In einem freien Markt kann vieles funktionieren. Schau in die USA dort wo Steuern und Gebühren für Flüge nur wenige Dollar Kosten und dem entsprechend sehr Verbraucherfreundlich sind.
Und somit würde man auch einen Zubringer wie auch von DRS-BER und und und voll bekommen.
Die Ticketkosten regelt Angebot und Nachfrage und der freie Markt.
Ich glaube wir diskutieren hier auf komplett zwei verschiedenen Ebenen. Du siehst das Problem in die Unterhaltung der Flughäfen, während ich sehe das Problem in die Zugangskosten der Flughäfen.
Erstens: Es gibt Kleinstflughäfen, die schon immer ökonomischer Probleme in Deutschland hatten: Paderborn, Bremen, Münster, Kassel, Nürnberg. Diese hatten immer Probleme. Meine Frau hat sogar vor 25 Jahren in Ihrem Studium eine Studienarbeit darüber geschrieben und damals war die Hoffnung der Politik, die viele Steuergelder reingebuttert haben, dass die LCC endlich diese Flughäfen beleben. Ich blende diese Kategorie aber bewusst aus, weil die ökonomische Probleme dort doch von der hier behandelten Problematik wesentlich unterscheiden.
Es gibt aber größere Flughäfen, die weit ihrer Sollkapazitäten hinterher laufen. DRS ist kein kleiner Flughafen, so ist auch BER, LEJ, STR und CGN. Auch DUS und HAM haben diese Auslastungsprobleme. Diese entstanden unmittelbar nach Corona und nach der Erhöhung der Gebührensteuer, die dazu geführt hat, dass die Airlines nicht mehr kommen, um das Angebot entsprechend der Anfrage zu füllen, wie sie das vor Corona taten. Das Problem ist hausgemacht und steht in direktem kausalen Zusammenhang mit dem regulativen Eingriff der deutschen Regierung. Vor Corona TXL und der alte BER platzten aus allen Nähten. Heute ein Trauerspiel.
nochmal. es sind NICHT die Flughäfen (die auch eigenständige Gesellschaften sind), die diese Gebühren erhoben, um „ihre Kosten“ zu decken oder „die hohen Standards“ zu erfüllen, wie du meinst, sondern es ist der Staat. Diese Einnahmen drücken die Flughäfen an den Staat weiter ab und spielen keine Rolle in der Kostendeckung.
Man muss sich fragen, warum hat nur Deutschland in Europa diese Probleme. Auch hier hat Herr Ryanair das Beispiel Schweden sehr treffend formuliert. und auch wenn Man Ryanair nicht leiden kannst, so darf man nicht seine Vernunft ausschalten, nur weil Herr Rayanair einen offensichtlichen Fakt anspricht.
Die USA haben außerhalb der Städte keinen nennenswerten öffentlichen Verkehrsmittel. Dort gibt’s nur Auto, d.h. selber fahren und Stau gefahr, Bus, d.h. unkomfortabel und langsam oder eben fliegen.
In Europa hat man fast überall brauchbare und schnelle Zugverbindungen. Da braucht man keine Ultrakurzstreckenflüge.
Absolut. Ich war neulich in RAP, ein Städtchen mit 70T Einwohner. Jede Stunde flogen mehrere Flüge Richtung DEN, DFW, DTW, MIN, etc..
Ich höre aber wieder das Argument „in den USA gibt es nicht so tolle Autobahnen und Zugverkehr wie in Deutschland“ und kriege mich jetzt vor Lachen kaum ein.
ich erweitere meinen Beitrag. Es ist nicht meine Absicht, mich lustig zu machen, daher erwähne ich ein Paar Eckdaten.
Flug von München nach HAM: 1 Stunde, Zug von München nach Hamburg: 5,5 Stunden
Flug von München nach Dortmund: 1 Stunde, Zug von München nach Dortmund: 6,5 Stunden, eventueller Umstieg nicht eingerechnet
Flug von München nach DRS: 50 Minuten, Zug von München nach Dresden: 7 stunden, Fahrzeug: 5,5 Stunden
Wo sind diese brauchbare und schnelle Zugverbindungen? Diese existieren nicht mal auf das Papier, denn ich habe in den Beispielen oben nicht berücksichtigt, wie unzuverlässig die Züge sind.
und warum?
Weil die gleichen, die die Zugnetze verhunzt haben, sind die gleichen die den Transrapid nicht wollten und das sind die gleichen die das Fliegen teuer machen und wir gucken weiterhin zu und sagen „Ach! wo ist das Problem? Ich sehe keins!“
Jetzt hast du soviel geschrieben, dass ich gar nicht auf alles eingehen kann ohne dass es verworren wird- was bei mir ja eh schnell passiert.
Es wird auch etwas zu politisch (geht bei dem Thema natürlich nicht viel anders) sonst.
Als ich mich entschied mich hier zu beteiligen war mein Gedanke, ob das wirklich ein Thema ist, was am Flughafen in Dresden oder an den anderen „kleineren“ passiert.
Sorry, aber ich weiß halt wirklich nicht, ob es in Dresden einen Flughafen braucht, um bei dem Beispiel zu bleiben. Gründe hin oder her.
Das meine ich ganz grundsätzlich ohne dass ich den Dresdnern jetzt was will und da könnte auch Bremen stehen oder Hannover oder Dortmund.
Denn die Auslastung in FRA, MUC oder DUS ist doch top, trotz Gebühren. BER würde vllt profitieren oder LEJ.
Kann man einen Flughafen in DRS überhaupt wirtschaftlich betreiben? Würde der Markt aufblühen wenn es keine staatlichen Gebühren gäbe.
Das glaube ich halt eher nicht.
Das ist das eine.
Das andere ist, will ich überhaupt, dass Leute für 10€ durch die Gegend fliegen und hilft das wirklich dem Standort Dresden?
Komischerweise fliegen ja jede Menge Airlines von FRA und da gibt es auch hohe Gebühren. Nur halt scheinbar nicht attraktiv genug für ein Geschäftsmodell wie das von LCCs.
ja ich weiß. Aber gut.
Kernproblem ist nicht, wer ein Flughafen braucht oder nicht und es ist auch nicht LCC oder nicht LCC. Dresden und Ryanair dienen hier gerade als Paradebeispiele (kann auch STR und DELTA nehmen).
ich versuche es nochmal präzise zu formulieren:
„Die Bundesregierung Deutschland hat die Flugsteuer erhöht, um ihre Steuerlöcher zu stopfen, wodurch sie verursacht hat, dass die Airlines ihre Kapazitäten in Deutschland abbauen zum Nachteil der Mobilität der eigenen Bevölkerung, da das Flugangebot in Deutschland nachweislich zurückging (auch in FRA und auch in MUC) und die Flugtickets ex Deutschland am teuersten in Europa sind“ Das ist keine Behauptung sondern FAKT und nachweislich.
Darüber zu spekulieren, ob der Schritt der Regierung aufgrund von Inkompetenz, Ideologie oder ein genialer Plan ist, ist das politische. Darüber kann man diskutieren und streiten, muss man aber nicht, aber Fakten sind Fakten.
Das oben formulierte Problem bleibt bestehen auch wenn man in der Diskussion Nebelkerzen anzündet, wie „Ultrakurzstrecken“, „10€ Tickets“, „Ryanair sind böse“, „Dresden braucht man keinen Flughafen“
Was man braucht oder nicht braucht regelt der freie Markt und niemand anderes, sofern ich die Freiheiten geben möchte.
Jede Stellschraube die ich festziehe schwächt mich im internationalen Wettbewerb. Das könnten wir hier auch auf andere Industriezweige weiter ausbreiten, gibt genügend Beispiele.
Natürlich kann man das, hat doch schon viel besser funktioniert. Man will es nur nicht
ich kommentiere das in einem extra Beitrag, um die Themen nicht zu vermischen.
Erstens: die Kapazitäten in FRA gehen auch zurück. Das sagt die Lufthansa selbst. Was LCC betrifft, so wollten diese sehr gern Frankfurt bedienen (vor der Flugsteuererhöhung). Als Fraport es erlaubt hat, Ryanair Rabatte zu geben, um mehr Slots zu besetzen, hat Lufthansa (geführt von Spohr) einen riesigen politischen Druck auf Fraport gemacht, das oben bis in die Hessen-Regierung eskaliert hat. Spohr hat damit gedroht, dass Fraport unabhängig von Lufthansa sein wollen, Spohr hat FRA damit bestraft, dass er erstmals die A380 von FRA nach MUC verlegt hat (es war 2018), denn die A380 waren eigentlich exklusiv für FRA versprochen. Soweit zu „fairen Wettbewerb“. Nicht Ryanair oder die LCC sind die bösen, die Mitarbeiter unterdrücken, sondern der Filz aus Politik und Lufthansa, die den Wettbewerb bekämpfen und vernichten. So sehe ich das.
Ich kenne kein Land in der westlich entwickelten Welt mit derart schlechten Flughäfen wie Deutschland. In Norwegen, in Polen, in Kanada, in Spanien, hier in Südkorea, selbst in Georgien sind Flughäfen deutlich effizienter und passagierfreundlicher als in DE. Eine bereits im Regelfall derart überforderte Sicherheitskontrolle und unqualifizierte, unmotivierte Mitarbeiter gibts vielleicht noch in Tirana oder italienischen Regionalflughäfen, aber in DE scheint mir das Standard. In welchem europäischen Land liest du in Zeitungen regelmässig, dass Paxe doch 2h vor Abflug da sein sollen, weil sicher eine Stunde davon an der Sicherheitskontrolle drauf geht?
Für mich ist das ein Paradebeispiel für Deutschland, damit mach ich mir aber selten Freunde: Ich kenne kein anderes Land, in dem die Diskrepanz zwischen der extremen Steuerbelastung (oder in dem Fall Gebührenbelastung) und der miesen Qualität der gelieferten Dienstleistung so wahnsinnig gross ist.
Das bezog sich auf den allgemein sehr teuren Standort Deutschland.
Man kann Deutschland meiner Ansicht nach (noch) nicht mit Polen oder Spanien vergleichen was die Kostenstruktur angeht.
Ich denke dass auch andere behördlichen Auflagen (Brandschutz fällt mir da ein, Arbeitsschutz, Energiekosten, Lohnkosten) es möglicherweise schwerer machen einen Flughafen in D effizienter und damit auch wirtschaftlicher zu betreiben als anderswo.
Was nicht heißen soll, dass ich das alles richtig finde.
Mein Standpunkt war, dass allein die Flughafensteuern nicht das Problem sind und die Frage sich stellt, muss ich einen Flughafen künstlich wirtschaftlich machen, mal unabhängig davon, warum das überhaupt nötig wäre.
Genauso kann man auch die Frage stellen, was wäre zu tun um solche Flughäfen sinnvoll zu betreiben.
Und ab da wird es dann eben zu politisch, weil die Gebühren alleine eben nicht das Problem sind, sondern diese „Kleinflughäfen“ eigentlich nur ein Beispiel dafür sind, das die fetten Jahre erstmal vorbei sind.
Ich glaube einige in DE tragen immer noch den Geist der 80er mit, wo man denkt, man habe hier in Deutschland die besten aller besten Standards: das ist schon längst Vergangenheit.
@kallewirsch : Du verwechselst immer noch Flughafengebühr mit der Luftverkehrsteuer. Es geht hier um die Luftverkehrsteuer. Bitte lese den ersten Satz bei dem geposteten Interview und lies auch die anderen verlinkten Artikel.
Die Luftverkehrssteuer, die auf Flugtickets erhoben wird, fließt nicht an die Flughafenbetreiber. Sie ist eine staatliche Steuer, die vom Bund erhoben wird und im Bundeshaushalt landet. Die Flughafenbetreiber erhalten lediglich Flughafengebühren, die für die Nutzung der Infrastruktur anfallen und vom Ticketpreis unabhängig sind, so Idealo und der Spiegel.
Die Luftverkehrsteuer wird von den Fluggesellschaften erhoben und an das Zollamt abgeführt. Die Höhe der Steuer ist abhängig von der Entfernung des Flugziels und beträgt seit dem 1. Mai 2024 für Kurzstreckenflüge bis 2500 Kilometer 15,53 Euro pro Person und Reise, für Mittelstreckenflüge bis 6000 Kilometer 38,72 Euro und für Langstreckenflüge über 6000 Kilometer 70,83 Euro.
Flughafenbetreiber erhalten ihr Einkommen hauptsächlich aus Flughafengebühren, die für die Nutzung der Start- und Landebahnen, der Terminals und anderer Infrastruktur erhoben werden. Diese Gebühren sind nicht Teil der Luftverkehrsteuer und werden von den Fluggesellschaften an die Flughäfen gezahlt
Es ist so, dass bereits die Flughäfen in Deutschland hohe Gebühren verlangen, die optimierfähig sind, aber dann kommt der Staat und macht alles noch schlimmer.
Man kann das Beispiel DELTA nehmen, welche sich aus Stuttgart zurückzog. Sie setzte B767 und somit ruckt Delta an den deutschen Staat per „vollbesetzten“ Flug 16.149,24 € für NICHTS. Das ist doch krank!!
das war nicht meine Aussage. Im Gegenteil, ich glaube sogar wir haben die kompliziertesten und ineffizientesten Standards, weil Effizienz nie ein Maßstab war.
Ich verwechsele die nicht, sondern das ist aus meiner Sicht unerheblich, es sind Kosten. Punkt.
Die Kostenstruktur ist zu hoch, deswegen lassen sich die Flughäfen nicht wirtschaftlich betreiben. Nur die Luftverkehrsteuer abzuschaffen wird das Problem allein nicht lösen.
Oder halt ich gebe die 70 € weiter und die Passagiere bezahlen das für den „Luxus“ von STR nach ATL direkt fliegen zu können. Das kann man so oder so sehen.
Das ist dann halt die Frage, wo hole ich mir als Staat das Geld und wo butter ich das rein.
Und dann ist es doch wieder so, dass ich das gut oder schlecht finden kann.
Wenn ich mich privat gerne an einen Baum kette, dann finde ich es vielleicht auch mega, wenn fliegen teuer ist. Wenn man aber gerne fliegt, dann findet man das vermutlich nicht so gut.
jetzt vergaloppierst du dich in der Argumentationskette. Du hast immer wiederholt, dass Du die Gebühren/Steuer gerechtfertigt siehst, um den Flughafen zu betreiben, weil man in Deutschland sich einen höheren Standard erlaubt. Ich zitierte dich:
Also du hast höheren Standard explizit erwähnt und nicht komplizierten/ineffizienten Standard. Außerdem ein Standard sollte überall - zumindest in Europa - gleich sein und nicht höher/komplizierter/ineffizient. Es sei, du willst sagen: dass man diese Standards kompliziert und ineffizient ausführt, was wiederum die Frage stellen würde, warum man nicht effizient, unbürokratisch arbeitet, um die Kosten und Gebühren niedrig zu halten.
Ich glaube schon, dass Du die Steuer und Gebühren verwechselt, denn du hast die ganze Zeit damit begründet, dass diese für den Flughafenbetreiber zugute kommt. Das ist schlichtweg falsch. Außerdem wird hier präzise die Problematik adressiert, die faktisch durch die neu eingeführten Luftverkehrsteuer entstanden ist. Das ist sehr wohl erheblich. Du kannst es einfach nicht wegwischen, nur weil du erkannt hast, dass du beide Kostenarten verwechselst.
Man tut es ja. die Luftfahrtsteuer werden ja an die Passagiere weitergegeben, was wiederum die Tickets aus STR so teuer machen, dass man die Flugzeuge nicht mehr auslastet und deshalb eine Delta sagt: macht für mich kein Sinn, ich stelle das ein.
Außerdem ist der Satz rhetorisch sehr grenzwertig: wenn man Angebotserhöhung, günstigere Preise als „Luxus“ abtut, dann muss man fragen, was kommt als nächstes dran?
Ja Genau: und wo ist deine Antwort darauf? Wo buttert der Staat das Geld wieder rein?? Hast Du was davon?
Ich finde es sehr interessant, wie Du dir keine Gedankenakrobatik, Widersprüche und Unlogik scheust, um zu rechtfertigen, dass der Staat dich weiter abschröpft. Vielleicht ist das Erkenntnis viel schmerzhafter, als den Peiniger und Dieb Staat weiterhin zu verteidigen.
Ich find die Diskussion hat den Standard ‚first-world problems‘
Warum? Weil sich außer uns Flugenthusiasten und Airlinebossen niemand darum schert. Das sollte man im Hinterkopf haben.
Dass die Luftverkehrsabgabe eine politische Steuer ist, ist offensichtlich. Und das ist auch ok.
Warum? Weil eigentlich fast alle Steuern politisch sind. Nennt mir eine, die es nicht ist! Als die Steuern unter Rot-Grün erhöht worden sind, war das klar im Rahmen der entsprechenden umweltbewussten Agenda. Und da die damals auch die parlamentarische Mehrheit hatten, war Politik in diesem Sinne auch getragen durch die Mehrheit der Wähler. So wie immer. Nebeneffekt sind Mehreinnahmen. Tabaksteuer ist genauso politisch motiviert. Hoch, weil damit Einnahmen erzielt werden, und hoch, weil damit Leute vom Rauchen abgehalten werden sollen und eine indirekte Erziehungsmaßnahme durchgesetzt wird. Das ist einerseits ebenso durch den Wähler unterstützt, andererseits Aufgabe des Staates seine Bevölkerung auch hier und da zu erziehen und ungewünschten Verhaltensweisen entgegen zu wirken (und shitstorm los bitte). Das passiert durch Verboten oder Steuern. Regt sich außer Rauchern und Tabakindustrie irgendjemand über die Tabaksteuer auf? Nein.
Irgendwann ändert sich der Zeitgeist ja vielleicht wieder und das Rad wird zurück gedreht… Who knows…
Steuern bringen nix? Ach komm!
Wie gesagt, damit will man was regeln. Die Konsequenz scheint ja zu sein, dass Airlines wirklich weniger von dt. Flughäfen starten. Sprich: der politisch gewollte Effekt wirkt. Dass das in unseren Kreisen und der betroffenen Industrie unbeliebt ist, verständlich. Siehe Tabaksteuer. Aber für die Mehrheit der Unbetroffenene ist das halt egal. Ebenso wie uns wahrscheinlich andere Steuern egal sind (jeder mal bitte überlegen).
Und die Aussage, dass eine vollbesetzte B767 16k abführt für nichts? Komm, Emmanuel, das sind 16k für Staatsausgaben: Infrastruktur, Bildung, etc. Das muss ja auch bezahlt werden. Am besten da nehmen, wo es den wenigsten wehtut. Und schau Dich um, die Flieger sind nach wie vor voll. Also so entscheidend scheint die Steuern ja nicht zu sein. Leute fliegen weiter. Also de facto ist da auch noch Spielraum nach oben, wenn man denn wollte. Woanders hat der Gesetzgeber ja auch Potential gesehen, um Steuern nach oben anzupassen. Also warum nicht auch hier - provokant gefragt.
Steuern sind gar nicht so hoch. Ja, wirklich!
Nein, die Flugpreise gehen nicht massiv durch die Decke Dank der Steuern. Da spielen noch ganz andere Faktoren mit hinein. Nur leider wird sich viel zu sehr auf nur eine Stellschraube eingeschossen. Und allzu gerne wird Deutschland dann mit den steuerlich günstigen Ländern verglichen - Irland, Schweden. Andere Beispiele ignoriert man willentlich.
UK: dort gibt es zT noch höhere Steuern (auf Business-Class-Tickets). Davon abgesehen ähnliche Struktur wie Deutschland. Getaktet nach Distanz, und mit bis zu 110 Euro bei Langstrecke pro Eco-Ticket. Zur Erinnerung Dtl.: 70 Euro. Kurzstrecke hier wie dort ca. 15 Euro. Sieht man, dass Ryanair und Easyjet reihenweise Flughäfen dort verlassen? Werden Standsted und Luton aufgegeben? Sieht man keine Briten mehr in Spanien? Eh…nein.
AUT: ca 12 Euro, und 30 Euro auf Ultrakurzstrecken
MEX: hier sind idR die Inlandsflüge auch mit ca. 50% durch Steuern belastet. Werden Flüge gestrichen? Nein. Da wird munter im 30min-Takt zwischen den Metropolen geflogen. Inklusive LCC. Flughäfen sind rappelvoll. Zugegeben. Alternativen gibt es dort nicht wirklich.
Darüber hinaus… Was ändert sich denn wirklich? Peanuts. Streich die 70 Euro komplett und plötzlich fliegen alle viel mehr? Unsinn… Wer eine Woche Malle macht, oder zwei Wochen Asien, der wird seinen +1000EUR-Urlaub nicht wegen einer Luftverkehrsabgabe von 70 EUR streichen. Das ist kompletter Unsinn.
Verkehrspolitik als Ganzes ist das Problem
Wir schießen uns als Ganzes viel zu sehr aufs Fliegen ein. Ja, Umwelt, etc, nicht notwendig, etc. … Wenn parallel zu höheren Flug abgeben, aber wenigstens die Bahn die Investition, das Management und die Aufmerksamkeit bekommen würde, die es benötigt, wäre uns allen geholfen. Aber da hat man ja das Gefühl als sei komplett aufgegeben worden. Und das betrifft ja nicht nur die Bahn, aber fast jeden städtischen ÖPNV.
Und ebenso hält man in Deutschland ja weiterhin am Auto fest wie der Trinker an der Flasche klebt. Ja, Chicken-Egg-Problem ist klar, das eine geht nicht ohne das andere auf. Aber das ist halt auch fehlgelaufene Politik. Und nicht erst seit Rot-Grün. Das ist die schwachsinnige Bahnprivatisierung. Das ist die Lobbypolitik der wenig innovativen dt. Autoindustrie und das ist die Politik, die sich bereitwillig davon unterfüttern lässt und es nicht wagt, große aber notwendige Reformen umzusetzen. Und das ist das Volk, was gerne meckert, wenn irgendwas verändert werden soll.
Und da hakt es halt gewaltig. Wo auch immer ich in Europa hinreise, habe ich den Eindruck, dass Bahn und ÖPNV wesentlich besser organisiert und billiger sind. Wenn diese Alternative vernünftig angeboten würde, würden wir niemals dieses leidige Flugthema diskutieren und bei höheren Preisen einfach sagen, ja, dann fahr ich halt Bahn, wenn der Flieger teurer wird. Aber da wir seid Jaaaaahren eine scheiß Bahn haben und uns wohl damit abgefunden haben, schauen wir lieber auf das, was zuletzt geändert worden ist und sich wohl am einfachsten verbessern lässt: Flugsteuern. Heißt aber auch, dass wir die Augen vor dem darunterliegenden Problem verschließen.
Nein, überhaupt nicht.
Meine These ist nach wie vor: Nicht nur Gebühren oder Steuern alleine sind das Problem, sondern das Problem ist viel vielfältiger und braucht es diese Flughäfen.
und auch entsprechend erklärt wie ich das meinte und eben keineswegs, dass der besser oder schlechter wäre als anderswo, sondern nur eben teurer. Wir setzen hohe Standards, die machen aber den Betrieb nicht unbedingt effizienter.
Wie du es dir ja auch dann selber erklärst. Es ginge effizienter, unbürokratischer und und und
auch nicht, denn ich sage es ist egal ob wir den einen oder anderen Faktor betrachten, es ist nur einer von vielen. (siehe oben). Insofern verwechsele ich das nicht, sondern ich betrachte beide als gleich im Sinne ein Problemfaktor zu sein.
Auch das habe ich verstanden. Meine These aber ist ja eben genau die, dass diese Steuer nicht die alleinige Problematik ist. Deswegen führe ich aus, dass auch andere Faktoren (z.B. Gebühren) eine Rolle spielen.
Genau, der Markt nimmt also diese Flüge von regionalen Airports ab einem bestimmten Preis nicht mehr an. Was die Frage aufwirft, ob der Markt die dann wirklich braucht.
Ich denke die Leute fliegen trotzdem, dann halt von mir aus von woanders aus als von STR, bzw. mit Zubringer.
daher die Gänsefüsschen
Ich persönlich könnte da in der Tat sagen, was juckt mich DRS oder STR. ist von mir so weit weg… Darum geht es aber doch gar nicht. Nur weil mich etwas nicht direkt betrifft muss es mir ja nicht egal sein.
Überhaupt nicht. Ich will nur keine politische Wertung hier dazu abgeben. Mir gefallen viele Dinge nicht wie sie laufen, aber die muss ich nicht in einem Vielfliegerforum breit treten.
Nur soviel: ich sehe den Betrieb dieser ganzen „regionalen“ Flughäfen kritisch.
Ich habe auch weder Regierung noch Staat hier für deren Vorgehen verteidigt.
Im Gegenteil ich habe versucht eine Wertung zur Politik bzw. Luftverkehrsteuer zu vermeiden, scheint mir misslungen.
ich wollte dich auch vorhin in die Diskussion reinziehen, denn du hast woanders auch gepostet und geschwärmt von den Gebühren, die zu „besseren Standards“ führen
Natürlich betrachtet man die Sache aus verschiedenen politischen Brillen. Es gibt Menschen, wie Du, die immer mehr Staat fordern und welche wie ich, die weniger Staat wollen.
Mit allem Respekt, aber in deiner Argumentation sehe ich nur Nebelkerzen.
so what? Wenn man first-world Problems nicht löst, dann landet man irgendwann bei third-world-Problems. Diese „Weg-Wisch“ Argument ist törricht und arrogant.
Natürlich. Das bestreitet auch keiner. Weil es politisch ist, muss man das ja nicht zustimmen.
Ich vertrete bei deinem Punkt 2 eine diametral-entgegengesetzter Position. Du sieht den Staat als dein Daddy, der dich erzieht und du bist überzeugt, dass das tatsächlich die Rolle des Staates bist. Das erklärt doch so einiges, denn die braven tun, was Daddy sagt, nicht wahr. „So now you do what they told ya!! You’re under control!! so now you do what they told ya“. Mit allem Respekt für deine Person, ich verachte abgrundtief solche Einstellung.
Außerdem tut der Staat so, ob er mit den Abgaben eine „erzieherische“ Maßnahme erzielt, damit die braven auch ihr Geld dafür geben. Aber am Ende will er nur mehr Geld haben.
und deine Argumente: „guck mal, da regt sich niemand darüber auf!!“ finde ich typisch konformistisch „Sei brav, lieber Emmanuel, die anderen regen sich darüber nicht auf!!“.
Genau. Ein politisch gewollte Effekt, dass Angebotsknappheit herrscht (nicht nur beim Fliegen). Muss man sich das gefallen lassen und sagen „Oh, da das politisch gewollt ist, da muss ich wohl zustimmen müssen.“, Tja. Ich bin dagegen.
Machst Du Witze? Infrastruktur, Bildung? Ausgerechnet, die zwei Sektoren die stets permanent abgerockt sind. Kein Geld für Infrastrukturprojekte und für Wartung/Reparaturen, kein Geld für neue Lehrer, Klassenzimmer komplett abgewrackt, Bildungsniveau auf Talfahrt nach unten. Wach auf Axel!! Du lebst in Polen und du hast keine Kinder.
Der Staat nimmt immer mehr Geld ein, für weniger Leistungen an seine Bürger.
Ich muss ja nicht Großbritannien und Mexiko nacheifern, sondern die Länder die bessere Ergebnisse liefern. Dieses „halb-so-schlimm“ Argument ist typisch: kein Anspruch, keine Ambition, immer staatshörig, sorry.
ja genau. jetzt zündest du die letzte Nebelkerze. Ich habe mehrfach oben auch den Ausbau des Zugverkehrs bemängelt, welches attraktive Alternativen zum Fliegen verhindert. Aber deine Ausführungen sind typisch: wenn man einzelne Probleme nicht lösen will, so flüchtet man in übergeordneten große Meta-Probleme, um davon abzulenken. „Statt Steuer zu senken, muss man wohl das Problem ganzheitlich und übergeordnet betrachten, bla, bla“. Das ist typisch Politiker-Sprech, die keinen einzigen konkreten Problem in ihrem Leben gelöst haben. Sorry. Ich ziehe da nicht mit.
Danke für deinen Diskussionsbeitrag @axeljf und sieh mir nach, dass ich ohne Helm und Visier direkt und ungehobelt zurück geschossen habe.
und deine These, behaupte ich, ist mangelhaft.
Der Rückgang der Kapazitäten in deutschen Flughäfen stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Luftfahrtsteuer. Natürlich gab es immer Kostenherausforderungen, aber das Phänomen, dass der Markt in Deutschland rückläufig (im Gegensatz zum restlichen Europa) ist und dass man in Deutschland mit Abstand die teuersten Tickets in Europa bezahlt steht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Luftfahrtsteuer. Bevor du die nächste Nebelkerze anzündest und von „ganzheitlichen vielfältigen Problemen“ redest, widerlege bitte sachlich meine These.
Bullshit. Thomas. Das wesen der Standards ist Ablauf- und Kosteneffizienz zu steigern. Bürokratie erhöht die Kosten. Bürokratie ist nicht Standard, oder verwechselst du auch diese Begriffe? und noch mal den Einwand von @_Ric : warum kriegen es die anderen, die die gleichen Standard folgen, besser hin??
Nein. Die Frage ist: würde der Markt das annehmen, wenn diese Steuer nicht gäbe. Was zu meiner nächsten zentralen Frage führt. Hat man den Markt mit der Luftfahrtsteuer, kaputt gemacht oder stark beeinträchtigt. Eine Frage, die ich dir stelle, und vor der Du immer wieder flüchtest. Daher wiederhole ich gern „hat die Luftfahrtsteuer dazu geführt, dass das Angebot in Deutschland knapper und unbezahlbarer wurde??“.
Das erinnert mich an einem Spruch eines bekannten Ökonomen: „Die Realität ist meistens sehr einfach. Was kompliziert ist, ist von der Realität zu flüchten“.
Sorry für die langen Diskussionen. Ich will ach niemanden nah treten. Hin und wieder muss das sein.