absolut….70 Flughafen / 30 Airline…. in Kombination so richtig verkackt könnte man sagen.
Wir habe in Hamburg am 08.01 fast 5 Stunden in einer BA Maschine gesessen …mehrfach enteist worden etc…das war schon echt übel, kann mir daher kaum vorstellen wie sich das in MUC angefühlt haben muss für die Passagiere.
Das ist eigentlich schade, da aus meiner Sicht die LH vermutlich gar nichts für die Misere kann.
Es waren 5 oder 6 Flugzeuge betroffen davon auch eines nicht von der LH. Ich kann mir nur vorstellen, dass alle von Flughafen Anweisungen hatten, zu warten. Ggf. mit klarer Ansage dass das alternativlos sei. Dementsprechend wird man den Passagieren auch gesagt haben, man habe alles im Griff, weshalb kein Passagier einen Notruf abgesetzt hat. Eine Notlage war ja auch nicht wirklich gegeben. Klar, absolut unangenehm aber nichts was die Gesundheit bedroht hätte. Wundert mich auch, bisher habe ich auch nicht wirklich was von einem Passagier gehört, was da Aufschluss geben würde. Außer 2-3 Leuten die das Ganze versucht haben für sich als Plattform zu nutzen habe ich da nichts gehört oder gesehen
Davon ist leider auszugehen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es so eine Kultur gibt im Cockpit, über erhaltene Anweisungen nicht rumzudiskutieren, aber vielleicht hätte ja auch ein LH 24h Operations Centre eingreifen können oder müssen. Dort müsste die Situation ja eigentlich recht bald auch aufgelaufen sein. Bei 5 betroffenen Flugzeugen hätte man ja mal ein Fass aufmachen können—
spätestens bei Überschreitung der Arbeitszeiten hätte die Crew doch selbst auf die Barikaden gehen müssen. Das wäre doch auch ein gefundes Fressen für die Vereinigung Cockpit oder UFO.
Ist die Frage ob das überhaupt dazu kam. Diese Nachtflüge sind ja meist Crews die dann einen overnight stay haben und am nächsten Mitta zurück fliegen. Sprich die haben evtl. an dem Tag nur diesen einen Flug gehabt.
Außerdem meine ich, dass bei denen doch ohnehin nur die Flugzeit zählt?
Das finde ich sowieso sehr auffällig. Es reden ja auch alle immer über den Flug nach Kopenhagen, schlicht weil da ein Passagier drin war, der mit der dänischen Presse geredet hat, womöglich sogar über persönliche Kontakte.
Das deutet darauf hin, dass die Besatzung die Situation hervorragend gemanaged hat, womöglich auch mit Unterstützung der entsprechenden Stellen bei Lufthansa - wir wissen ja dass es eine Entschädigung gibt, und wenn die entsprechend ausgestaltet ist und man das im Flugzeug schon ankündigt ist da wahrscheinlich auch Ruhe. Ich persönlich würde mich wohl auch nicht großartig aufregen wenn auf die Ankündigung “Wir müssen hier jetzt noch 3-4 Stunden im Flugzeug ausharren” der Satz folgt “Alle Passagiere erhalten pauschal 1000€ Entschädigung”.
Man braucht die ganze Sache jetzt nicht versuchen noch schön zu reden. Das was da am MUC passiert war, ist und bleibt für alle Beteiligte in den Flugzeugen eine Zumutung. Es ist eine Schande für das Land wie man mit solcher Situation zu dem Zeitpunkt wenn so etwas passiert und danach mit umgeht. Auch wenn es so etwas noch nicht vorher gegeben hat, da sitzen hochbezahlte Köpfe in den Führungsebenen, die dann nicht mehr in der Lage sind menschenwürdig mit solchen Situationen umzugehen. Das ist nur noch traurig, armes Deutschland.
Stimme vor allem deshalb zu, weil das Versagen in dieser Situation vor allem auch etwas über die Handlungsfähigkeit in einem nächtlichen Notfall aussagt. Zum Beispiel wenn eine Besatzung aus medizinischen Gründen nicht weiterfliegen kann und deshalb in MUC landen muss - dann muss man ja auch irgendwie die Passagiere da raus holen.
Dieser konkrete Fall ist eigentlich recht geschenkt. Bis ein Uhr nachts war die Vermutung ja wohl, dass man noch (mit Sondergenehmigung) abfliegen könnte. Da saßen die Passagiere auch schon seit einigen Stunden im Flugzeug und so mussten sie halt noch ein Paar Stunden mehr ausharren.
Klar, angenehm ist das nicht, aber daraus jetzt ein “armes Deutschland” zu drehen ist halt auch absurd. Das klingt eher nach politischer Stimmungsmache. Fehlt nur noch, dass jemand Merkel die schuld gibt…
Normalerweise wären in so einem Fall genug Finger am Terminal frei. Das war ja Teil des Problems, dass wegen des Wetters zu viele Flieger vor Ort rumstanden
so ganz unschuldig ist die Politik daran aber auch nicht. Eine „Sondergenehmigung“ ist in meinen Augen kein wirtschaftlicher Faktor und die Gesetze die dafür gemacht werden auch nicht.
Deutschland war mal in der Welt ein führendes Ingenieursland in der Wirtschaft. Da haben uns andere Länder heute schon längst überholt.
Dienstzeit gilt ab off blocks (also push back) und nicht die reine Flugzeit.
Und es ist auch unwahrscheinlich, das die Crews nur den einen Flug hatten (ausser der Singapore Flieger natürlich).
Auf Kurz- und Mittelstrecke sind i.d.R. mehrere legs schon geflogen, bevor der letzte Flug an die final destination geht (bei LH max.5 legs = Flüge pro Tag).
Ich hatte mit Flugzeit genau das gemeint. Doof ausgedrückt. Weil so wie ich das verstanden hatte waren die Flieger ja noch auf der ursprünglichen Parkposition? Also ja dann noch nicht Off Blocks? Sprich noch nicht in der Arbeitszeit?
Kannst du denn sagen ob hier dann ein Verstoß gegen die Arbeitszeit der Crew überhaupt vorgelegen haben kann?
Okay, danke für den Insight. Das hatte ich von einer Bekannten Flugbegleiterin der LH so gehört.
Naja, die Flieger waren bereits an der Startbahn, also unterwegs (weiß nicht ob alle, aber der Dänenflieger definitiv und die A350). Somit waren die schon Off Block und erst wenn die Treppe wieder am Flieger ist und die Türen auf sind auf Außenposition ist die Arbeitszeit der Crew zu Ende. Ich denke also es war tatsächlich Arbeitszeit.
Bleibt die Frage, wie ist das bei denen geregelt, was Überstunden angeht. Es gibt ja auch andere Berufe bei denen es besondere Arbeitszeiten gibt.
Mich würde interessieren ob das im Fall einer Crew nicht einfach abgedeckt ist, wenn ein Flug länger dauert als geplant, insbesondere bei flugunregelmässigkeiten.
Angenommen eine Crew macht die besagten 5 Flüge und die ersten 4 Flüge müssen sie jedes Mal drei Schleifen drehen (ich weiß unwahrscheinlich) treten sie dann den 5. nicht mehr an, Wegen Zeitüberschreitung?
Ich glaube, dass kann tatsächlich passieren und passiert auch immer mal. Bei der Cockpitbesatzung hört man das ja ständig mal, wird bei der normalen Crew sicher auch so sein.
Auf YouTube gibt es von Airliners.de in der letzten Ausgabe ein Interview mit einer Passagierin in einer EN-Maschine nach Graz. Sehr sachlich und absolut nicht reißerisch.
Wenn man dann anschließend die Ausschnitte der PK vom Airport und LH hört, ist das nur ein Bla Bla. Keiner hat Schuld, besondere Umstände usw. und wir haben gelernt.
Das hat damit ja mal so gar nix zu tun. Hier geht es ja gerade nicht um Ingenieurskunst. Es scheint ja einfach das Problem zu sein, dass man in MUC auf sowas nicht vorbereitet war und schlicht kein “Notfallpersonal” für sämtliche Jobs (also insbesondere wohl Busfahrer) vorhält. Das hat wahrscheinlich genau zwei Gründe:
Es gibt keine Verpflichtung dazu. Jeder Flughafenbetreiber kann frei entscheiden ob er entsprechend ausgestattet ist oder nicht.
Flughäfen werden privat und gewinnorientiert betrieben und stehen im Wettbewerb zueinander. Das Management muss zur Befriedigung der Anteilseigner die Kosten soweit drücken wie möglich.
Nur einer dieser Gründe allein wäre noch kein gigantisches Problem, beide zusammen führen aber zwangsweise zu solchen Situationen.
Man kann natürlich versuchen 1 mit entsprechenden Gesetzen zu lösen, aber Gesetze können schlicht nie vollständig sein. Zudem kann es für den Flughafenbetreiber günstiger sein, Lobbyisten zu engagieren, um die Gesetze aufzuweichen, als die Vorgaben umzusetzen. Und außerdem muss fliegen ja billig sein, da können wir dem Flughafen doch keine zusätzlichen Kosten aufbürden.
Man könnte auch einfach 2 lösen, Flughäfen als kritische, öffentliche Infrastruktur betrachten und sie nicht gewinnorientiert sondern gemeinwohlorientiert vom Staat betreiben lassen. Aber wir kriegen das ja nicht mal bei tatsächlich kritischer Infrastruktur wie dem Stromnetz hin, da ist das bei Flughäfen ja schon gar nicht zu erwarten.