw. Abnahme der fertigen Maschinen bzw. einzelner Arbeitsschritte. Das geht nicht per Videokonferenz. Somit gibt es noch eine Menge Arbeiten, wo dies nötig ist. In Unternehmen mit reinen Büroarbeitsplätzen absolut richtig, aber im Handwerk und Industrie noch immer unumgänglich persönlich vor Ort zu sein.
Was weißt Du eigentlich darüber? und warum meinst Du, du kannst urteilen, was sinnvoll ist und was nicht.
Es geht auch nicht bloß nur um die Anzugsträger (welche vermutlich Feinbilder gut bedienen), sondern dass eine wichtige Metropole wie Dresden schlichtweg besser und schneller angebunden sein müsste an das restliche Land aber auch an Europa.
Bei Fernzielen wie China/US usw. gehe ich mit, aber bei Europa und Deutschland?
Ob Man zum Geschäftstermin nach London, nach Madrid oder nach Stockholm muss, oder ob man privat die Familie in Rom, Köln besuchen möchte, kann ja nicht sein, dass man immer nach Leipzig, Berlin oder Prag reisen muss.
Wir schimpfen immer darüber, dass die Lufthansa keine P2P Verbindungen anbieten und immer über MUC und FRA routen wollen, geschenkt. Warum kommen keine weitere Kapazitäten dazu, die DRS mit ROM, LHR, MAD oder STR anbinden. Ryanair, Easyjet oder Eurowings könnten das übernehmen, oder? und hier kommen wir zum Kern des Themas zurück: es ist für die Airlines zu teuer. Geschäft lohnt sich nicht, weil die Abgaben zu hoch sind. wer leidet darunter? nicht die Anzugsträger sonder alle, die im Dresdner Ballungsraum wohnen.
By the way und damit es deutlich ist.
Eine Kleinstadt ist definiert bei Einwohnerzahl zw. 5T und 20T Einwohner. Ab 500T Einwhohner spricht man von Großstadt.
Wenn wir über Dresden reden, so reden wir über:
- die 12 größte Stadt Deutschlands
- Einwohnerzahle: 563T Einwohner
- Einwohner Einzugsbereich (Metropole): 1,343 Mio Einwohner
Gruß
Mmh, irgendwie trifft das meiner Meinung nach alles nicht so meinen Geschmack.
Für mich bestimmt der Markt Angebot und Preis.
Wenn die Nachfrage da wäre, dann könnte man auch einen Preis verlangen, der direkte Verbindungen- wohin auch immer, von wo auch immer- rechtfertigt.
Das hat mit hohen Gebühren nur indirekt zu tun. Denn die Leute scheinen ja lieber zu einem anderen Airport zu fahren um von dort zu fliegen, als höhere Preise von einem näheren Flughafen zu bezahlen.
Geht mir übrigens auch oft so, ich fliege gerne von BRU oder AMS als DUS einfach weil es teils 200-300€ günstiger ist innereuropäisch, interkontinental teils über 1000€.
Die Gebühren sind auch nicht der einzige Preisbestandteil, insofern ist das nicht zu Ende überlegt.
Andersherum würde ja bedeuten, dass ich ein Produkt so billig mache, dass es jemand kauft nur um das Produkt zu haben. Das ist für mich dann Subvention.
Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen. Dennoch glaube ich nicht dass ein Wegfall von Gebühren allein hier das Flugangebot groß verändern dürfte.
Ich weiß jetzt auch nicht wie das Einzugsgebiet definiert wird. Aber wenn ich das in einem Vergleich setze mit München, Berlin oder Düsseldorfer dann ist es halt echt deutlich kleiner…
Deine Logik ist nachvollziehbar aber du hast den Grundprinzip der Ökonomie nicht berücksichtigt, der sogar vor dem Markt kommt „Scarcity“, auf Deutsch „Knappheit“
Fluggesellschaften haben nicht unendlich Kapazitäten, sondern priorisieren die Märkte, wo sie am ökonomischsten sind. In einer offenen Welt gehen sie dann eben schlichtweg nicht nach Deutschland, ergo es entsteht nicht mal ein Markt für sie.
Der Herr Ryanair sagt es auch explizit:
„Ich habe mit einer Reihe von Leuten in Deutschland gesprochen, und sie scheinen die Tatsache zu ignorieren, dass Airbus und Boeing für die nächsten sechs oder sieben Jahre ausgebucht sind. Es kommt keine zusätzliche Kapazität – mit einer Ausnahme: Wir bekommen in den nächsten Jahren rund 200 neue Flugzeuge, die wir an Standorten mit geringeren Zugangskosten platzieren werden, um dort Tourismus zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen.“
oder anders dargestellt:
Wenn eine Gemeinde für das Jahresmarkt, das mehrfache an Gebühren für die Aussteller verlangt, was andere Gemeinde verlangen, dann kommen am Ende des Tages kaum Austeller dahin, weil die Rechnung im Vorab nicht aufgeht bzw. zu riskant ist.
Auch die Lufthansa sagt es explizit: Kein Wachstum in Deutschland, also deutscher Mark keine Prio.
Es ist nicht die Schuld der Dresdner, dass keine Airlines aus ökonomischer Sicht zu ihrem Flughafen kommen.
Berlin versucht ja seit Jahren mehr Langstreckenflüge anzulocken, Resultat = 0.
An mangelnder Nachfrage der Berliner liegt es aber nicht, die reisen ganz munter.
Sie versuchen es so: „Guck mal, wir wollen das ihr von uns aus fliegt aber ihr seid ja neu und wir haben da diese neuen Preise…“. Easyjet und Wizz Air haben sich auch gedacht, na dann halt nicht. Und wenn der Flughafen mal voll ist, ist sowieso der Untergang nahe, da sind die Schlagen wieder so lang, da sammelst du Meilen oder bei M&M zu sein.
Also gehen alle neuen Flugzeuge in den nächsten Jahren an Ryanair? Und deswegen muss man sein Businessmodell unterstützen?
Sorry, du kennst meine Einstellung speziell zu Ryanair. Ryanair will sich selbst nicht an die Regeln der lokalen Märkte halten und versucht Druck auszuüben um eigene Regeln in den Märkten zu erhalten oder sucht und nutzt Schlupflöcher um die Regeln zu umgehen.
Es mag sein, dass in Deutschland kein Marktwachstum zu erwarten ist, aber man muss diesen Wachstum nicht künstlich erzwingen und schon gar nicht für Teilnehmer, die dann noch ihre eigenen Regeln wollen.
Nochmal zum Thema Markt und Anfrage und Angebot. Das Prinzip Anfrage und Angebot gilt um so besser, wenn der Markt frei ist. Man kann den Markt mit „Gebühren“ so abwürgen, dass er tot ist, bevor es zum Mechanismus Anfrage und Angebot dazu kommt.
Und das ist der Hohn schlechthin. Ryanair würde in Dresden oder sonstwo in Deutschland einen einzigen Arbeitsplatz- geschweige denn sozialversicherungspflichtig - schaffen
Versuch erstmal Ryanair auszublenden. Ich bin auch nie mit Ryanair gefolgen und kein Fan und mir geht es nicht darum, diese Airline per se zu verteidigen.
Was der Herr sagt, ist logisch und macht 100% Sinn:
„Flugzeuge“ sind nicht unendlich verfügbar. Kapazitäten sind begrenzt. Flugzeughersteller sind auf Jahren ausgebucht. Airlines, die in den nächsten Jahren neue Flugzeuge bekommen und somit neue Kapazitäten aufbauen, werden diese sicherlich nicht in Deutschland stationieren, da es für sie ökonomisch kein Sinn macht.
Da bin ich bei dir. Ist aber bei Ryanair gar nicht der Punkt. Ryanair will keinen fairen Wertbewerb und führt den auch nirgends.
Und oben steht es ja am Beispiel Berlin, gereist wird gerne, also gibt es den Markt.
Die Gebühren sind ja auch nicht nur aus reiner Ideologie hoch. Einen Flughafen in Deutschland zu betreiben, das kostet eben, unter anderem weil wir uns einen Standard erlauben, der immer noch um ein vieles höher ist als anderswo.
Dieser Satz von Herren Ryanair ist bla bla und politisch. Das Kernthema bleibt trotzdem davon ungerührt.
Auch wenn ich Ryanair ausblende…
Am Beispiel Dresden, Paderborn, Bremen, Münster und wie sie alle heißen, kann sich doch der Betrieb eines solchen Flughafens nicht auf Dauer rentieren.
Du sagtest 1,3 mio Leute Einzugsgebiet selbst wenn da jeder im Jahr 1x fliegt, kommst du auf 35 Flugbewegungen am Tag. Das ist nix.
Düsseldorf und Hamburg haben ca 10x so viel…
Man muss einfach der Tatsache ins Auge blicken, dass man nicht im Umkreis von 2h genug Passagiere für zwei Flughäfen hat.
Ich finde solche Behauptung sind sehr abenteuerlich. Ich weiß nicht, wie Du das belegen willst. Kosten zu drücken ist ein legitimes Mittel zum Wettbewerb. Ryanair ist eine der profitablsten Airlines in Europa und im Gegensatz zu Lufthansa wurden sie nicht vom Steuerzahler subventioniert bzw. gerettet.
Der Markt ist da aber kaputt. Anfrage ist da, aber die Airlines kommen nicht hin. Du vergisst immer wieder der erste Prinzip der Ökonomie „Scarcity“: Angebot der Airlines ist begrenzt also gehen sie dahin, wo sie mehr Gewinn machen können.
Gerade Berlin ist ein Super Beispiel: teures Flughafen aufgebaut mit ach und krach Steuergelder ohne Ende versemmelt und am Ende die Auslastung höchstens bei 50% erreicht. Sogar die Chefin des Flughafens Berlin sagt es explizit:
zum Teil. Mein lieber. Die Erhöhung der Gebühren trägt die Farben grün aber am Ende sind doch da, damit die deutsche Regierung ihre Haushalts zu stopfen:
Höhere Ticketsteuer im Flugverkehr | tagesschau.de.
ich zitiere
„Die Erhöhung der Luftverkehrssteuer ist Teil des Maßnahmenpakets der Bundesregierung, um nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts Milliardenlöcher im Haushalt zu stopfen.“
Also es ist ein reines politisches Versagen worum es hier geht.
Das ist aber fast absoluter Bullshit, Thomas, Sorry und eine typische deutsche Ausrede, um die Unfähigkeit zu wirtschaften zu kaschieren. Meinst Du etwa unsere Flughäfen funktionieren besser als die in Spanien, Großbritanien oder Frankreich. Nein. Absolut nicht. Die Ausrede von der Notwendigkeiten hohe Kosten ist blödsinn. Wenn das, das Problem ist, dann sollen sie die verdammten Kosten senken.
Vielleicht kann man ja ab 2029 schnell aus Dresden mit der Bahn zum BER kommen ![]()
Liegt angeblich an der „Nachfragestruktur“ in BER.
Es gibt zwar Nachfrage, aber anscheinend keine Bereitschaft für ein Ticket auch mal tiefer in die Tasche zu greifen.
Wenig große Unternehmen, die Ihre Mitarbeiter mit teuren C-Tickets durch die Gegend schicken.
Und im Kleinen sieht man das auch immer wieder in den Seat Maps. Aus kaum einem anderen airport heraus wird so wenig (gebührenpflichtig) im Voraus reserviert wie ab BER.
Entweder haben die Leute hier kein Geld oder sie halten es eisern zusammen…